Samstag, November 18, 2017

This time of the year

Morgens von Kaffee ans Bett geweckt worden. Ein bisschen früh, ich hätte tatsächlich noch länger als bis halb neun schlafen können --ich habe einiges aufzuholen und schlafe meist so schlecht, dass ... nun ja--, aber das Fitdingsi vom Hübschen befand, er hätte lang genug geschlafen und mal ehrlich? zu Kaffee sage ich nie nein.


Little L. war (wie immer) schon lange wach. Er sass unten auf dem Sofa mit seinem Kindle und las und las und las (gestern abend war kurz vor "Kind, jetzt ist Schlafenszeit und zwar wirklich und in echt!" Dumbledore getötet worden, deshalb musste er schnellstens wieder aufstehen und Band 6 fertig- und Band 7 (beides Affiliatelinks) anlesen).



Nach dem obligatorischen ausgiebigen Samstagsfrühstück packten Little L. und ich das Geburtstagsgeschenk für den Kindergeburtstag ein, er suchte sich aus unserem Fundus eine Karte aus (er hat eine mit ganz niedlichen Hunden und Katzen gewählt von der Schweizer MS Gesellschaft, ich musste direkt an Katarina denken) und schrieb sie ganz pragmatisch mit Bleistift, weil der grade da war.


Danach packten wir uns warm ein, incl Gummi- oder Winterstiefel und Arbeitshandschuhe und erledigten zusammen die herbstlichen zwei Stunden Gartenarbeit, die unser handtuchgrosser Reihenhausgarten pro Jahr erfordert. Wir haben also mit mehr Elan als Sachkenntnis die Rosenbüsche zusammengeschnitten, die vertrockneten Stauden und Kräuter aus den Beeten entfernt und insgesamt drei Ladungen Grünschnitt zur Mulde gebracht (wie so Vorstadthipster btw auf dem Longboard). Im Frühjahr braucht der Garten nochmal zwei Stunden Pflege, das ist alles und das ist auch gerade so viel, dass es Spass macht und nie mühsam wird.
Die noch schönen Salbei- und Rosmarinabschnitte habe ich total lifestylemässig in der Küche aufgehängt. Mit grauweisser Wurstkordel. Als nächstes wächst mir vermutlich ein Mediakit :-).




Zerkratzt und ausgekühlt teilten wir uns auf: der Hübsche ging mit Q. in den Baumarkt, er möchte nämlich einen Gehörschutz für die Schule (je nachdem gibt es die zur freien Bedienung, in seiner aktuellen Klasse aber halt nicht.), ich bracht Little L. zu der Kindergeburtstagsfeier.


Wieder daheim gab es für die verbliebenen drei erstmal die Reste vom Freitagskuchen, dann machte ich mich (es ist absolut die Jahreszeit dafür) daran, einen grossen Top Skifahrsuppe zu kochen (incl ein bisschen Abweichung vom Rezept, weil keine Dose Bohnen im Haus, nur getrocknete, und ausserdem musste noch ein Rest Mais und Kürbis weg), dazu parallel noch einen Zopfteig angesetzt (ein bisschen mehr als sonst, weil ich einen Teil mit Speckwürfeln verknetet Little Q. als zukünftiges Stockbrot zur Nachtübung der Pfadfinder mitgebe.
Erkennen Sie das Farbkonzept Pulli/Kochlöffel/Suppe? Ich Designfuchs.


Dann geht es (das ist für mich der pure Luxus) in die Badewanne, total dekadent mit einem Glas Sekt Orange (was für mich lange den Muff von Doktorfeiern im Institutskaffeeraum mit Neonlicht und es ist noch morgens und danach ist der Tag gelaufen hatte, schmeckt eigentlich sehr lecker, besonders seit ich es in einem unserer USA-Trips in Pacifica Breeze zu "Mimosa" um-gebrandet habe.).


In einer letzten Runde ausser Haus für heute geht es für mich das innerlich mit Nudelsuppe, äusserlich mit Skiklamotten warmgehaltene grosse Kind zu den Pfadfindern bringen, im gleichen Rutsch das kleine Kind vom Geburtstag abholen. Heim, Suppe essen, Zopf in den Ofen, kleines Kind ins Bett, grosses Kind abholen (um 22:00h, eine schöne Vorschau auf Teenie-Party-Abholdienst), schlafen. Ausschlafen.

Freitag, November 17, 2017

TGIF

Gestern vor dem Tonklumpen-Kinderarztbesuch habe ich mein letztes Colourpop-Paket bei der Post abgeholt, weil ... ach, Glitzer, Glitzer, Glitzer geht immer. Ich habe also die Supernova Shades bestellt, ein paar Ultra Glossy Lips und .... die Palette "Golden State of Mind". Heute habe ich die grad zweimal ausprobiert, einmal direkt nach dem Aufstehen und einmal nach dem Duschen nach dem Rennen und hui,  warhscheinlich kompensiere ich meine total rosapinkglitzerfreie Kindheit, aber das IST SO SCHÖN! Vermutlich sehen meine Augen aus, als hätte ein Einhorn auf LSD in den Feenstaubtopf geniest, aber es ist so wunderschön! Obwohl ich ein Fan für immer der SuperShock-Formulierung bin, ist das schon auch wirklich toll.


So.


Ansonsten habe ich heute morgen eben Grosseinkauf gemacht (zwischendrin ist mir eingefallen, dass ich nächste Woche ja gar nicht da bin, aber die Jungs müssen ja auch essen und sie haben also alles zu Hause, um das ausgewogen hinzubekommen. Und es ist haltbar bis darüber hinaus :-)) Spontan habe ich 2 kg Miesmuscheln gekauft (ja, die Schweiz und Baden, bekannt für Seafood), weil das drei von vier Familienmitgliedern sehr gern essen und wir das schon lang nicht mehr hatten (ich hoffe, die Saison für lebendige Muscheln in Italien ist vorbei. Oder wir haben keine Zeit, da zum Essen hinzugehen.)


Dann habe ich Essenszeitschriften gewälzt und Ideen für Weihnachtsessen und Partybuffet gesammelt (es ist schön: als der November so mit all den irren Terminen und so auf mich zurollte, waren die Geburtstagsparty und Weihnachten eher Pflichtübungen und ich konnte nur den damit verbundenen Stress sehen, aber Absagen und Nichtfeiern ist natürlich auch keine Option. Lustigerweise sorgt der nun geklärte Terminplan (und das zögerliche Verhalten der Reisebezahler in Sachen Approval einer zweiten oder dritten Reise vor Weihnachten, so be it!) dafür, dass ich mich wieder richtig darauf freue, eine grossartige Party und ein wunderbares Weihnachten zu feiern.


Am Nachmittag hatten die Jungs und ich (also: eher ich. Die Jungs haben sich zu AufräumenYoutubeNetflixKatzekuscheln nach oben verzogen) sehr, sehr netten Twitterbesuch zu Kaffee und Freitagskuchen, das war wirklich sehr schön! Danke @katzentratschen fürs Rauskommen nach Suburbia!


Der Hübsche hat endlich auch Feierabend, wir machen gemeinsam Pizza und dann ist Wochenende und wir können zweimal ausschlafen. Das ist bei einer durchschnittlichen Schlafzeit von 5:30h/Nacht in den letzten Wochen eine tolle Aussicht!

Donnerstag, November 16, 2017

Rettende Routine

"Embracing Ambiguity", das muss man jetzt ja können in der Arbeitswelt, weil alles ändert sich und nix ist fix und so. Nun ja, das ist mal sicher keine Kernkompetenz von mir, ich bin ever "developing plan a-z, to cope with this f*****ing ambiguity" und so war ich ja schon sehr froh, dass der Termin für Italien jetzt endlich feststeht. Später als gedacht, geplant, gewünscht, aber ich habe endlich gebucht und kann aufhören, als Übersprungshandlung bei jedem Hüsterchen sofort den Flugplan Basel-Rom, Zürich-Rom, Dublin-Rom oder Shannon-Heathrow-Rom abzugleichen.
"See you Monday in Rome" ist auch eine schöne Art, eine Mail zu beenden, finde ich.
Ganz, ganz vielleicht habe ich nächste Woche dann noch ein minifuzziklaanes bisschen Zeit im Rom (bisher war das ja immer: "Ankunft im Hotel kurz vor Mitternacht, schnell noch was Essen, bevor die Küche um Mitternacht zu macht, schlafen, halb 7 aufstehen, heimfliegen") und meine Kollegin hat mir Ostia Antica empfohlen. Das wäre wirklich toll, wenn das klappen würde. Und alles andere natürlich auch.


Ich habe also um 7:50h den Reiseantrag abgeschickt, um 8:02h ("Phone hours: 8:00 - 18:00h") bei der Reisezentrale angerufen und mitgeteilt, dass das schon unglaublich dringend wäre, weil MONTAG!!!!! und, und das fand ich sehr schön, statt "Wir wissen, wie unser Job geht!" ein hörbares mildes Lächeln durchs Telefon und die Versicherung, dass ich bis mittags all meine Tickets und Reservierungen hätte. Auch ohne Anruf, weil die Aufträge nach Abreisedatum sortiert würden. Automatisch. War dann auch so. Phew.


Um 9:00h dann war das zweite Meeting des Tages, in dem ich sozusagen für meinen Kohlendioxidfootprint vorplante, es zeichnet sich nämlich ab, dass ich mit zwei Kollegen im Januar nach Indien fliegen werde. In einer "Nur noch schnell die Welt retten"-Mission mit jeder Menge Visibility, wie man so schön sagt, deswegen wird das noch spannend, wer wie begeistert das Reisebudget approved. Hui, und ich brauche einen Einladungsbrief und einen Entsendungsbrief und das gibt dann ein Business-Visum. Sehr, sehr spannend, das alles.


Unnötig spannend wurde es dann am Nachmittag, als ich einen Anruf aus dem Lehrerzimmer verpasste, dann war dort belegt, der Hübsche wusste von nix, Q. war schon daheim, meinte, er hätte L. auf dem Pausenhof mit einem Coolpack auf dem Auge gesehen, aber er wollte nicht sagen, was passiert wäre. Im Sekretariat wusste man von nichts, also war ich teilberuhigt, weil sooooo hochdramatisch konnte es ja dann wohl nicht sein.
¨
Trotz allem machte ich einen früheren Feierabend (ich habe sogar drangedacht, für Italien meine Sichrheitsschuhe und die geschliffene Schutzbrille einzupacken!) und kurz vor daheim rief mich L. an: er hatte sich mit seinem besten Freund um einen harten Tonklumpen gestritten und der Streit endete damit, dass der Freund L. den Klumpen ins Gesicht warf und ihn voll im Auge erwischte. Hmpf. Schon am Telefon war mir klar, dass auch wenn vllt gar nix wäre, ich das gerne abgeklärt hätte. Ich war also um viertel vor fünf nach Hause, hatte um 5 Minuten später einen Termin für halb sechs beim Kinderarzt bekommen, aus dem Wartezimmer rief ich bei der Krankenkasse an (wir haben so einen Telmed-Vertrag, bekam den Hinweis auf den bittedanke auszufüllenden Unfallbericht) und um 10 vor sechs war klar: riesiges Glück gehabt, keine Brösel mehr im Auge, keine Kratzer auf der Hornhaut, keine Verletzungen ausser einem beginnenden Veilchen und Sehtest ist auch super (mit dem Tonauge besser als ich mit Brille und beiden Augen).
Nach 12 Jahre Elternschaft kann ich also sagen, dass mich sowas nicht total kalt lässt, aber ich verfalle auch nicht mehr in Panik. Es hat perfekt gepasst, dass der Hübsche heute für sein Michelin-Stern-Essen eh mit Kollegen mitfährt und das Auto bereitstand und die Organisiertheit unserer Kinderarztpraxis ist eh zum Niederknien.
Little L. hat sich übrigens direkt nach dem Klumpenstreit mit seinem besten Freund wieder vertragen, die Welt ist also wieder in Ordnung.
Phew.

Mittwoch, November 15, 2017

Signora Capulet vom Team Vendetta

Es ist nichts neues, aber ich bin nicht gut im Vergeben und Vergessen.
Ich bin die, die messerscharf die Logikfehler und fehlerhaften Argumentationsketten und schwachen Argumente des Gegenübers aufdeckt, drin rumbohrt, mit übertriebenen, aber passenden Vergleichen nahezu ins Lächerliche zieht, "wir sind doch alle keine Engel" niemals akzeptieren würde und sich mit einem Handshake zum "Alles wieder gut" unglaublich schwer tut.
Es ist vielleicht nicht ganz fair, wenn das Gegenüber Fussball-C-Junioren sind, aber erstens war ihr Trainer und Vereinspräsident auch dabei und es gab weder eine Entschuldigung noch einen Handshake.

Dienstag, November 14, 2017

Back to the glue factory

Vielen Dank für Ihre Kommentare zum gestrigen Post! Keine Sorge, ich bin stur genug, um nicht MEIN Konzept in Frage zu stellen, ich war nur überrascht, dass es einen anscheinend gar nicht so kleinen Teil vom Internet gibt, mit dem ich nichts anfangen kann und der mit mir genausowenig anfangen kann, wenn ich die „blank stares“ im Publikum mal für mich übersetze .



Aaaaaanyway, es geht hier ja trotzdem weiter. Zum Beispiel mit dem Italienprojekt. So weit, so gut, allerdings viel langsamer, als ich alter Optimist das gedacht hätte. Mein Reiseplan hat sich mittlerweile viermal verschoben, anstatt ursprünglich morgen bis vielleicht Sonntag bin ich mittlerweile bei Montag bis vielleicht Freitag gelandet. Morgen mache ich das mit den Kollegen aus Irland fix. Das wird dann insofern spannend, weil ich damit gerechnet habe, bei dem Pass-Termin im Konsulat, für den ich schon alle Unterlagen parat und in verschiedene Sichtmappen sortiert habe (Original Q., Original L., Originale für beide, Kopien für Q., Kopien für L., Antrag Q mit Foto, Antrag L. mit Foto und natürlich das beglaubigte Ding), dabei zu sein.
Jetzt wird das vermutlich nix und ja, auch wenn ich dafür da beglaubigte Ding habe, bin ich wenig ratlos, weil in den Unterlagen steht, dass die Pässe beider Eltern in Original und Kopie vorgelegt werden müssen. Kopie ist natürlich kein Thema, aber das Original wird mit mir zusammen in Italien weilen. Hm. Vermutlich würden die allermeisten Menschen sagen: „jaja, passt schon, ist ja logisch, dass das nicht geht, ausserdem haben sie ja letztes Mal den Pass schon geprüft, die Beglaubiger haben das auch gemacht, anders geht das ja nicht“. Ich hingegen habe mal an das Konsulat geschrieben und hm. Mal sehen, ob sie noch antworten (jajajaja, ich weiss, kein Drama, zur Not verschieben wir den Termin und auch wenn wir dann die neuen Pässe nicht mehr rechtzeitig bekommen, ist das nicht schlimm, weil man bis zu einem Jahr mit einem abgelaufenen rumhampeln kann, aber eben.).


Und weil ich grad schon dabei bin, mich mit fast klaren Fragen in die Nesseln zu setzen, habe ich noch ein Riesendurcheinander ausgelöst, als ich aus Gründen ein neues, vereinfachtes Vorgehen für Reisebuchungen vorgeschlagen habe, anstatt es einfach zu machen. Jetzt hat sich rausgestellt, dass alles neu ganz anders ist und es könnte sein, dass es noch komplizierter wird als bisher. Und zwar nicht nur für mich, sondern auch noch für fünf andere Kollegen. Ups. (Irgendwann schaffe ich von „Better safe than sorry“ auf „It’s easier to ask for forgiveness than for permission“ umzuschalten. Vielleicht.)

Montag, November 13, 2017

Bloggen: ja, aber...

Ich habe ja lang (anderthalb Tage :-)) hin und her überlegt, ob ich über die Swiss Blog Family jetzt was schreiben soll oder nicht. Ich war schon so weit, das ich gesagt hätte: "Ach komm, lass gut sein.", aber dann hat Susanne von Ich lebe! Jetzt! heute einen so schönen, ehrlichen Post darüber (und mehr) veröffentlicht, dass ich mir dachte: "Komm, ein bisschen was sagst Du auch noch dazu." (Gehen Sie den doch schnell mal lesen und kommen dann zurück, okay?)

...


...

Gelesen? Okay, dann geht's jetzt hier weiter.


Man kann natürlich jede Art von Kritik, die ich übe, mit der Frage abbügeln: "Warum gehst Du dann zu sowas eigentlich hin? Zweimal?" und ja, die ist durchaus berechtigt. Andererseits wurde ich diesmal ja eingeladen, an der Podiumsdiskussion "Bloggen: Hobby oder Beruf?" teilzunehmen. Das war übrigens auch das Gesamtmotto der Konferenz und ... ja, ich hätte mir ein wenig mehr zur Hobbyseite erwartet als ... sorry, gar nichts. Und nein, für mich sind nicht alle diejenigen, die vom Bloggen nicht leben können, per se Hobbyblogger, dazu reiten mir gerade die typischen Eltern/Mamablogger zu sehr darauf rum, dass das ja mal alles Arbeit und sein Geld wert wäre.
Nun ja. Ich habe ein paar andere Vorträge gehört als Suse, weil ich zB unbedingt wissen wollte, was denn das berühmte SEO und Storytelling nun eigentlich sind und was das bedeuten soll. Ich meine: Lästern oder aus Prinzip Verweigern ist schön und gut, aber man sollte wenigstens wissen, worüber man lästert oder was man verweigert, nicht dass man es am Ende doch macht :-).

Beim SEO weiss ich leider nach wie vor nicht, was es ist und was es einem bringen soll ausser einem Google Page 1-Eintrag zu beliebig abstrusen Themen wie "Topfentorte" oder "Lila Weihnachtskeks". Irgendwie muss man sich dazu allerdings Reichweite kaufen, weil umsonst gibt es nix und irgendwie, da ist mir aber der Zusammenhang ein wenig abhanden gekommen, hilft es auch noch, wenn man juicy Themen anbringt, weil "Sex sells". Oder Herztransplantationen. Ja. Ich glaube, ich mache kein SEO.

Beim Storytelling ist es ein bisschen anders, Lovey Wymann war so unglaublich begeistert und engagiert bei der Sache, das war wirklich herzerwärmend und ansteckend. Fast. Wenn nicht bei mir hängengeblieben ist, dass Storytelling einerseits nichts anderes ist, als wir früher in der Schule Erlebniserzählungen zu schreiben gelernt haben (Ich habe nicht nur den einzigen Chemiker geheiratet, der nicht gerne kocht, ich bin vielleicht auch die einzige Bloggerin, die es nicht schon zu Schulzeiten und noch davor geliebt hat, Geschichten zu schreiben. Ich fand es im Fall superdoof.) und sich mein Hirn nicht andererseits an dem Satz aufhängen würde: "Eine Geschichte muss nicht wahr sein, nur bei der Message darf man keine Kompromisse machen". Und das finde ich für alles ausser Fiktion (und Kolumnen in Elternzeitschriften und Gratissupermarktheftchen) einfach schäbig. Ich lese Blogs, weil mich die Menschen dahinter interessieren, nicht die Parabeln, die sie total verfremdet aus irgendwas stricken, was sie glauben, dass bestimmt irgendjemand mal passiert sein könnte, um damit zu illustrieren, dass Mütter es halt schon auch nicht immer leicht haben. Mit einem Augenzwinkern.

Tja, und dann die Podiumsdiskussion. Es hätte eigentlich alles sehr schnell vorbei sein können, weil ich ja eigentlich dachte, wir wären uns alle einig: "Jede(r), wie er/sie mag". Okay, das ist jetzt vermutlich nicht direkt eine spannende Diskussion, und deswegen verstehe ich auch, dass ein bisschen gebohrt und provoziert wurde. Währenddessen (und, wenn ich ehrlich bin, immer noch) fand ich es dann aber echt unangenehm (unhöflich, unfreundlich), dass ich das Gefühl hatte, man würde mir nicht zugestehen, dass ich professionelle Blogs (und damit meine ich ehrlich gesagt all die, die ihr Blog als Mittel zu Zweck, sei es als Portfolio, mit Werbekunden, mit dem Ziel, Texte als Kolumnen zu verkaufen, als Magazin, mit bezahlten Kooperationen und auch als Markenbotschafter) einfach nicht mag. Und nicht lese, weil sie mir nicht gefallen, weil ich sie einfach langweilig finde. Weil sie nichts in mir zum Klingen bringen. Nichts auslösen. Ausser den Gähn- und Aufgenrollreflex. Manchmal. Wenn ich so etwas lesen wollen würde, dann würde ich auch Elternzeitschriften (oder Supermarktzeitungskolumnen oder die Apothekenrundschau) lessen. Das mache ich aber auch nicht und ich finde nicht, dass ich mich dafür rechtfertigen muss.
Wenn ich jetzt unglaublich stolz wäre auf mein Blog, das ich högscht professionell seit einem Jahr gemäss allem, was ich in SEO- und "Wie blogge ich erfolgreich"-Workshops gelernt habe, aufgezogen habe, und das eins meiner beruflichen Standbeine wäre, jo, dann fände ich es vermutlich auch doof, wenn mir eine, die das seit vielen Jahren einfach nur aus Spass macht, ohne irgendwelche Regeln zu befolgen, und die nicht mal die Extraklicks, die sie durch eine Verlosung generiert, zu schätzen weiss, sagt, dass sie "solche Blogs nicht mag".
Ich auf der anderen Seite bin mir nicht sicher, ob ich es unverschämt finde oder ... naiv, dass ich mit vorwurfsvollem Ton gefragt wurde, warum um alles in der Welt ich denn ein öffentliches Blog hätte, wenn mich Leserzahlen und Reichweite (und das, was man da rausholen könnte) so gar nicht interessieren.

Liebe Mitdiskutantinnen, und viel mehr meine lieben Leserinnen und Leser,
ich schreibe zwar vor allem darüber, was mich beschäftigt und bewegt, aber mein Blog lebt wie alle Blogs vom Austausch. Es gibt so viele Menschen, die ich nie kennengelernt hätte, Gedanken, die ich mir nie gemacht hätte, Sorgen, die ich mir nie gemacht hätte, Freudensprünge, die ich nie gemacht hätte, Augen, die ich bedeutend weniger gerollt hätte, Tränen, die ich nie geweint hätte, Tage und Abende, die so viel langweiliger ohne die Einblicke in Ihre Gedankenwelten gewesen wären, das ist etwas, das man nicht mit Geld aufwiegen kann.
Und wenn ich mir die Blogstatistik der letzten Jahre so anschaue (Blogger hat den Counter erst 2010 eingeführt oder ich habe ihn erst dann gefunden), fanden Sie das alle auch nicht langweilig genug, um nicht immer wieder hierherzukommen. Mehr als 19 846 849 mal.
Ja, Bloggerstatistiken. Kein Google Analytics tralalala, weil: mir wurscht :-).


Anyway, es war eine lehrreiche Erfahrung, ich bin mir jetzt noch sicherer, dass ich mein Blog nicht ansatzweise professionalisieren möchte, auch wenn das heisst, dass mein Krustenbratenrezept niemals auf Seite 1 bei Google landen wird und mein Einbindetutorial für Schulbücher mit nichtklebender Folie mit oder ohne geschminkte Hände nur von wirklich verzweifelten Bloglesern gefunden werden wird. Und dass der Post über die nackte Frau auf der Strasse immer noch gern gefunden wird (und vermutlich die Suchenden sehr enttäuscht.)


Und für unser aller Seelenfrieden werde ich auch auf keine Bloggerkonferenz mehr gehen, wie professionell sie auch organisiert sein mag (und in dem Zusammenhang finde sogar ich Professionalität grossartig und man kann es nicht besser machen als Severine, Katharina und Martin!)

Sonntag, November 12, 2017

"Nur was ich schätze, kann ich schützen"

(Ich habe beschlossen, den Blogpost "Warum ich nie wieder auf eine Bloggerkonferenz gehen werde" jetzt erstmal im Entwürfeordner liegen zu lassen und mich wichtigeren Dingen als SEO (still no clue, what this is supposed to be) und Storytelling (danke, nein danke, ich erzähle, was zu erzählen habe, nicht irgendwas zusammenfabuliertes, nur damit es ... was eigentlich? Mehr Leser anlockt?) zuzuwenden, nämlich dem MFM-Projekt, an dem Little Q. dieses Wochenende teilgenommen hat.


Darauf gebracht hat mich die Mutter seines besten Freundes, die nach einem Prä-Pubertätsworkshop für ihre Tochter gesucht hat und dabei auf das Projekt gestossen ist. .


Ich war am Anfang etwas skeptisch, mein Kind für so ein sensibles Thema in fremde Hände zu geben und habe deswegen dem Projekt genau hinterherrecherchiert, um einerseits sicherzustellen, dass das Kind nicht von ... Fundamentalchristen oder so indoktriniert wird ("Wer sein Pfyffli anlangt, dem fällt es ab"-artig) oder aber in einer wilden Hippiekommune landet. Was ich fand, beruhigte mich dann doch


Das Projekt ist ursprünglich in Deutschland als "Zyklusshow" entstanden, um Mädchen vor der Pubertät altersangemessen, spielerisch und unverkrampft darauf vorzubereiten, was in der Pubertät mit ihrem Körper passiert. Das Ganze wurde dann auch für Jungs entwickelt und kam vor einigen Jahren in die Schweiz.


Die Mädchen hatten also ihren Termin schon im Sommer (es gibt jeweils einen Elternabend vorab und dann einen ganztägigen Workshop) und waren sehr angetan, haben aber zur Enttäuschung von Q. und seinen Kollegen nichts rausgelassen.


Und so waren die beiden anderen Mütter und ich also letzten Donnerstag auf dem Elternabend für die Jungseltern und erfuhren im Schnelldurchlauf, was die Jungs am Samstag über besprechen würden.
Es ging um die biologischen Aspekte von "Wie entsteht ein Baby?", "Wie verändert sich mein Körper in der Pubertät?", "Was MUSS ich dann machen?", "Was darf ich dann machen?", "Was passiert bei den Mädchen?" und alles, was damit zu tun hat.


Das Ganze wird spielerisch in eine "Wir sind Agenten und müssen das Überleben der Menschheit sichern"-Handlung eingebettet und richtet sich ausdrücklich an Jungs VOR der Pubertät, so etwa im Alter von 10-12. (Q. und seine Kollegen sind alle drei 12, waren unter den Älteren, aber es hat ihnen sehr viel Spass gemacht. In ein, zwei Jahren fänden sie es vermutlich kindisch).


Auch wenn Q. prinzipiell über die technischen Aspekte der Fortpflanzung längstens Bescheid weiss, war das doch sehr, sehr hilfreich. In geschütztem Rahmen alle Fragen stellen zu können, die einem auf der Seele brennen, zu sehen, dass die anderen das auch nicht wissen oder ähnlich abenteuerliche Vorstellungen haben, niemand wird ausgelacht, das ist ein wunderbarer Ansatz.


Der Kursleiter schilderte schon beim Elternabend, was so die brennenden Fragen sind, und zum Teil lassen sie einen schmunzeln, zum Teil auch ... betroffen werden. Es geht um "Muss ich mich sofort rasieren, wenn das erste Barthaar wächst?" "Wo muss ich mich überall rasieren? Wachsen die Schamhaare nicht so lang, dass sie aus kurzen Hosen rausschauen oder dass man drüberstolpert, wenn man sich nicht rasiert?" "Bei mir sieht das anders aus, BIN ICH NORMAL?!" (Ein bisschen lustig sind auch die Standardantworten auf so Schätzfragen wie "Wie viel Blut verliert eine Frau während einer Menstruation?", die Jungs vermuten im Schnitt zwischen 5 und 7 Litern.) All diese Fragen werden ernstgenommen und beantwortet und die Grundaussage ist: "Ihr seid alle einzigartig, ihr seid alle normal und ganz grossartig, so wie ihr seid."



Für Q. und seine Freunde war das ein grossartiger Tag und ich bin froh, dass sie die Möglichkeit hatten, das in diesem halbanonymen (sie kannten sich drei, den Rest der Kinder nicht) Setting zu erleben. Auch wenn der Kursleiter meinte, es mache nahezu keinen Unterschied, ob so ein Kurs im Klassenverband oder in neutralem Mix abgehalten würde, denke ich mir, dass dieses Setting so viel besser für die drei war.



Ich kann Ihnen, falls Sie Kinder in dem Alter haben, diese Kurse nur wärmstens empfehlen! Es gibt as Projekt in sehr viele Ländern, vielleicht finden Sie ja einen Termin bei Ihnen in der Nähe.

Samstag, November 11, 2017

Morgen dann wieder

Ich war heute den ganzen Tag auf der Swiss Blog Family und .... man könnte sagen: ich bin übersättigt, ich habe genug vom Internet (für heute), ich muss reales Familienleben nachholen oder so.
Ich schreibe vermutlich noch ein bisschen reflektierter darüber, weil heute direkt würde mein Fazit lauten: Super organisiert, aber #alleirre oder #allebekloppt oder: "Leider muss ich mein Blog genau hier beenden, weil das ist ja total dilettantischer Quatsch, sorry for bothering you all these years, bitte kommen Sie zurück, wenn  ich SEO verstanden habe und Storytelling und Community Building und  Google Analytics und eine langfristige Partnerschaft gefunden habe, für die ich als Markenbotschafter total authentisch influencen kann, weil meine Zeit ist ja schliesslich Geld wert, das darf man nicht unterschätzen, geschweige denn unter Wert verkaufen" (nur Spass, aber ALTER VERWALTER!)


So werde ich jetzt duschen, das Flamingo-Kleid




(es war übrigens das gefährliche Kleid und wenn nicht die nette Kollegin von .... twinswins oder so ähnlich im Waschraum gewesen wäre, hätte es einen ähnlich peinlichen Moment gegeben) gegen Pyjama und Kapuzenjacke tauschen und morgen gehts dann hier as unprofessionell as ever weiter.

Freitag, November 10, 2017

Soldiering through

Vermutlich sollte die nahezu inflationäre Verwendung dieses Begriffes bei mir alle Achtsamkeitsglocken zusammen mit den Entschleunigungsklangschalen klingeln lassen, aber das ware nur noch extra Stress zu all den Terminen und Alarmen und Zeug, das ich eh schon habe zur Zeit, und ich hab eh keine Zeit, jetzt auch noch achtsam zu sein und Mandalas auszumalen.*


Aber: es ist mal wieder so weit und eigentlich habe ich dafür nur den Dezember eingeplant, wo esja logischerweise IMMER stressig ist und dann ist Weihnachten und man hat frei und kann entspannen und verdauen.
Diesmal geht das alles viel früher los und hat noch nix mit Besinnlichkeit zu tun, sondern einfach mit "Es kommt einfach alles zamm."
So kam ich gestern nach dem Zukunftstag mit Q. heim, machte Abendessen, übergab die Kinder wieder an die Nanny, die sich gsd bereit erklärt hatte, einen Abendbabysitterdienst zu übernehmen, fuhr mit zwei Q.-Freundemütterundeigentlichsindsieauchmeinefreundinnnen in die Stadt für den Elternabend zum MFM-Kurs, an dem Q. und die zwei Freunde am Samstag teilnehmen werden. Der war übrigens sehr interessant (wir hatten eigentlich gewettet, dass NUR Mütter da sein würden, aber es war nahezu ausgeglichen und wenn unsere drei Männer nicht unverschiebbare andere Termine gehabt hätten, wären es noch drei mehr gewesen) und ich bin sehr gespannt, wie Q. den Kurs findet. Geleitet wird er übrigens vom Mann dieser Schweizer Bloggerin, die ich schon seit ungefähr 1000 Jahren lese und  an die ich zB denken musste, als ich als Vorbereitung für die Swissblogfamily morgen die Vorstellungen einiger meiner Mitspeaker und -diskutanten durchlas und ein ums andere Mal las: "Ich blogge seit xxxx, weil damals gab es Blogs oder Elternblogs oder überhaupt irgendjemand, der Sachen ins Internet schreibt,  in der Schweiz, in Deutschland oder vielleicht auch auf der ganzen Welt noch nicht." Tja. Doch.**
Um viertel vor 10 war ich wieder zu Hause, der Hübsche wurde zeitgleich von meinem Kollegen, der auch ein Exkollege des Hübschen ist und seine Frau, die immer noch eine Kollegin des Hübschen ist und auf demselben Workshop war, vom Flughafen abholte, bis fast nach Hause gebracht und so waren wir beide schlagkaputt, aber immerhin gleichzeitig: zu Hause.


Heute habe ich ja wieder zwangsfrei, was heisst, dass ich die Statusupdates aus Italien zwar lese, aber nur kurz drauf antworte, und ansonsten nur auf superdringende Emails aus der Arbeit, aber so habe ich dafür einiges an Zeug erledigen können, das entweder anfällt, weil ICH IMMER NOCH NICHT GENAU WEISS, WANN UND WIE LANGE ICH JETZT IRGENDWANN IN ITALIEN SEIN WERDE, nämlich die "Zustimmungserklärung eines sorgeberechtigten Elternteils zur Ausstellung eines Reisepasses" auf der Gemeinde beglaubigt unterschrieben (übrigens bei dem Typ, mit dem ich im Rahmen der ganzen Kinderkrippenmisere nicht immer freundlich kommuniziert habe. Aber entweder erinnert er sich nicht an meinen Namen oder er ist nicht nachtragend oder wir beide sind supergute Schauspieler), damit der Hübsche, auch falls ich dann in Italien sein sollte, für und mit den Kindern neue Reisepässe beantragen kann. Ich habe den Wocheneinkauf erledigt, mich nicht mal drüber aufgeregt, dass mein Paket laut Sendungsverfolgung seit dreit Tagen im Paketshop, phsysisch aber nirgends ist,*** sondern einfach an Limango und Hermes meinen Standardtext geschrieben.


Ich hatte dann, weil die arme Cynthia nun doch nicht zur Swissblogfamily morgen kommen kann wegen Kreislauf, tatsächlich noch Zeit für eine Crosstrainerstunde (statt Gästebett aufbauen und beziehen), um ein wenig der Nervosität rauszuschwitzen, bevor die Jungs aus der Schule kamen. L. btw ohne seine Uhr, die er seit zwei Wochen besitzt und nun zum vierten Mal verloren hat. Da bin ich dann nicht so cool geblieben, und so ist er direkt nach dem Mittagessen nochmal los, um sie mit Hilfe von Q. zu suchen. Ich sehe mich btw. schon im Regen hinterherdappeln und sie mit oder ohne Uhr wieder heimzuholen, weil wir hier gleich zum Zahnarzttermin los müssen....also: eigentlich JETZT.


Heute abend dann ist noch Schweizer Erzählnacht und ich freue mich schon riesig auf Little Ls Darbietung, allerdings kann der Hübsche leider nicht dabei sein, der nämlich just um diese Zeit den einzigen Tierarzttermin für heute ergattert hat, weil irgendwas stimmt mit der Katze nicht. Sie maunzt, jammert, heult mehr oder weniger die ganze Nacht (haha, da haben wir ja den Grund für meine Laune), auf dem Katzenklo, beim Trinken und ja, sie ist sehr alt, aber ...ach.


Ich würde am liebsten die Pausetaste drücken und das stresst mich vermutlich am allermeisten: dass das bis zur Woche vor Weihnachten nicht möglich sein wird.


*Danke, aber nein danke, ich brauche keine Erklärung, dass Achtsamkeit GERADE in Stresssituationen besonders wichtig ist und überhaupt viel mehr als Mandalas. Wirklich nicht.


** Im "Soldiering Through"-Modus werde ich dünnhäutig,sarkastisch bis zynisch und ungnädig. Vielleicht nicht die beste Voraussetzung für eine Bloggerkonferenz, vielleicht aber genau richtig für eine Podiumsdiskussion, die nicht zu brav werden soll, habe ich mir sagen lassen. Vielleicht aber auch nicht. Wir werden sehen.


*** Der Lottomann hat sein Geschäft übergeben. Die Neuen sind sehr nett und freundlich und bisher sind auch erst 50% der Pakete (=1) verschollen gegangen.

Donnerstag, November 09, 2017

Zukunftstag 2017

Was der Nationale Zukunftstag ist und soll und was wir letztes Jahr gemacht haben, habe ich ja letztes Jahr schon erklärt.
Eigentlich wollte Little Q. dieses Jahr beim Hübschen mitgehen, aber, wie Q. selber schon beim Ausfüllen der Schulbefreiung zu seinem Lehrer meinte: "Und für den Fall, dass das irgendwie nicht klappt, was wohl keine Überraschung ware, gehe ich bei meiner Mama mit, da wo die arbeitet, geht das jedes Jahr.", ist das nichts geworden. Primär, weil der Hübsche auf einem dreitägigen Innovation Summit in Amsterdam weilt (und meinen Vorschlag, ich würde Q. morgens in den Flieger setzen, eher nur so mittel fand), sekundär schon auch, weil der Zukunftstag bei ihnen nicht den gleichen Stellenwert hat wie bei uns, was sich im Programm (Null vs. soviel, dass man eher eine Zukunftswoche bräuchte, um das ganz zu nutzen) niederschlägt. Der Hübsche hat das zwar mit den Verantwortlichen bei sich angesprochen und leider nicht viel mehr als ein unbefriedigendes "Tja" als Antwort bekommen.
Nun denn, die Auswahl fiel anhand der grossartigen Möglichkeiten echt schwer, aber nachdem ich es geschafft hatte (ich hatte mir morgens um 6 an dem Tag, an dem die Anmeldelisten aufgingen, einen reminder in den Kalender geschrieben), Q. zum grossen Rundumschlagprogramm anzumelden, blieb uns für den restlichen Tag gar nicht mehr viel Zeit.


Und so machten wir uns gegen halb acht auf den Weg (der arme Little L. hätte heute eigentlich länger schlafen können, aber weil der Hübsche nicht da ist und Q und ich eben eher los mussten und er --und ich -- sich unwohl fühlte, als letzter allein das Haus zu verlassen, brachten wir ihn noch bei seiner Freundin* vorbei, wo er noch für eine gute halbe Stunde dabei helfen durfte, dass die Morgenroutine mit drei Kindern nicht zuuuuu langweilig wird.).

 

An der neuen Porte lagen schon alle Ausweise für die angemeldeten Kinder bereit (mit Farbcodierung für die Gruppen), wir wanderten über das Areal zum Treffpunkt (mit gefühlt Millionen anderer Elternkindpaare).


Das zentrale Programm war nur für die Kinder gedacht, was für mich sehr praktisch war, musste ich doch für die Kollegin in der Goal Review Präsentation einspringen und ... sagen wir mal so: es wäre für Q. vielleicht nicht ganz so spannend gewesen wie für mich. Also shuttelte ich in die Stadt, wurde von einem vielleicht gar nicht so kleinen Problem überrascht (ha, da lohnt sich doch meine gestern aufgefrischte Data Integrity Schulung), präsentierte (Wir haben ein fettes Lob bekommen, jetzt muss nur noch der letzte Rest vom Projekt gut werden), schrieb einen "Forced Degradation Study Report", nahm am Group-Huddle teil (ich schreibe das so genau auf, falls Q. in seinem Bericht schreiben muss, was seine Mutter eigentlich arbeitet :-)), shuttelte zurück und nahm Q. in Empfang.


Der war so unglaublich aufgeregt und begeistert, dass ich erst im Lauf der Zeit verstanden habe, was sie alles besichtigt haben:
In der Kantine haben sie in der Versuchsküche Gewürze gemischt:





Mit der Werksfeuerwehr haben sie Löschen geübt: Löschdecke, CO2-Löscher und mit dem grossen Schlauch (bei ca 5 Grad fand Q. das gar nicht so super, wie im Sommer zB).

In der IT-Abteilung gab es eine Einführung über: was machen die eigentlich? Wo sind die Daten? Was sind Server? Wie werden die geschützt?
Dann durften sie das automatisierte Rezept- und Kontrollsystem testen anhand einer Wundertütenproduktionsstrasse.

Am allerbesten (das WUSSTE ich!) fand Q. danach aber die Lagerbesichtigung (sehr beeindruckt war er vom Kühllager, dem Hochregallager, von den automatischen Robotern, die unterirdischen Tunnel zur Produktion und in die Verpackung, okay, es ist halt unser globaler Logistik-Hub, das ist schon beeindruckend) und den Verpackungsbetrieb. Der ist aber auch eine wahre Freude zum Zuschauen. Die Führung wurde offensichtlich von einem Schweizer geleitet, Q. spricht "bulk" (das ist der Ausdruck für noch nicht final verpacktes Drug Product, zB Kapseln oder Tabletten, die noch nicht geblistert sind, sondern in Fässchen) nicht "balk", sondern "bölk" aus :-). Neben mit grossen Augen gucken durften die Kinder in Schutzkleidung Smarties in Fläschen verpacken.

In der Kantine gab es dann das obligatorische Schnitzel, aber viel Zeit hatten wir nicht: wir hatten nämlich einen Platz im Schülerlabor ergattert (BTW: das Schülerlabor steht zB Schulklassen kostenfrei zur Verfügung und ich kann es nur wärmstens empfehlen.

In einem perfekt vorbereiteten Setup (incl Einführung, was Forschung eigentlich bedeutet, nämlich Hypothese, Experiment, Schlussfolgerung, etc.) waren fünf Experimente vorbereitet, die Eltern mit ihren Kindern durchführen konnten, von Rotkohlindikator über Tintenkiller, Kältemischung, Chromatographie zum Feuerlöscher zum Selberbauen.








Q. war unglaublich begeistert bei der Sache, unglaublich ... kommunikativ (das hat er von seinem Vater, ich habe irgendwann in der 5./6. Klasse aufgehört, mich zu melden etc., weil ich ja wusste, dass ich es wusste, die Lehrer wussten es auch, die anderen auch, und als es irgendwann nur noch hiess: "Und, irgendjemand? Nicht Fräulein Brüllen?" wollte ich nicht mehr. Der Hübsche hat sich das nicht austreiben lassen --nicht umsonst hiess er während des Studiums "Das Füchsle"-- und Q. kommt ganz nach ihm) und hatte jede Menge zu sagen und Ideen zu teilen, Wir haben alls hinbekommen bis auf den Feuerlöscher, ich glaube, wir haben das Licht einfach ausgeblasen.
Q hat danach einen ganze Stapel Flyer mitgenommen und gemeint: "Ich nerve jetzt alle meine Lehrer, bis wir hier endlich mit der Schule mal hinkommen"

Danach haben wir uns noch einen Kaffee (ich) und Schokokuss gegönnt und sind dann nach Hause gelaufen. Das Konzept "Kinder für Naturwissenschaften im allgemeinen und für Pharma im speziellen und für "Komm zu uns, wir sind der best place to work" im ganz speziellen zu begeistern" ist voll und ganz aufgegangen, Q. würde heute noch bei uns anfangen.

Danke an dieser Stelle an die Organisatoren und die Unterstützung von Firmenseite, das war der Hammer heute!




* Danke furs Asyl!

Mittwoch, November 08, 2017

Keep breathing

Wenn ich jetzt schreibe: “Die Katze vermisst den Hübschen am meisten von uns allen“ klingt das ein bisschen komisch.

Vielleicht hat die Katze dieses Drama heute nacht (ich war wach von Mitternacht bis viertel vor eins, von vier bis viertel vor fünf und dann ab halb sechs, wegen Katzengejammer, Wasserschälchen in der Dusche nachfüllen bis an den Rand, Katze dann doch zu ihrer Schlafaussenstelle im oberen Badezimmer bringen, dann wieder runterholen, dann nochmal Duschwasser nachfüllen, ZWEIMAL, dann Katze wieder hochbringen, dann Katze wieder rauslassen und Füttern) auch nicht veranstaltet, weil sie ihren nächtlichen Kuschelbuddy vermisst, sondern weil sie alt ist und ihre Verdauungsprobleme mit zwei quersitzenden Kötteln, die ich irgendwann dann im oberen Bad einsammeln durfte, incl Bodenwischen, einfach mit irgendjemandem teilen wollte.

Nun ja, aber in „zur Arbeit gehen und voll wach sein wirken nach gestückeltem Nachtschlaf“, da habe ich ja jahrelange Erfahrung!

Dort bin ich dann als erstes zum Grippeimpfen gegangen, erstmals seitdem der Medizinische Dienst in ein funkelnagelneues Gebäude umgezogen ist (unten drin ist übrigens die auch niegelnagelneue Werksfeuerwehrwache, das ist schon cool, wie sowas in neu und schick aussieht. Impfen ging schnell, was am längsten gedauert hat, war die Bluse so weit aufzuknöpfen, dass ich den Oberarm nackig machen konnte und dann wieder zu. Ich mag ja Helvetismen per se sehr gern und so kann ich nur bestätigen, dass ich schon zwei Stunden später einen „schweren Arm“ hatte. Passt aber, weil ich habe mich schon fast damit abgefunden, dass ich diese Woche halt nur zweimal zum Sporteln komme und für heute Badewanne eingeplant. Auf dem Rückweg habe ich dann (schon ein bisschen wehmütig) die Reste des alten Gebäudes, in dem ich auch für ein Jahr oder so ein Büro hatte, angeschaut, das gerade abgerissen wird, um für die niegelnagelneuen grossen Forschungsgebäude Platz zu machen. Die grosse Werkstatthalle, in die man durch die Gangfenster auf verschiedenen Stockwerken runtergucken konnte und die für die Jungs, wenn sie denn mal zu Besuch waren, wie ein lebendiges Wimmelbuch war, ist nur noch ein schlammiges Loch (vermutlich von oben auch wie ein Wimmelbuch, zum Thema Baustelle halt, aber ich konnte nicht über den Bauzaun schauen und von meinem Büro aus ist das so weit unten, da erkennt man nichts mehr).


Sonst: es macht mich gelinde gesagt ein wenig nervös, dass ich morgen für eine Goal Review Präsentation einer Kollegin einspringen soll und das Slidedeck noch nicht fertig ist (und ich das auch nicht fertig machen kann) und eine andere Kollegin nach einem Meeting, in dem wir eine 90seitige Präsentation fertig gestellt hatten (mein Input bezieht sich nur auf einen Teil davon) auf dem Flur meinte: „Und, für den Fall, dass ich krank werde zu dem Termin, du wärst bereit einzuspringen, oder?“

Zur Beruhigung habe ich detaillierte Reisepläne für meine irischen Kollegen und mich für nächste Woche gemacht (wir treffen uns in Rom und reisen dann gemeinsam weiter) und für nächstes Jahr Flugverbindungen nach Hyderabad recherchiert. Komme ich also auch nochmal nach Dubai.

Dienstag, November 07, 2017

Der irre November

nimmt seinen Lauf.


Der Hübsche ist in Amsterdam und schickt Bilder von seinem Workshop ("Das war echt spannend, und ich benutze den Ausdruck on purpose" und ich verstehe gar nix, weil "das finde ich total spannend" ja bei uns ein Synonym für "Boah, öde" ist. Kennen Sie das, ich nenne es gerne, Sozialpädagogenu-und Psychologen-spannend? Das die Standardantwort auf die grössten Banalitäten ist? "Ich fahre heute mit dem Bus." "Ach, das finde ich echt spannend" "Heute mittag gabs Kartoffeltaler." "Oh, spannend." "Ich mag türkis und lila, aber gelb finde ich scheusslich." "Ui, DAS ist jetzt aber echt spannend". Also, langer Rede, kurzer Sinn, ich habe keine Ahnung, ob der Hüsche vor Aufregung hyperventiliert oder vor Langeweile vom Stuhl kippt. Mann, ware das SPANNEND, das rauszufinden.)


Hier ist es nicht ganz so spannend, die Italiensache hat sich schon um einen weiteren Tag verzögert, ich bin sehr froh, dass ich noch keinen Flug gebucht habe. Wenn es so weiter geht, bin ich doch nicht übers Wochenende weg (just kidding, aktuell sieht es so aus, als ob ich wunderbar Freitag bis Montag oder MIttwoch bleiben würde.)


Ich muss morgen früh dran denken, etwas zum Knöpfen anzuziehen, sonst muss ich mich wieder ganz ausziehen, wenn ich grippegeimpft werde.


Ich muss noch rausfinden, ob ich bei uns auf der Gemeinde eine Unterschrift beglaubigen lassen kann, weil, der Teufel ist ja ein Eichhörnchen, der nur sehr eingeschränkt auswählbare Termin beim Konsulat, wo wir neue Kinderpässe beantragen müssen, nun langsam vielleicht doch mit dem Italiending kollidiert und dann braucht der Hübsche statt meiner wenigstens eine beglaubigte Einverständniserklärung, dass die Kids neue Pässe bekommen.


Bei der angedachten Planung für nächstes Jahr wollte ich mal mit Google Streetview durch Ratlam oder Hyderabad wander: ha, da gibts gar nix. Nur Satellitenbilder.


Sonst: nix los hier. Spannend, wa?

Montag, November 06, 2017

Monday Funday

Zuallererst eine kleine Anmerkung zum #wmdedgt von gestern: falls Sie sich wundern sollten, warum Ihr verlinkter Post nicht mehr verlinkt ist, kann ich mir zwei Möglichkeiten vorstellen: entweder hat inlinkz Schluckauf oder ich habe ihn gelöscht. Das habe ich nämlich entsprechend meiner Ankündigung mit den Blogposts getan, die nicht ein Tagebuchblogpost (in welchem Format auch immer) über den 5. sind, sondern zB über das ganze Wochenende. Das mag Ihnen vielleicht kleinlich* vorkommen, aber ich habe in den letzten Monaten gemerkt, dass sich viele der hier regelmässig verlinkenden Blogger sich einfach so sehr dafür einsetzen, dass das ursprüngliche Konzept von #wmdedgt nicht verwässert oder verkommerzialisiert wird, und das berührt mich sehr. Deswegen habe ich erstens letztes (oder vorletztes?) Mal die Shuffleliste eingeführt und diesmal eben rigoros auch mal Links gelöscht. Ich hoffe, Sie verstehen das, es geht nicht gegen Sie oder Ihre Beiträge (ich hab sie alle gelesen!).** Wenn nicht, dann tut es mir leid und ich bin wieder einmal sehr froh, dass dieses Blog ein reines Hobby ist :-).


Sonst so: Ich habe mir mehr oder weniger das ganze Wochenende (eigentlich schon seit Donnerstag) Sorgen gemacht, wie ich das hinkriegen soll bis Weihnachten, meine Arbeit zu schaffen UND jeden Freitag frei zu nehmen, vor allem weil ich ja am Freitag genau mitbekommen habe, was sich alles in meiner Abwesenheit angestapelt hat.
Dann habe ich heute knallhart priorisiert und ein zweistündiges Training (not mandatory) und ein zweistündiges Lessons learned / Experience exchange für die Migration von Dokumenten von einem Lagerort an einen anderen (meine lesson learned: ja, hab ich halt gemacht.) einfach mal kurzfristig abgesagt und zack, nur noch zwei Punkte von der To-Do-Liste übrig.


Kurz vor Feierabend hatte ich dann noch ein Meeting, in dem unter anderem die Richtung definiert wurde, die mich 2018 beschäftigen wird und wie erwartet, geht es weniger nach Italien, mehr nach Indien. Allerdings nicht so lang und so oft, wie auch schon im Raum stand.
Den Lead in diesem Meeting hatte eine Frau aus eine Bereich, mit dem ich bisher nicht so viel direkt zu tun hatte, und ...holla die Waldfee, das war eine grossartige Erfahrung, ich habe ein neues weibliches Role Model für meine ständig wachsende Sammlung!


Daheim dann: Skilageranmeldung für Little Q., Kinder für den Termin im Konsulat für die neuen Pässe vom Nachmittagsunterricht bald dann mal abmelden, Sporteln, riesiges Lego-Paket für Weihnachten wegräumen, Staubsauger weiterlaufen lassen, Star Trek Discovery.


*Wenn wir schon bei kleinlich sind: Klickzahlen gehören zu den Dingen, die mich am Bloggen ungefähr am wenigsten von allem interessieren. Höflich allerdings fände ich, dass, wenn man sich in die Linkliste einträgt, im verlinkten Beitrag wenigstens einmal auf das Blog hier oder die Aktion verwiesen wird.


**Und ja, ich verstehe das schon ein bisschen: wenn der 5. am Wochenende ist, ware es schon schick, mit einem Blogeintrag #wmdedgt und #wib zu "erschlagen", aber tja, ein Wochenende hat zwei Tage, der 5. ist nur einer....

Sonntag, November 05, 2017

WMDEDGT 11/17

Es ist wieder einmal soweit: Tagebuchbloggen im November!
 
Mittlerweile wissen ja alle, wie es läuft, oder? Wir schreiben heute alle auf, was wir den ganzen Tag so machen und abends verlinken wir uns hier und zack: man kann bei den anderen schauen, was da so los war. (Und: WMDEDGT? heisst: "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?" und hat vor über vier Jahren seinen Anfang genommen in einer Tagbuchblog-Woche und seit April 2013 gibt es das jeden Monat am 5.)
 


Allgemeines:
  • Die Linkliste schaltet sich um 18:00h frei.
  • Und, finden Sie es kleinlich oder nicht, das Ganze hat seinen Anfang im Tagebuchbloggen gemacht und ich möchte, dass es auch so bleibt. Ich behalte mir deshalb vor, Links auf Posts, die halt heute geschrieben wurden, aber keine Tagebuchblogsposts sind, von der Liste zu löschen.
  • Ich fand ausserdem die geshuffelte Linkliste letztes Mal sehr nett (es hat sich auch keiner beschwert, auf jeden Fall nicht bei mir oder so, dass ich es mitbekommen hätte), also bleibt das jetzt so.
Ich bin um halb acht aufgewacht (logisch, ich hatte ja den Wecker um 8 gestellt, um noch mit den Hübschen frühstücken zu können, der zu einem Sportseminar wegmusste), so dass es noch für Kaffee und Internet im Bett reichte. Mit Little L., der sehr kuschlig war, das war schön, gestern abend wurde es nämlich beim Pfadiznacht sehr spat und wir sind alle wegen Übermudung etc. noch ordentlich aneinandergeraten, bevor um halb 11 endlich alle Kinder im Bett waren.


Als wir dann bei frischem Hefezopf und Spiegeleiern gemütlich am Frühstückstisch sassen, kam irgendwann auch total verstrubbelt und verschlafen Little Q. dazu (das Kind kann immerhin schon mal ausschlafen. Das hätte ich mir auch nie träumen lassen....).


Danach machte sich der Hübsche auf den Weg, die Kinder räumten das Zimmer staubsaugerfertig auf (am Sonntag wird der Saugroboter durchs ganze Haus geschickt, damit der gröbste Dreck für den Putzfrauentermin schon mal weg ist, ausserdem ist dann automatisch alles aufgeräumt). Ich übernahm heute einen Job des Hübschen, nämlich das wöchentliche Orchideengiessen in der Dusche. Das Ausziehsofa, dessen Bezug ich in Aussicht auf Übernachtungsbesuch gewaschen hatte, war viel einfacher wieder anzuziehen, als ich gedacht hatte.
Als nächstes löste ich die von den Bonuspunkten unseres firmeninternen Rewardsystems erstandenen Mediamarktgutscheine (es ist noch viel komplizierter, als es klingt) für das Weihnachtsgeschenk von uns für uns alle ein, nämlich eine PS4 pro, nachdem unsere betagte PS3, die neben ihrem Job als Spielekonsole als DVD- und Blueray-Player und als Streaming-Ding fungiert und immer öfter Schluckauf hat.
Als der Sauger endlich seine Runden im Kinderzimmer drehte und die jungen Herren von den Pyjamas in echte Kleider gewechselt hatten, durften sie die Sendung mit der Maus streamen, während ich vor lauter "draussen ist es so scheusslich" schlimmen Kuchenjieper bekam. In "Jeannys Lieblingskuchen" (Affiliatelink) lachte mich der Praline-Kuchen sehr an, allerdings reichten unsere Butter- und Walnussvorräte nicht mehr. Aber weil ich Silberzwiebeln und eingelegte Maiskölbchen für unser geplantes Anraclettieren am Abend eh vergessen hatte zu kaufen, musste ich eh noch mal zur Tankstelle. Durch den strömenden Regen....
Auf dem Rückweg traf ich dann schon meine Schwester mit Hund, die sich für heute angekündigt hatte. Im Gepäck hatte sie meinen Essie-Adventskalender (<3) und zwei Taschen voller Bücher, von denen sie glaubt, dass sie sie von mir irgendwann mal ausgeliehen hat. Bei den meisten ist das so, bei manchen sind wir uns uneins und ich kann mich beim besten Wissen nicht daran erinnern, sie jemals gelesen geschweige denn gekauft zu haben (zum Teil noch mit nur DM-Preisen :-))
Schwatzenderweise backen wir Kuchen, trinken Kaffee, Little L. fabriziert stundenlang Wachstaler,




 wir spielen mit den Kindern eine Runde Lego-Harry-Potter (ich muss Slytherin sein, werde aber immerhin zweiter!),


Mario,


 trinken literweise Tee, schwatzen, ich setze den Staubsauger immer mal wieder ein Zimmer weiter.
Irgendwann kommt der Hübsche nach Hause, wir essen Kuchen (sehr, sehr lecker!),


 wir schnippeln Zeug furs Raclette und Salat (und Little L.s Minipizzen), Schultaschen warden gepackt und zack, ist es Abend, der Raclettegrill heiss, der Weisswein kalt und alle hungrig vor lauter Nichtstun (oder vom Sport, so wie der Hübsche).






So, das muss jetzt irgenddwie alles gegessen werden, danach Schwester in die nächste Schulwoche verabschieden, Duschrunde, Klamotten für morgen rauslegen, eine Runde Blacklist für den Hübschen und mich (es hat sich .... ein bisschen totgelaufen, aber es hilft ja nix, Berlin Station und Discovery kommen nur einmal die Woche), und dann ab ins Bett und auf ein Stück von dem Kuchen zum Frühstück freuen! Das war ein sehr, sehr gemütlicher Sonntag!








Samstag, November 04, 2017

Bloss nix ändern!

In meinem ersten Job nach der Uni in der Prozessentwicklung eines Spezialchemikalienunternehmens meinte mein Chef damals immer, wenn wir Prozessentwicklungschemiker mal wieder seufzend an die Mögichkeiten (und Gehälter) in einem Pharmaunternehmen dachten: "Aber Eure Fähigkeiten wären dort total verschwendet, Prozessentwickler brauchen die da nicht, das können die nicht und wissen das auch nicht zu schätzen."
Ganz so ist es natürlich nicht, aber er hat schon ein bisschen recht: einen grosstechnischen Produktionsprozess so zu entwickeln oder auch später noch so zu optimieren, dass 1 kg Produkt in der Herstellung nicht 14.60CHF kostet, sondern 13,80CHF, das ist nicht leicht, das  braucht Erfahrung und Kreativität und kann für das Unternehmen einen sehr grossen finanziellen Unterschied machen, wenn der Verkaufspreis zB bei 17.20CHF/kg liegt und man 60000 Tonnen im Jahr produziert.


In der Pharmaindustrie ist das ... anders. Nicht nur, weil die Herstellungskosten (da reden wir eher mal Faktor 100) und die Mengen (mal Faktor 0.01 - 0,000001) und die Margen (aus Gründen. Sehr guten und vielleicht nicht ganz so guten) ganz andere sind, nein, auch weil jede Art von Änderung einen so unglaublich grossen Rattenschwanz hinter sich herzieht, der unglaublich viel Zeit, Geld und Ressourcen kostet, das kann man sich als Aussenstehender gar nicht vorstellen.


Ich lese und höre immer wieder: "Boah, diese Tabletten, die sind so gross, die kann man kaum schlucken" oder "Dieser Sirup schmeckt so scheusslich, warum gibt es den nur mit Erdbeeraroma und nicht auch mit Kaugummi- oder Orangengeschmack?". Das hat nun nichts mit Sadismus oder mangelnden Geschmacksnerven des Pharmakartells zu tun, es ist ....kompliziert.


Bevor ein Medikament erstmals auf den Markt kommt*, muss es bei den Gesundheitsbehörden eingereicht werden. Da geht es nicht nur darum, dass das Medikament wirkt, besser wirkt als die bereits auf dem Markt bestehenden, dass das Medikament sicher ist, dass seine Stabilität in der entsprechenden Klimazone überprüft wurde, nein, es wird auch offengelegt, wie man das Medikament (also: Wirkstoff und die Darreichungsform an sich dann) herstellt. Es wird überprüft, über welchen Syntheseweg man zum Wirkstoff kommt, was die Strategie für Starting Materials ist (d.h. wie weit ich in der Synthese zurückgehen muss mit GMP*-Anforderungen), welche Nebenprodukte entstehen, wie man die kontrolliert, ob potentiell genotoxische Verunreinigungen enthalten sein könnten, wie man die kontrolliert oder noch besser ausschliesst, wo man produziert, in welchem Massstab man produziert, welcher Spezifikation der Wirkstoff, alle Zwischenstufen und auch alle Reagenzien erfüllen müssen und warum oder warum nicht, und noch viel, viel mehr.


Man kann ein Medikament erst verkaufen, wenn die Gesundheitsbehörde eines Landes das überprüft und abgesegnet hat, und das kann .... dauern. Wenn sie nicht auf Anhieb mit den Daten zufrieden sind, gibt es Frage-Antwort-Runden, eventuell muss man noch etwas ändern oder nachliefern. Natürlich sind die Anforderungen nicht für alle Länder gleich und da man (also, ich spreche da nur für meinen Arbeitgeber) ein Medikament ja nie nur in einem Land verkaufen möchte, sondern weltweit, kann sich das ganz schön ziehen.


Für ein neues Medikament läuft der Patentschutz (also die Zeit, in der kein anderer dieses Medikament herstellen und verkaufen darf) allerdings ab dem Zeitpunkt, wo man das Patent auf den Wirkstoff eingereicht hat und das ist sehr, sehr früh in der Entwicklung, da kennt man das Molekül und vermutet einen Wirkmechanismus, aber weder der Prozess noch die galenische Form sind da ansatzweise definiert. Ab diesem Zeitpunkt tickt sozusagen die Uhr, einerseits weil die Zeit, die einem Unternehmen bleibt, mit einem Medikament ohne Generikakonkurrenz Geld zu verdienen, eben immer kürzer wird, je länger man braucht, um von der Patenteinreichung bis zur Markteinführung zu kommen, andererseits (und diesen Aspekt lassen die, die immer auf die böse, gierige Pharmaindustrie schimpfen, gerne elegant unter den Tisch fallen) steht das Medikament in der Zeit, in der es in der Entwicklung steckt, natürlich Patienten, die es dringend brauchen, nicht zur Verfügung. Zumindest in den Sparten, in denen mein Arbeitgeber tätig ist, geht es dort tatsächlich um Menschenleben.


Und da ist es dann auch verständlich, wenn der Prozess von der Medizinalchemie über Syntheselabor über Kilolabor über Pilotanlagen in die kommerziellen Volumina nicht auf den letzten Rappen hin optimiert wird, sondern nach bestem Wissen und Gewissen machbar so gut man es eben in der kurzen Zeit hinbekommt.
Dieser Prozess wird dann bei den Behörden eingereicht und ... ist dann das Mass aller Dinge.


Und ja, insofern hat mein erster Chef recht: durchoptimiert werden die Prozesse nicht, dafür ist keine Zeit. Scale-Up-Effekte gibt es natürlich, normalerweise werden die aber nicht unbedingt mehr nachjustiert oder nur in begrenztem Rahmen, weil: der Prozess ist ja registriert.


Natürlich kann man auch nachträglich noch etwas ändern, aber ... das ist ist so kompliziert, dass es sich für 1.20CHF/kg oder aber "Orange und Kaugummigeschmack wäre doch auch nett"  einfach nicht lohnt. So eine Änderung (oder, wie wir es nennen: ein "Technical Change"), die entweder jemand gut findet, weil sie den Prozess verbessern würde, oder die man machen muss, weil .. ein Zusatzstoff für die Tabletten oder den Sirup nicht mehr lieferbar ist, oder ein Produktionsstandort schliesst, oder oder oder, wird also daraufhin überprüft, ob er "regulatory relevant" ist, d.h., ob in den Dossiers, die man in den verschiedenen Ländern (und das sind vielevieleviele, die fast alle unterschiedliche Anforderungen haben) eingereicht hat, etwas drinsteht, das man ändern müsste. Wenn nicht, ist das recht einfach, man macht einfach dokumentiert alle Änderungen, die man macht, im Technical Change Management System, überprüft den Einfluss auf die Produktqualität (wäre gut, wenn es keinen hätte) und macht.
Wenn schon, dann wird es kompliziert. Man muss also die Behörden über diesen Change informieren ***, mit Daten beweisen, dass das Produkt nach dem Change genauso gut wie vorher ist, und die müssen dann überprüfen, ob sie das so akzeptieren können. Das ..... dauert. Einerseits das Generieren der Daten (wir erinnern uns: global, jedes Land hat andere Anforderungen, wir müssen ALLE erfüllen), andererseits die Überprüfung von Behördenseite. Nicht selten liegt das .... Wochen, Monate, Jahre auf einem Stapel, bevor sich das mal jemand anschaut und nicht selten kommen dann gefühlt endlose Fragerunden zurück. Gerne nicht nur zum veränderten Prozess, sondern auch zum Originalprozess, den man zB 10 Jahre vorher eingereicht (und aktzeptiert bekommen hat), als die Behördenanforderungen noch ganz andere waren.


Bis man so einen Change also global akzeptiert bekommen hat, vergehen Jahre. Und in dieser Zeit muss man natürlich **** das Produkt, das gemäss des Herstellungsprozesses VOR dem Change liefern. Das heisst, man muss nach dem alten Prozess weiterproduzieren und parallel nach dem neuen, weil: oft ist es ja so, dass man den Change nicht als Alternative, sondern als Ersatz einreicht und sobald ein Land sagt: "So, super, den Change, den ihr uns vor 24 Monaten geschickt habt, den finden wir gut. Macht mal.", muss man ab sofort Material nach dem neuen Prozess liefern. Und weil alle unterschiedlich lang brauchen, ist das alles sehr, sehr komplex. Darum kümmern sich bei uns die "Supply Chain Manager" *****


Und weil das eben alles Geld kostet (jede Behördeneinreichung kostet Geld, dann muss man eben einen bridging stock von "altem Material" an Lager legen, den man vielleicht irgendwann abschreiben muss, wenn die Länder doch schneller akzeptieren) und unglaublich viel Zeit, ist es eben nicht so einfach, mal eine schluckfreundlichere Tablette oder Orangengeschmack anzubieten. Da muss dann schon ein grösserer Patientennutzen****** oder ein starker business case dahinter stecken. Viel stärker als 1.20CHF Einsparung pro Kilo.




Mein Projekt, das jetzt in die heisse Phase kommt, hat mit genau so einem Change zu tun. Es wurde entschieden, einen Produktionsstandort zu schliessen und den Wirkstoff in Zukunft bei einem Lohnhersteller nach unserem Prozess produzieren zu lassen. Dafür mussten wir dem Lohnhersteller sozusagen beibringen, wie das geht, und er muss zeigen, dass er das kann. Zuerst im Labor, dann im Kilolabor und dann in den grossen Anlagen. Dort muss der Prozess validiert werden (in a nutshell: 3 aufeinanderfolgenden Ansätze entsprechen nicht nur der Spezifikation, sondern auch den vorher festgelegten Aktzepanzkriterien, die u.a. auf historischen Vergleichsdaten beruhen) und das passiert eben demnächst. Dem Ganzen vorausgegangen sind unendlich lange Abklärungen, weil natürlich die Anlage dort nicht zu 100% der bisherigen Anlage entspricht, wir haben jeden kleinen Unterschied auf möglichen Einfluss auf die Produktqualität überprüft (ohne Witz: wir haben das Material jeder einzelne kleine Schraube auf Produktkontakt und Kompatibilität zu Reaktionsmischung oder Produkt überprüft), wir haben hunderte Seiten an (italienischen und englischen) Master Batch Records überprüft und angepasst, auf der Analyitikseite natürlich das Gleiche, wir mussten die Sicherheits- und Arbeitshygienestandards beim Lohnhersteller auf unsere Standards anpassen (lassen), und jetzt (also: ab nächster Woche) gehts dann um die Wurscht und wir müssen sehen, ob wir an alles gedacht haben und ob wirklich das rauskommt, was rauskommen soll.


Wenn das dann erledigt ist (und der ganze Papierkram dafür erledigt), wird der Wirkstoff dann an verschiedene Galenik-Sites geschickt (praktischerweise ist das ein Wirkstoff, der in ganz vielen verschiedenen Formulierungen und Darreichungsformen auf dem Markt ist), die das dann zu Tabletten/Kapseln/Vials/Sirup etc. umsetzen. All diese fertigen Medikamente (und der Wirkstoff natürlich) werden dann "auf Stab" gelegt, d.h. in ihren fertigen Verpackungen in verschiedenen Klimakammern gelagert und nach einem vorher festgelegten Programm immer wieder bemustert, und wenn sie auch nach eben dieser Zeit bei 25, 30, 45 °C und verschieden hoher Luftfeuchtigkeit den Spezifikationen noch entsprechen, dann kann man all die Daten bündeln und an die Behörden weltweit verschicken.


Ab dem Zeitpunkt, wo das ganze an die Galenik weitergeht, bin ich eigentlich raus und kann nur noch Daumendrücken, und ja, ich freue mich schon sehr darauf!








* Ich kenne mich nullkommanull mit der Generikasparte aus, die sind der Feind das ist ein anderes Geschäftsmodell und ich weiss nicht 100%, wie das da alles geregelt ist. Ich vermute und hoffe allerdings: auch sehr streng.


** GMP = Good Manufacturing Practice. Klingt harmlos, ist aber ein unglaublicher Riesenaufwand an Dokumentation und erfordert ein gerüttelt Mass an Düpflischisser-Attitüde.


*** Da gibt es verschiedene Varianten, zB "Do and tell", "Tell and do" oder "Prior Approval". Das ist das, womit sich die Kollegen in der technischen Registrierung auskennen.


**** Natürlich, weil: ein Stockout ist nach einem Recall das Horrorszenario schlechthin für ein Pharmaunternehmen. Nicht nur finanziell, sondern auch ethisch, wir erinnern uns: Menschenleben.


***** Wenn dann  bei einem Produkt noch mehrere Changes gleichzeitig laufen, sei es zB "Änderung des Produktionsstandortes des Wirkstoffs" und "Schriftgrösse der Beschriftung auf den Kapseln" und natürlich alles länderspezifisch verpackt wird, dann wird das sportlich. Vielleicht hat die EU den Produktionsstandort aktzeptiert, aber noch nicht die Schriftgrösse, dann können Sie für Europa zwar schon neuen Wirkstoff abfüllen, müssen aber noch die alten Kapseln verwenden, Russland hat die Schriftgrösse akzeptiert (und gleichzeitig angefragt, ob man die nicht in kyrillischen Buchstaben haben könnte), hat aber Mühe mit dem Produktionsstandortwechsel, die Türkei findet die Kapselschrift okay, der Wirkstoffproduktionsstandort ware an sich auch okay, aber sie müssen erst noch eine Inspektion ihrer Gesundheitsbehörde durchführen, und sie merken ausserdem an, dass man langfristig nur in der Türkei verkaufen darf, wenn man auch in der Türkei produziert, d.h. die Kapseln sollen bitte danke in der Türkei abgefüllt werden, Madagaskar meldet sich und sagt: "Ups, ihr ändert die Schriftgrösse? Uns hat niemand gesagt oder wir haben es übersehen, dass die Kapseln überhaupt beschriftet sind, hättet ihr bitte die toxikologischen Daten für die Tinte und ein Haram- und Kosher-Statement für die Kapseln?"


****** Ein Beispiel: ein(ige) "unserer" Onkologieprodukte wurden von "iV" auf "subQ" umgestellt, d.h. der Patient muss nicht mehr stundenlang im Krankenhaus sitzen, während die Infusion tröpfelt, sondern kann das subkutan gespritzt bekommen, das geht viel schneller.

Freitag, November 03, 2017

*bibber*

Die Oberproduktverantwortliche meinte gestern auf dem Flur: "Sags keinem aber ich habe i Urlaub übrigens eine Kerze in Lourdes für Euch angezündet. Nicht, dass ich dran glaube, aber mein Mann ist katholisch und dann mussten wir da eh hin."


Meine Kollegin meinte: "Mir ist gestern mein Lieblingssprossenglas aus der Hand gerutscht und erst habe ich geflucht, und dann dachte ich: "Ha, Scherben bringen Gluck, da können wir echt brauchen."


Ich in so nervös, dass ich es fast nicht mehr erwarten kann, in den Flieger nach Rom und das Auto noch viel weiter zu steigen, allerdings geht das noch so lang, dass ich bis dahin vermutlich verschwunden bin (Team "Nervöse Flitzekacke" oder, wie man es weniger explizit nennt: "Team Lochzange"). Heute Nacht habe ich davon geträumt, dass beim nächsten grossen Townhallmeeting, das wir leider verpassen, weil wir eben in Süditalien Fingernägel kauen werden und auf Heatkicks und Phase splits warten werden, auf dem grossen Screen ein Live-Feed aus dem Produktionsgebäude geschalten wurde. (das wird gar nicht gehen, aus Explosionsschutzgründen, aber interessieren würde es vermutlich doch einige).


Ich habe mich in den letzten zwei Jahren sehr daran gewöhnt, für Millionenbeträge nur als Zahlen in Excelsheets verantwortlich zu sein, nicht mehr so in Form von .... unmittelbar Material vor der Nase.


Auf der einen Seite überlege ich schon, wie wir den erfolgreichen Ausgang des Ganzen gebührend feiern können, auf der anderen Seite weiss ich, dass wir keinen Plan B haben, wenn es in die Hose geht.

Donnerstag, November 02, 2017

Feiertag. Kind of

Gestern war hier ja Feiertag. Hier, also wie hier, wo wir wohnen. Ca 500m weiter schon nicht mehr, da ist nämlich die Kantonsgrenze zwischen dem Aargau und Baselland.
In Basel-Stadt war natürlich auch kein Feiertag und so hatten die Kollegen, die an dem Aussenstandort in unserem Dorf arbeiten, frei und deswegen fuhr auch der Shuttlebus von unserem Dorf zum Hauptsitz und zurück nicht. Ich erinnerte mich bei der Ankündigung, dass ich schonmal umsonst an der Haltestelle gestanden hatte, und schrieb mir deshalb heute dick und fett in den Arbeitskalender "KEIN SHUTTLE!". Sogar mit Erinnerungsmail um 6:00h, die ich beim Zähneputzen registrierte und wegschubste.
Beim Frühstück überlegte ich dann, dass ich mein Brot unterwegs essen könnte und den Shuttle um 6:55h erreichen könnte oder im Sitzen mit Buch und den Shuttle um 7:10h nehmen könnte. Um 7:02, als ich schon fast an der Haltestelle war und überlegte, dass ich ja noch einen kleinen Schlenker laufen könnte, um eine PokemonArena zu besetzen, und trotzdem noch den Shuttle erwischen könnte, da fiel mir dann auf, dass das Areal (bis auf die 24/7 arbeitenden Produktions- und Verpackungsbetriebe) stockfinster war und überhaupt niemand unterwegs. Und dann fiel mir die Mail wieder ein. Und der keine Shuttle. Ich drehte also um, wanderte durchs Dorf zurück zum Bahnhof und war dann deutlich später und mit deutlich mehr Bewegung als angedacht im Büro.

Mittags habe ich mich mit meiner Schwester (das war schon lang geplant) und den drei Jungs, die ja alle frei hatten, zum Mittagessen in der Markthalle getroffen (Note to myself: wenn L sagt, er hätte am liebsten nur was vom Bäcker: kauf ihm was vom Bäcker. Sonst sitzt Du hinterher mit einem Burger da, den Du zB auch nicht wirklich magst, aber Du bist gross und reisst Dich zusammen und hast ausserdem das Geld verdient, mit dem der sauteure Burger bezahlt wurde und jetzt isst du das blöde Teil halt und Pommes sind das sicher nicht, sondern halbe Kartoffeln und eigentlich hättest Du auch lieber was vom Bäcker als das), dann sind sie auf die Herbstmäss gegangen, haben mir das obligatorische Bild geschickt, dabei ist auch die eherne Regel: "WIR KAUFEN NIENIENIENIE ÜBERTEUERTE HELIUMBALLONS!" gefallen, die der Hübsche dummerweise nicht kannte*, danach kamen sie dann (wie alle anderen significant others mit significant little ones, die auch frei hatten, in den Elfenbeinturm und wir haben den Tag bei Kaffee, heisser Schokolade und ein bisschen Kuchen ausklingen lassen, bevor wir uns in den Feierabend-ÖV gemischt mit Einkaufs-Heimfahr-ÖV und Mäss-Heimfahr-ÖV quetschten.

Traumwetter!

Riesenrad auf dem Münsterplatz ist Pflichtprogramm!

Im Riesenrad meint man, man wäre voll weit oben :-)

Es sieht aus wie aus der Basler Tourismus-Broschüre, aber so ist es da halt!



Der FreeFall-Tower sieht von unten elendiglich hoch aus!

Blick von ganz oben in Richtung Heimatkanton

Little L. und ich sind uns einig: die Pfeiler am Kraftwerk in Birsfelden sehen aus wie Eulen.

Von oben sieht der Freefalltower dann gar nicht mehr soooo gross aus. Der Messeturm auch nicht.


Pingu!



Alles in allem wurde das noch viel besser als es am Morgen ausgesehen hatte.




*Kudos an L., der ihm den Riesenpinguinballon aus dem Kreuz geleiert hat, und bei seinem entgeisterten Blick über den stolzen Preis von 15CHF meinte: "Ja, Du und die Mami, ihr sagt immer: Wer billig kauft, kauft zweimal. Also."