Donnerstag, März 08, 2018

Weltfrauentag, Blubb und Guacamole

Bei der Arbeit überschlagen sich alle offiziellen Sprachrohre mit Parolen und "Wir sind so super" (sind wir auch :-)) und Fotoaktionen und Videos und Pressemitteilungen.
In der Inbox stapeln sich Werbemails von allen Shops, bei denen ich je eingekauft habe mit "Weltfrauentagsrabattaktionen".
Auf Twitter kochen "Ich will keine Blumen, sondern gerechte Bezahlung", "Männertag ist sonst jeden Tag" und "Gebt mir Eure Blumen, wenn Ihr sie nicht wollt" und "Alles doof, jeder Tag sollte Frauentag sein"-tweets in genau der gleichen Suppe wie am Equalcareday, am Valentinstag, am Muttertag, am Vatertag, am Männertag, am "Christina Schröder hat irgendwas gesagt"-Tag.
Mich macht das unendlich müde. Ich hab keine Blumen gekriegt, von niemandem. Nicht mal beim Hübschen war auch wie letztes Jahr ein Vortrag, wo es danach schicke Kosmetika zum natürlich rein wissenschaftlichen Ausprobieren und Mitnehmen gab. Ich bin mittags mit Take-Out  bei einer Kollegin, die vor ein paar Wochen einen schweren Radunfall hatte, vorbeigegangen und wir hatten ein nettes Gespräch unter Frauen, wobei das einzig frauenspezifische in dem Gespräch war, dass wir zwei Frauen sind.
 


Meine Bürokollegen konnte ich übrigens gerade noch daran hindern, den Elfenbeinturm räumen zu lassen, weil was oranges aus der Decke läuft. (Hat immerhin über eine Woche gedauert, bis jemand anders als der direkte Nachbar da mal rauf schaut) Ähem. Jetzt kann ich also endlich auf den Tisch klettern und das abkratzen.
 
Weil das jemand wissen wollte, hier das Rezept für Guacamole, wie ich es mache (und es unsere Familie mag, auch wenn L letztens seufzte: "Ich wünschtem ich würde Tomaten ein bisschen mehr als gar nicht mögen.")*
  • 2 Avodados
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • Limettensaft
  • Kreuzkümmel
  • Salz
  • Tabasco
  • Koriander (also: Kraut, nicht Samen)
  • eine normal grosse oder ca 5 Cocktailtomaten
 Avocados halbieren, Kerne raus, Fruchtfleisch in eine flasche Schale kratzen
Mit Limettensaft (ich nehme meist ca 2 Esslöffel), einem grosszügigen Spritzer Tabasco, Salz, zerquetschtem Knoblauch, ordentlich (ca 1TL) Kreuzkümmel würzen und mit der Gabel zerquetschen. Das Ganze muss kein smoother Brei sein, aber Riesenstücke sollten es auch nicht mehr sein. Gehackten Koriander (wir lieben Koriander, ich nehme meist auf zwei Avocados einen Bund, dann ist halt auch nicht so ein trauriger Rest im Kühlschrank) und klein gewürfelte Tomaten (bei grossen Tomaten entferne ich den Rotz innen, bei Cocktailtomaten nicht) unterrühren, fertig.

Schmeckt natürlich mit mit Käse überbackenen Tortillachips, in Tacos oder einfach so aufs Brot.
Aufheben würde ich es nicht grossartig, irgendwann wird sie halt doch braun, bei uns verschwindet so eine Portion binnen eines normalen Abendessens.


Selbstbeweihräucherung: Ich bin der schier unendlich erscheinenden Taskliste zu Beginn der Woche so gut Herr(in) geworden, dass ich morgen entspannt die letzten offenen Trainings angehen kann. Die Mittagessensache fand ich gut, auch wenn ich zwischendrin schlimm Bedenken hatte, dass ich in "private space" eindringe, weil wir sonst auch nicht so viel miteinander u tun haben und vielleicht mag sie das gar nicht und wusste nicht, wie nein sagen, und vielleicht fand sie das Essen doof und vielleicht habe ich zu viel geredet und sie zuviel ausgefragt und weiss doch auch nicht, aber eigentlich glaube ich nicht. Sondern wir haben zusammen gegessen und uns unterhalten. Lecker und gut.
 
 
*Wer zwischen diesen anderthalb Zeilen liest, ahnt, dass das KEINE Aufforderung zu Kommentaren wie "Was, Guacamole mit Knoblauch? Sakrileg!", "Was, ohne Mayo**?", "Ich hasse Koriander!", "Tomaten? Spinnen Sie denn?", "Avocados brauchen mehr Wasser als ein Porsche Cayenne Diesel!" , "Auf jeden Fall den grünen Keim aus dem Knoblauch rausnehmen!", "Knoblauch immer nur hacken, nie quetschen." und "Wenn man den Stein in der Guacamole liegen lässt, wird sie nicht braun"*** ist sondern das Gegenteil.
 
** es gibt tatsächlich Leute, die da Mayo reinmachen.
 
*** Das ist Quatsch. Der Stein hilft genau an der Kontaktfläche zum Matsch gegen das Braunwerden, weil er dafür sorgt, dass keine Luft drankommt. Ansonsten hilft der Limettensaft bzw. das Vitamin C als Antioxidans gegen das Braunwerden aka Oxidation durch Luftsauerstoff



Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Göttlich : *,** und ***! Herzlich, Sunni

Anonym hat gesagt…

LOL, finde ich herrlich wie Sie diverse Kommentare vorwegnehmen �� Ich sehe lauter sich senkende Zeigefinger vor mir!

Frau Brüllen hat gesagt…

@anonym: leider nicht, wenn ich mir eine total skurrile Diskussion auf twitter gestern in Erinnerung rufen (Ich habe anscheinend vergessen zu erwähnen "Kreuzkümmel, wieso das denn?", "Kreuzkümmel, wer isst das denn freiwillig?" und "Ob man Koriander mag oder nicht, ist genetisch.")

Anonym hat gesagt…

Danke für das Rezept!

Caramelia hat gesagt…

Koriander: es gibt sogar zwei Koriander Gene, die für den seifigen Geschmack verantwortlich sind. Angeblich kann man sich antrainieren, Koriander zu mögen, aber ich glaub die seelische Härte hab ich in diesem Leben nicht.
Und wenn man keinen Koriander mag / essen kann, dann lässt man ihn eben weg - wo ist das Problem?

Susi hat gesagt…

Danke für das super Rezept. So mag ich das auch und mach' das auch immer mal wieder so. Die zweite Variante, die hier sehr geliebt wird ist mit saurem Halbrahm und Chili (getrocknet oder frisch ist egal) - dafür ohne Koriander, Kreuzkümmel und Tomaten. Ist natürlich keine Guacamole ... trotzdem sehr empfehlenswert und verschwindet auf Buffets grundsätzlich zuerst.