Mittwoch, Januar 17, 2018

Ich wil doch nur arbeiten!

Heute war ein einfach irrer Tag.
Ich hatte eigentlich den Plan, meine Präsentation für Indien fertigzustellen, dafür brauche ich aus Gründen Informationen, die ich nur auf Papier habe. Auf sehr viel Papier. Genauer gesagt. in vier Ordnern. Eigentlich wollte ich das also an meinem Schreibtisch im Elfenbeiturm machen, in dem ich immerhin bis Mittag sein sollte. Aber dann kam eine Kollegin mit einem dringenden Problem ("Die weigern sich, das zu unterschreiben, erklär du denen das mal, mir glauben sie nicht!), dann kam die TC mit 50 shades of quality (ich habe ja eine Zeitlang mit dem Gednken gespielt, eine Job rotation in eine quality function zu machen, aber das würde nicht gut ausgehen), dann kam Messengerdiskussion mit den Leuten, die das nicht unterschreiben wollen und dann war schon Mittagessen.
Der Nachmittag war mit Meetings im andren Standort verplant, also packte ich in der Hoffnung, dort noch eine ruhige Stunde zu finden, die 4 Ordner in meinen Rucksack und war fortan mit dem Rucksack voller Ordner, dem Wintermantel und meiner normalen Tasche mit Laptop und alle anderen Trallalala unterwegs. Selbstbild Packesel sozusagen.


Meeting hier, Meeting da (immer mit allem Gepäck), Huddle dort, Klärung mit denen, die nicht unterschreiben, jetzt aber doch, das aber lieber mir sagen als der, deren Dokument sie unterschrieben sollen, der Oberchef fragt, ob ich jetzt mit der Projektverzögerung wegen Feuer "free time for other stuff" hätte, könnte sein, dass ich ein bisschen hysterisch gelacht habe, aber das hat er vermutlich unter dem Stapel Ordner, Rucksack, Mantel, Schal, Laptop unterm Arm gar nicht gesehen, auf dem Flur kriege ich nicht so schöne Neuigkeiten (für mich, für ihn schon) von einem sehr geschätzten Kollegen, dann dringender Anruf, ob diese und jede Anfrage von Regulatory mit dem Risk Assessment, das ich vor 8 Monaten erstellt habe, in Einklang zu bringen ist, und die Antwort bräuchten wir heute, und dann ist da noch der Report, der den finalen Review braucht und zu meinen Korrekturen wurde einfach gesagt: "Ja, wir haben die Diskrepanz gesehen, aber wir nehmen jetzt einfach mal die andere Zahl, weil halt." und jetzt muss ich entweder sagen: "Okay, mir wurscht," oder wegen der Wurschtigkeit anderer Leute nachbohren und nachhaken und ich hab doch keine Zeit.


Irgendwann stand ich da, leicht verschwitzt, weil ich ja immer noch im Mantel meine vier Ordner und alles andere durch die Gegend schleppte, und mein Exil-Schreibtisch war besetzt, da machte ich was ganz Verrücktes: ich warf alle meine Habseligkeiten in die hinterste Quiet booth, die sogar Vorhänge und ein Sofa hat und weisses Rauschen, holte mir aus der Cafeteria einen Cappuccino (normal trinke ich den Nespresso-Gratiskaffee, aber die Situation erforderte Trost in Form von Barista-Kunst und einem netten Lächeln, da sind 3.40 gut investiert), zog dann die Vorhänge an der quiet booth zu und arbeitete immerhin eine halbe Stunde für die Indienpräsentation.


Zwangsentschleunigung: der Bus steht auf dem Heimweg im Stau und braucht eine Stunde statt 20 Minuten. Zeit zum Bloggen!




Ansonsten:


Sehr netter Moment heute: eine Kollegin muss aktuell mit einem Leihlaptop arbeiten, weil ihres den Geist aufgegeben hat. Deswegen fehlen ihr alle Favoriten, Shortcuts, tralalala, die das Leben einfacher machen. Im Meeting bat sie also, ob ihr jemand den Link zum sicheren Login in die Firmensysteme von ausserhalb schicken könnte. Ein Kollege holte also aus und erklärte und erklärte, wie sie den total logisch auch selber finden würde und wie man überhaupt seine Links auch in der Cloud ablegen könnte und blablablaberrhabarber  In der Zwischenzeit habe ich ihr den Link via Messenger geschickt und musste ein bisschen grinsen, als sie den schwadronierenden Kollegen mitten in seinem Monolog unterbrach mit "Thanks, I got it, let's move on".




Noch ein netter Moment: ich war (wie den ganzen Tag heute) mit Sack und Pack auf der Suche nach einem Kollegen in einem anderen Gebäudeteil, da sprach mich jemand, den ich noch nie gesehen hatte an: "Bist Du Frau Brüllen? Weil, ich habe heute mit jemand Mittag gegessen, der hat von dir erzählt, und ich hab dich anhand von dem Profilbild erkannt." Das wird langsam ein bisschen weird.






Selbstbeweihräucherung: Ich hab niemand angezündet Ich habe nicht viel mehr auf meiner To-Do-Liste als heute morgen, auch wenn heute drölfzig dringende Dinge aufkamen. Und nur zu einer Sache, von deren Relevanz ich nicht 100% überzeugt bin, und die mehr Arbeit für mich bedeutet, ja gesagt, um des lieben Friedens willen, für ganz viele andere Punkte habe ich die mühsame Diskussion geführt und durchgehalten. Future me sagt danke.






Helikopterstatus: Hui, hat es da viel Schnee in Elm! Aber ich hab nur ein, zwei, dreimal geschaut.

Dienstag, Januar 16, 2018

Still. Und Sturm

Ruhig ist es hier ohne Little Q., echt wahr!
Mir tat Little L. heute morgen richtiggehend leid, als er auf dem finsteren Weg zur Schule ganz allein losmarschieren musste, man merkt es halt schon, wenn ungefähr 60 Kinder fehlen. (Ausserdem waren wir zwei anscheinend ein bisschen früh dran).
Ansonsten war es heute gar nicht so still, der Wintersturm Evi fegt hier nämlich ganz schön durch (nein, ich werde nicht an wild schaukelnde Sessellifte denken, die Webcams lassen darauf schliessen, dass heute nur eingeschränkter Betrieb war, aber ich denke, ich habe den Skikurs ein, zweimal vorbeisausen sehen.).
Ich war mir nicht so ganz sicher, wie sehr ich der Verankerung des Baukrans (für Elfenbeinturm No.2), der direkt vor unserem Fenster steht und dessen Ausleger, wenn man ihn mit Schwung drehen würde, einmal quer durch unsere Hälfte des Grossraumbüros fegen würde (ja, könnte sein, ich habe schon einige Katastrophenfilme gesehen) trauen kann, aber die Kollegen, die schon während Burglind bei der Arbeit waren, wussten, dass der bis 300km/h stabil steht. Ausserdem habe ich gelernt, dass der Elfenbeinturm so konstruiert wurde, dass das Gebäude am höchsten Punkt maximal 1m schwingt. Das finde ich .... ganz schön viel, ehrlich gesagt.
Es hat auf jeden Fall ganz schön gepfiffen und als ich dann mittags zum anderen Standort musste, hat es mich in der Häuserschlucht unten fast weggepustet. Ein bisschen skurril war, dass es mir meinen Badge, den ich an so eine Schlüsselbändel um den Hals trage, nach hinten geweht hat und er so hinter mir her geflattert ist.


Sonst so:
Letzte Vorbereitungen für Indien, fachlich, mental, praktisch.
Kinderpässe an die Botsschaft geschickt, die warden gegen die endlich fertigen neuen ausgetauscht.
Mit dem Architekten den Umbau des Dachgeschosses besprochen und hui, das wird richtig toll. Erster Kostenvoranschlag: mehr als 10 000CHF, weniger als 100 000CHF. Da kann man ja mit arbeiten.


Selbstbeweihräucherung: ich fürchte zwar, dass wenige das richtig zu würdigen wissen bzw. als vergebliche Liebesmüh sehen, aber ich mache das mit Indien wirklich gut. Ich fände es super, wenn jemand sich so viel kümmern würde. (Und mit einer gesunden Portion schwarzen Humors (man hat ja einen Ruf zu verlieren) habe ich auch schon eine Idee für die Bildzeile auf dem Titelslide meines "Das war das"-Vortrags:



Montag, Januar 15, 2018

Was schön war

Heute morgen haben wir Q. mitsamt allem Skiequipment zum Bus gebracht, der ihn und seine Kollegen für eine Woche ins Glarnerland zum Skifahren bringen sollte. Es war wunderschön, die Vorfreude zu sehen, die Aufregung auf diese hoffentlich wundervolle Woche. (Ich erinnere mich gerne an unser Skilager damals in der 7. Klasse. In Pflersch, wo unsere Schule ALLES gemacht hat, von Skifahren über Theaterspielen und Orchesterwoche). Ganz toll fand ich auch, dass der Schulleiter auch zum Abfahrtstreffpunkt gekommen war, um immerhin drei Klassen seiner Schule zu verabschieden (ich bin übrigens högscht beeindruckt: er kennt jedes einzelne der ca 600 Kinder an der Schule mit Namen. Und auch die zugehörigen Eltern. Oder nur uns, wer weiss das schon, aber das mit den Kindern ist echt so.)


Little L. vermisst seinen Bruder übrigens jetzt schon. "Sogar seine Volksreden, das hätte ich gar nicht gedacht!")


Es ist wieder Fastenwähenzeit! Das habe ich mit Freude heute beim Bäcker am Bahnhof festgestellt, als ich die Wegzehrung für Little L. (und seine Turnkollegin, die wir immer noch auf dem Heimweg mitnehmen) besorgt habe. Little L. hat sich auch sehr gefreut und die gibt es jetzt jeden Montag, bis Ostern oder so. Der Bäcker am Bahnhof ist eh super: es immer irre viel los, aber die Leute dort sind unglaublich freundlich. Heute, mitten in der Rushhour, lief dort "Bamboleo" und alle drei Verkäufer tanzten und pfiffen, während sie Brot und Kaffee verkauften. Kein Kunde ging ohne Lächeln!


Das haben die meisten dann übrigens auch in den Zug mitgenommen, da war nämlich irgendwie die Durchsage kaputt, mitten auf halber Strecke meinte sie nämlich: "Nächste Station: Basel SBB. Dieser Zug endet hier, bitte alles aussteigen." Und anstatt die Augen zu rollen, fingen alle an zu lachen und spannen skurrile Geschichten, wie das den jetzt gegangen ware. Raumzeitfalte oder was?


Heute hatte die kleine Schwester von Little L.s Freund bei Turnen geschnuppert und der Freund kam zum Abholen mit. Es war sehr süss, dass er dann nicht mit Mutter und Schwester mit dem Auto hochfahren wollte, sondern "Gell, ich darf dem L. hochlaufen, oder?" sich mit uns auf den Hatsch nach oben machte.


Und worauf ich mich jetzt noch sehr freue: ein Internettelefondate mit Irland.


Selbstbeweihräucherung: heute zwei Meetings kürzer als geplant hingekriegt, Minutes schon verschickt. Das ist wichtige, aber nervige Fleissarbeit, diese Dokumentiererei. Und dann habe ich, als sich abends rausstellte, dass jemand mich (absichtlich oder nicht) übergeht, direkt zwar angepisst geschrieben, dass ich das nicht toll finde und bitte in Zukunft dabei sein möchte, aber den blumigen Teil habe ich dann wieder gelöscht.

Sonntag, Januar 14, 2018

Mal wieder was Kulinarisches

Achtung, es mag sein, dass ich dieses Rezept schon mal gebloggt habe. Sehen Sie es mir nach, es ist halt wirklich lecker und wir machen (also: ich mache, wir alle essen) es seit vermutlich fast 20 Jahren. Die Bilder sind aber alle von heute, ich schwör.
Ursprünglich stammt das Rezept aus einem der Kochbücher, die ich nach meinem Auszug an einem Wühltisch beim Hugendubel gekauft habe, weil: kochen durfte ich daheim ja nicht und kochen nach Rezept war eh total verpönt.

 
Es sind:
 
Fenchel-Limetten-Spaghetti mit Knoblauchlachs aus dem Ofen
 
für 4 Personen*
 
4 Lachsfilets (a 125g, was halt so in TK-Lachs drin ist)
1 Knolle Fenchel
1 Knolle Knoblauch
2 Limetten, (Saft von beiden, von einer auch noch abgeriebene Schale)
500g Spaghetti (wer einen Pastamaker hat und gut drauf ist, macht grasgrüne Spinat-Linguine mit frischem Koriander drin)
Olivenöl
Salz
 

 
  • Man heize den Backofen MIT einer Auflaufform auf 250°C (oder so heiss, wie es halt geht) Ober-/Unterhitze vor und koche schon mal Salzwasser für die Nudeln auf.
  • Den Fenchel schneidet man, so fein es geht, in .. wie sagt man dazu? Halbkreise? Scheiben? und mariniert ihn mit der Hälfte des Limettensafts, etwas Salz und Olivenöl.
  • Die Knoblauchknolle zerteilt man in Zehen, häutet und halbiert diese.


  • Sobald der Ofen echt heiss ist, nimmt man die Form raus, giesst einen Schluck Olivenöl rein und legt die Lachsfilets rein (Achtung, spritzt!). Mit einem Backpinsel pinselt man sie auch oben drauf mit Olivenöl ein, verteilt die halbierten Knoblauchzehen drauf und streut etwas Salz drüber (ich nehme gern das Maldon Sea Salt, weil ich das Gefühl mag).


  • Dann schiebt man die Form wieder in den Ofen. ACHTUNG: Wenn Sie auch nur anatzweise so ticken wie ich, werden Sie sehr überrascht sein, aber die Form ist SAUHEISS! Unbedingt Handschuhe oder Topflappen benutzen.
  • Der Lachs braucht im Ofen genausolang wie die Spaghetti/Linguine, die Sie genau jetzt ins kochende Wasser geben.
  • Wenn die fertig sind, giessen Sie die ab und fangen einen kleinen Schluck Kochwasser auf.
  • Sie geben die Nudeln zurück in den Topf, vermengen Sie mit dem marinierten Fenchel und verteilen Sie auf vorgewärmte Pastateller.
  • Auf jeden Nudelteller setzen Sie nun ein Lachsfilet.
  • Den restlichen Limettensaft und eventuell etwas Nudelwasser giessen Sie in die Auflaufform, kratzen das Angebackene und evtl. Lachsreste ab und verteilen den Saft nun gleichmässig über die vier Portionen. ACHTUNG: die Auflaufform ist erstaunlicherweise schon wieder UNGLAUBLICH HEISS!
  • Noch schnell die Limettenschale drübergebröselt und je nach Gusto noch nachsalzen: fertig.


  • (Man kann es auch gut mit der doppelten Knoblauch- und Fenchelmenge essen, die einem von kleinen Händen von der Seite zugeschoben wird.)
 
 


Selbstbeweihräucherung: neben og Lachs gab es heute auch noch frischen Hefezopf zum Frühstück, frische Kekse und Waffeln zum Kaffee und bis auf Unterhosen und Socken sind ALLE Items, die Q. ins Skilager mitnimmt, mit Namensklebern versehen.
 
*von denen zwei den grössten Teil des Fenchels und einer allen, einer die Hälfte des Knoblauchs aussortiert und einer bin zwei immer fragen: "Lachs hat's keinen mehr?"

Samstag, Januar 13, 2018

Passivspocht und Steak

Heute war mal wieder Unihockey mit Fahrdienst, d.h. Q. und ich standen immerhin zu einer sehr christlichen Zeit am Bahnhof, sammelten noch einen Kollegen ein und fuhren weit, weit ins Hinterland in eine winzige, zugige Dorfturnhalle, wo die ersten beiden Spiele der Rückrunde stattfanden.
Sagen wir mal so: ich habe gegenüber gefühlt 18jährigen Trainern einer fremden Mannschaft die mittelalte Helikoptermum raushängen lassen und gemeint, dass sie sich zwar vermutlich supercool vorkommen, aber ich ihre Kommentare über mein Kind und seine Mannschaftskollegen übergriffig, verächtlich, unprofessionell, unreif und unsportlich finde und sie ihre Viehversteigerungsgespräche bitte ausserhalb der Hörweite der Eltern des Viehs, das gar nicht weiss, dass es versteigert wird, führen sollen. In Bayern hätte ich "Schleicht's eich, ihr zwoa aufgstejdn Mausdreck!" gesagt, aber ja nu.


Die zwei Stunden Pause zwischen den Spielen verbrachten wir bei tatsächlich einer Art ausgewogenem Mittagessen und .... ähnlicher Beschäftigung.












Das Schöne aber war, dass die Mannschaft und Q. im zweiten Spiel dann auf einmal doch der Ehrgeiz gepackt hat und sie wirklich, wirklich gekämpft haben. Und man kann sich ehrlich über ein 10:16 freuen.


Dann Heimfahrt durchs Hinterland, Blitzdusche und Dezimieren argentinischer Rinderherden im Nachbarort. Ich esse ja echt nicht viel Fleisch, aber das heute, das habe ich ehrlich genossen!



Freitag, Januar 12, 2018

#12von12 im Januar

Heute ist der 12., Bloggistan dokumentiert seinen Alltag in Fotos, die Liste findet sich bei Caro.


Ich habe das last minute vom Chef aufgedrückte Ziel "Unter 100 Überstunden kommen" durch knallhart durchgezogenen freie Freitage ja grad so (98.7 ist unter 100) erreicht, deswegen ist Freitag wieder Homeofficetag.



Das heisst, das verpflichtende "Erster Kaffee"-Bild ist gleichzeitig das "Sie sind eingeloggt"-Bild.




Später dann, als alle aus dem Haus sind, brauche ich irgendwann ein Znüni und freue mich, dass ich Datteln eingekauft habe. Dazu eine lustige Batterie an Getränken.




Das ist übrigens nicht soooo geschickt, weil oben unter dem Dach der Heizungstechniker unseren Boiler entkalkt (wir leben hier in der Gegend mit dem welthärtesten Wasser, er hat einen ca 30 L fassenden Eimer Kalk rausgeholt) und weil der Kaltwasserzulauf so verkalkt war, dass er sich nicht mehr schliessen liess, wurde das Wasser im ganzen Haus abgestellt, das heisst, die Menge an möglichen WC-Besuchen war limitiert.






Dann: Kinder kommen heim, es gibt wie fast jeden Freitag frische Nudeln aus dem Pasta Maker, heute Kräuter-Tagliatelle (Carbonara für die Kinder, Primavera für mich und das hat erstaunlich .. naja, langweilig geschmeckt. Wasser auf die Mühlen der Kinder, die am liebsten in Carbonara baden würden).


Little L. und ich treffen dann den Hübschen in der Schule zum Standortgespräch mit seiner Lehrerin.




Wir halten uns an alle Regeln.




Ich mag, wie die Garderobe vor den Klassenzimmer dekoriert ist. Fazit des Standortgesprächs: Little L. ist ein toller Junge, ein toller Schuler und wir werden nach diesem Schuljahr die wunderbare Lehrerin, die beiden Jungs den perfekten Schulstart  ermöglich hat, nach 6 Jahren sehr vermissen. (Sie uns auch. Hat sie gesagt. Und dass wir tolle Söhne haben, halt nicht 08/15. Tja.)


Daheim treffen wir Q. und meine Schwiegermutter, die ihren wegen urks leider ausgefallenen Weihnachtsbesuch dieses Wochenende nachholt. Gemeinsam holen wir in der Tierarztpraxis die Schachtel mit Dax' Asche ab, das Krematorium hat das sehr .... mir fällt kein gescheites Wort ein... geschmackvoll? würdevoll? gestaltet.






Wir geben die unangebrochenen Medikamente zurück, damit sie jemandem, für den eine Tierarztbehandlung eine grosse finanzielle Belastung bedeutet, zugute kommen, danach fahren wir gemeinsam in das Katzenheim des Tierschutzverbands im Nachbardorf und geben unsere Futter"reste" (unter anderem hatten wir noch ein unangebrochenes Futterpaket mit 12bisschenwas Kilo Nierenfutter, das Dax ja irgendwann mit dem A... nicht mehr angeschaut hat.) und die restlichen Pakete Katzenstreu dort abgegeben. Ich habe den Kindern eingebläut, dass wir uns auf gar keinen Fall direkt verlieben werden, sondern nur mal schauen, wie die Katzen dort so leben. Es ist echt schön, wie viele da friedlich zusammenleben!








Daheim: Kaffee, Kuchen, Norwegenfotos schauen, Pizza essen, Wochenende.

Donnerstag, Januar 11, 2018

Work-life-balance, Lesen, Lernen und ein Trick

Ich habe entgegen meiner nicht ganz so ehernen Regeln gegen aus dem Ruder laufende Work-Life-Balance gestern abend um 11 aus Gründen* noch ein Email an einen mittelgrossen, recht wichtigen Verteiler geschickt. Das war insofern recht geschickt, weil bei der einen Hälfte des Verteilers der Zeitpunkt der Mail den Inhalt dann doch in den Schatten stellte ("When I received your email last NIGHT, I was afraid, something really  blew up!"), die andere Hälfte hatte von einem anderen Projekt praktischerweise noch blödere Nachrichten bekommen, so dass meine relativiert wurden. Glück gehabt!


Auf dem Weg zur Arbeit habe ich in meinem aktuellen Buch (Affiliatelink) leise (sic!) schmunzelnd einen Absatz über einen Uber-Tesla gelesen.



Zum dritten Mal in relativ kurzer Zeit übrigens (also: nicht immer Uber, aber halt über (höhö) Tesla), nämlich noch hier (Affiliatelink) und irgendein anderer, ansonsten echt belangloser Thriller, in dem aber das Wort "Telsajüngling" vorkam, das das Verkaufspersonal halt schon sehr gut beschreibt.


Dann war ich heute morgen also bei einem Info Meeting, das mich ein bisschen zurückkatapultierte in meine Zeit in der Entwicklung damals, da wurde ich fast ein wenig nostalgisch (und bin eigentlich recht froh, dass ich mich mittlerweile mit anderen Dingen beschäftige), wozu sicher auch die Umgebung beitrug: ein kleiner schratteliger Hörsaal, der vermutlich bei allen Renovierungen seit 1970 vergessen wurde, weil er in der hintersten Ecke auf einem Halbstock ist. Kaum zu glauben, dass es sowas auf unserem cleanen, weiss-glas-geölter Eichenboden-Areal überhaupt gibt.


Mein jobbedingtes Deetektivspielen kommt auf einen neuen Level: es geht um physisch in Bergwerksstollen oder aufgelassenen Armeebunkern archivierte Dokumente in den USA. Ich brauch die und ich bin sehr gespannt, wie ich die bekomme. Einen Scan? Einen Container vo unsortierter Schachteln voller Ordner und Papier? Die Koordinaten für den Treffpunkt, wo mir die Augen verbunden warden und ich in einem Militärjeep zu dem gut getarnten Eingang des Stollens gebracht werde und dann selber suchen darf?


Mittagessen war dann mal wieder interessant, es gab was, was es noch nie gegeben hatte, nämlich Rote-BeeteKartoffel-Taler mit Lauch (Lauch, my love!) und Salat. Ich habe ja bisher noch KEINE Art Rote-Beete-Zubereitung gefunden, die ich mag (danke, ich brauche auch keine Tipps, ich muss nicht alles mögen), aber das hat wirklich gut geschmeckt, nicht nur wegen des Lauchs. Vong Aussehen her allerdings eher wie Taler aus gehacktem rohem Herz oder Lunge. Schwierig. Vielleicht eher was für ein Halloweenbuffet.


Am Nachmittag dann wurde ich in meinem eigentlichen Büro mit "Da isses ja, unser Stockwerksünneli" begrüsst und das klingt ja mal netter als Klassenclown.


Weiterwerkeln, merken, dass das kanadische Wetter Einfluss auf unseren Produktionsplan hat, der mitreisende Kollege hat uns einen Limousinentransfer vom Flughafen zum Hotel in Hyderabad organisiert und weil Little Q. grad "How I met your mother" anschaut, musste ich sofort an Ranjit denken, dann habe ich brutal krass genetzwerkt und mir einen neuen Kontakt im Site Engineering aufgetan, weil ich Hintergrundinfos über Conical Screw Dryer (Doppelkonusschneckentrockner) brauchte, dafür wurde ich dann aus spontanem Interesse über "Wie geht eigentlich so ein Tech Transfer?" ausgefragt, und das war dann echt cool: 15 Minuten im 29. Stock und zwei Leute haben was gelernt.


Selbstbeweihräucherung: Ich bin ja noch ein bisschen stolz auf eine, wie ich finde, ganz schön gute Idee von mir: Wie Sie wissen, bestelle ich ja das eine oder andere bei Amazon. Und ich bin noch nicht 100% hinter die Versandkosten (nicht nur in die Schweiz, das ist ja eh eher so Willkür) gestiegen, weil ganz oft steht da: "Qualifiziert für kostenlosen Versand" und dann bestellt man das und es kostet, keine Ahnung, 4.51€ Versand. Bevor Sie jetzt alle lossausen und mir die entsprechende Stelle in den AGBs oder wo auch immer raussuchen  lassen Sie es gut sein, ich habe den perfekten Trick (Hack, wie man ja heute sagt) rausgefunden: Bücher sind nämlich immer versandkostenfrei und auch alles (jajajaja, ich weiss, Sie kennen bestimmt eine Ausnahme, aber das muss ich nicht wissen), was damit zusammen bestellt wird. Weil ich ja bis auf Reiseführer und Kochbücher keine Bücher mehr für mich und uns kaufe, weil wir alle wegen "Wo soll das denn alles hin?" praktisch nur noch Kindle lesen, war das bisher auch nicht die perfekte Lösung, bis ich von diesem Buch (Affiliatelink) erfuhr. Ich habe es mir selber zum Geburtstag gewünscht und finde es richtig toll! Und ich habe beschlossen, dass jedes Mädchen, bei dem die Jungs im nächsten Jahr zum Geburtstag eingeladen sind, das geschenkt bekommt. Und weil grad keine Einladung vorlag, als ich dringend die neuen Flaschennupsis für die Trinkflaschen und die neuen Sodaclub-Flaschen bestellen musste, habe ich es mal auf Vorrat mit bestellt. Zwei Tage später kam die Einladung zur Party von Little L.s Schonseitimmer-Freundin, und wer ist jetzt gut vorbereitet? Genau.




* Der Inhalt sind nicht wirklich gute Nachrichten, bei denen wir uns gestern nachmittag auf eine Kommunikationsstrategie geeinigt hatten, die jedoch dann von einem Chef  gestern nach zmindest einem Dienstschluss direkt nach ganz oben weitergegeben wurden. Ich wollte auf gar keinen Fall, dass der Verteilerkreis ohne Hintergrundinfo und gefühlt kalt erwischt via Flurfunk davon erfährt oder aber beim Oberstchef zum Rapport antraben muss. Auf der anderen Seite hatte ich heute morgen ein sehr frühes Meeting und je nach Stau war ich mir nicht sicher, dass ich es noch vorher schaffen würde, die Email rauszuschicken. Also: Abends.

Mittwoch, Januar 10, 2018

Die Sache mit dem Joghurt

Das zauberhafte Fräulein Read on hat heute einen sehr wahren Satz über Joghurt getwittert:



Und auch wenn es kein Buch wird, hier habe ich für das Fräulein meine persönliche Joghurt im Rucksack-Geschichte:


Wie Sie ja alle wissen, habe ich mit 20 einen Teil meines Herzens in oder eigentlich an Südkalifornien, also San Diego verloren. Ich habe den verlinkten Blogpost extra noch mal durchgelesen, aber phew, den Teil, um den es heute ansatzweise geht, habe ich da lapidar mit dem Satz "Ich habe mir eine Wohnung im Surferviertel Pacific Beach organisiert" beschrieben. Nicht, dass ich hier olle Kamellen wieder aufwärme.
Also. Ich war damals (und diesen Satz wiederholen Sie bitte in Gedanken, wenn Sie in der Folge mit den Augen rollen!) jung und naiv, also gerade mal 20, das erste Mal ganz allein (also auch ohne Freunde) total selbst organisiert für länger weg von daheim und das dann gleich auf der anderen Seite der Erde. Und es war 1997.
Ich hatte mir den Praktikumsplatz organisiert, mein Chef hat mir angeboten, für den Anfang bei ihnen zu Hause zu wohnen und dann würde ich da sicher schnell was finden, Unistadt, Sommerferien, da sollte einiges leerstehen, das würde dann schon klappen, und in diesen Vierteln hier, da könnte ich ja mal suchen.
Ich schlief also eine Nacht im Zimmer des mittleren Sohnes, am nächsten Tag lieh ich mir das Rennrad vom Chef, besorgte mir einen Stadtplan von San Diego, kringelte mir die Gebiete ein, die mir als "Da wohnen viele Studenten, da findeste was!" ein, die Frau vom Chef drückte mir wie den Kindern auch eine Flasche Wasser, eine Banane, ein Erdnussbuttersandwich und einen .... Joghurt (Vanille) in die Hand, die ich leicht gerührt in meinen karierten Espritrucksack packte. Mit der Zeitung mit den Kleinanzeigen, meinem Geldbeutel mit den Ausweisen, dem Bestätigungsschreiben, dass ich für drei Monate am Salk Institute im Dienste der Wissenschaft arbeiten würde, und dem Stadtplan. So gerüstet, radelte ich los, in Richtung erster Kringel.
Die erste Überraschung (und jetzt ware die Zeit, an den Satz von vorher zu denken) war, dass San Diego überhaupt nicht so flach ist wie auf dem Stadtplan, sondern unglaublich bergig. Und heiss. (Sonnencreme hatte ich btw nicht dabei, dafür ab Tag 1 in San Diego ein Muster von dn Sandalenriemen auf dem Fussrücken). Radwege gab es dafür überall, allerdings (s. heiss und bergig und halt USA) war ich die einzige Person, die diese nutzte (vielleicht wäre es zu einer nicht ganz so glutheissen Tages- oder Jahreszeit anders gewesen). Die Wasserflasche war nach einer halben Stunde leer und mein erster Stop war ganz oben in einem 7/11 an der Mt-Everest-Road, wo ich zum ersten Mal in meinem Leben (dafür aber gleich eine halbe Gallone) hellblaue Gatorade einkaufte. Den ersten Liter trank ich direkt auf ex, den Rest packte ich in den Rucksack (ich nehme an, Sie merken wo das hinführt), dann stürzte ich mich den Hügel mit dem Rennrad wieder runter, auf der anderen Seite wieder rauf und ich war im Universitätsviertel und fing an, die Appartmentkomplexe abzuklappern, die Schilder draussen stehen hatten.


Der erste war .... högscht beeindruckend. Ich betrat eine Art Rezeptionsgebäude in einer Art Parkanlage (und kam mir trotz allem SoCal-Take-it-easy mit meiner roten, verschwitzten, verbrannten Radlbirne ganz schön fehl am Platz vor), wurde von einer superfreundlichen Dame über die freien Wohnungen und die Preise (Aaaaaaaaalter!) aufgeklärt, dann in einem Golfwägelchen zu einem Musterbungalow gefahren (ich wusste da schon ziemlich genau, dass das jenseits meiner finanziellen Möglichkeiten liegen würde, aber gesehen haben wollte ich es dann doch), dann wieder zurück, und durfte dann so eine Art Application Form ausfüllen und damit alles seine Richtigkeit hat, hätten sie dann gern noch meinen Ausweis kopiert. Ich griff also in meinen Rucksack, um den Geldbeutel herauszufischen, der unter der halben Gallone lauwarmer, hellblauer Gatorade lag, und griff ungebremst (Achtung: erinnern Sie sich nochmal an den Satz von oben!) in einen lauwarmen, stückigen Brei aus Joghurt (Vanille) und Banane, der sich im ganzen Rucksack und auch IM Geldbeutel verteilt hatte. Ich bin im Nachhinein immer noch stolz auf mich, dass ich (ich war einfach so kaput und wusste eh, dass ich da nicht wohnen würde) stoisch und mit ungerührtem Gesicht den schmierigen, triefenden Geldbeutel mit einem schmatzenden Geräusch aus dem Rucksack zog, ihn aufklappte, den Personalausweiss voll Joghurt (Vanille)-Bananenmatsch herausprokelte, mir ein paar der ubiquitären Kleenextücher nahm, ihn abwischte und meinte: "Here you go!". Mindestens genauso cool war die Rezeptionsfrau, die den leicht klebrigen, nach Banane (und säuerlicher Vanille) riechenden Ausweis nahm, kopierte und meinte: "Thanks a lot, we will be in touch."
We were not, aber das machte nix. Der Tag hatte dann übrigens doch noch etwas Schönes zu bieten, das einzige, das nämlich nicht mit Joghurt versaut worden war, war das Erdnussbuttersandwich, das in so einem Ziplockbeutel verpackt war. Das zusammen mit der lauwarmen Gatorade (hellblau) hat dann meine Lebensgeister wieder geweckt. (Und seitdem packe ich Joghurtbecher zum Transport in Ziploc-Beutel.)




Selbstbeweihräucherung: ich war heute richtig gut in meinem Job (THE expert for all technical aspects of the API manufacturing process for the assigned products, wie es so schön in meinem Stellenbeschrieb heisst).


Dienstag, Januar 09, 2018

Holperstolper

Das war, mit Verlaub gesagt, ein echter Scheisstag gestern.
Wobei, das wird dem Ganzen nicht gerecht, es war schlimm, sich eingestehen zu müssen, dass es jetzt Zeit ist. Und zwar schnell. Das war sehr, sehr traurig (Mitten in der Nacht wollte Dax raus, also in den Garten. Wir haben ihr die Tür aufgemacht, wie weit sollte sie schon kommen, sie war ja so schwach und auch zu besten Zeiten sass sie am liebsten im Garten und hat Vögel, Schmetterlinge und Nachbarskatzen, die sich in IHR REVIER gewagt haben, sehr streng und gefährlich angeschaut. Nun ja, gestern stiefelte sie sehr zielstrebig los, über die Wiese, auf den Weg, links abgebogen, da zogen der Hübsche und ich hektisch Schuhe an und rannten ihr im Pyjama hinterher, und das arme Häufchen, das nur noch knapp drei Kilo wog, wanderte da einfach in die Dunkelheit davon. Das brach uns praktisch das Herz. Und nein, wir haben sie natürlich nicht laufen lassen und gut is, Elefanten machen das auch so oder waren das Inuit oder die amerikanischen Ureinwohner?, sondern zurück geholt. Aaaaah, ich bin abgeschweift), dann haben wir nachts um drei heulend die Logistik drumrum diskutiert (Kinder dabei? Begraben? Einäschern? Asche begraben?), während die Katze entweder zwischen uns kuschelte oder eben unruhig durchs Haus stromerte. Morgens mussten wir den Kindern Bescheid sagen, die Logistik ("Hallo Chef, frohes neues Jahr, ich komme heute nicht, ich muss meine Katze einschläfern lassen", "Liebe Lehrer, wenn unsere Kinder heute seltsam sind, liegt es nicht an zu viel Schokolade und Lego über Weihnachten." "Liebe Freundeeltern, unsere Kinder sind sehr traurig und wollen Euren Kindern nicht erklären müssen, warum", "Liebe Tierärztin, wir brauchen Sie. Heute. ASAP. Bitte.") organisieren, und dann mit der Katze warten. Das war schwer. Der eigentliche Tierarztbesuch dan schon auch, aber nicht so schlimm wie befürchtet. Die Leute dort kennen die Katze seit über 10 Jahren und sowohl die Ärztin als auch die Helferin hatten Tränen in den Augen. Der Hübsche hat danach gesagt "Vielen Dank. Sowas ist nie schön, aber das hier war so nah dran, wie es geht." und das trifft es ganz gut.


Und jetzt? Klar sind wir traurig. Sehr. Ich habe beim Heimkommen die leere Transportkiste aufs Bett gestellt und als erstes gedacht "Oh Mist, hoffentlich lag die Dax nicht unter der Decke". Der Hübsche fragte am Abend "Hast Du der Dax schon was zu fressen gemacht?", heute, als ich die erste Trocknerladung seither rausnahm (all ihre Lieblingsdecken), erwartete ich beim Trepperuntergehen mit Wäschekorb jeden Moment ein fordernd maunzendes Fellknäuel zwischen den Beinen, das in den Korb möchte.


Aber, und das hätte ich nicht zu träumen gewagt, es ist okay. Es ist viel okayer, als ich gedacht hätte Wir haben seit Wochen oder eigentlich Monaten damit gerechnet und das hat mich anscheinend mehr belastet, als ich währenddessen gemerkt habe. Jetzt haben wir (alle fünf) das Schlimmste überstanden und ab jetzt müssen wir uns keine Sorgen mehr machen, dass sie vielleicht leidet und dass wir irgendwann diese Entscheidung treffen müssen.


Skurrile Nebengeschichte: ich kam ja dementsprechend einen Tag später wieder ins Büro als geplant. Mein Chef und meine zwei Büroplatznachbarn wussten Bescheid, ich hatte allerdings den Plan, dem Rest der Crew das nicht alles en detail auf die Nase zu binden, weil .... primär weil ich mir nicht sicher bin, dass ich die Geschichte ohne Heulen erzählen kann und das mag ich bei der Arbeit nicht. Also bin ich heute morgen ins Büro, der Oberchef und die Assistentin waren schon da, ich meinte so "Good morning, happy new year" und wanderte zu meinem Büroplatz. 10 Sekunden später stand der Oberchef neben mir und fragte, was er falsch gemacht habe, weil ich wäre ja "Not very friendly" gewesen. "Hm? I am always friendly?!" "Yes, usually you are! But today, you know, the first time we see each other, normally I would expect a cheerful story on how the Christmas tree caught fire, but you kind of almost brushed me off!" Das hat man davon, wenn man die Rolle des Klassenclowns kultiviert. Und für den Rest des Tages hatte ich dann eine launige Geschichte, warum die Weihnachtspause nur so okay-ish war parat: "Kühlschrank kaputt, Besuch krank, Weihnachtspakete verloren, Backofen kaputt, kein gescheiter Schnee, aber immerhin wars die Hecke der Nachbarn, die Silvester gebrannt hat." Und ich fand es rührend, dass mein direkter Chef kurz vor dem Groupmeeting meinte: "Du, ich hab mich umgehört, unsere Nachbarin hat kürzlich zwei junge Katzen im Strassengraben gefunden und sucht einen Platz, das ware doch was für dich, oder?" *


Sonst: Ich habe meinem Vorweihnachts-ich sehr froh auf die Schulter geklopft, als ich kurz vor Besprechung mit Experten an meinen Schreibtisch hetzte und die Unterlagen, die ich dafür brauchte, ordentlich abgeheftet und markiert in einem frischen Ordner vorfand.


Selbstbeweihräucherung: bei der Arbeit nicht geheult. Vom Experten ein dickes Lob für meine Vorbereitung, meine Detektivfähigkeiten und meine Einschätzung bekommen. Dazu noch ein paar Schulungsmaterialien in Papierform und dieses Video für die Überzeugung von Zweiflern in Indien. Langsam fühle ich mich gewappnet.














*Wärs nicht. Nicht jetzt. Irgendwann. In nicht allzu ferner Zukunft. Aber nicht jetzt.

Montag, Januar 08, 2018

Dax

Dax, 08/1999 - 08/01/18
Es war weder unerwartet noch überraschend, aber trotzdem tat es richtig weh, die Entscheidung zu treffen, dass Dax heute gehen durfte (musste? ich möchte glauben: wollte und durfte).

Meine Süsse,
vielen Dank für die wunderbaren 18.5 Jahre, die Du uns begleitet hast. In der Zeit bist nicht nur Du von einem 17-Zoll-Würmchen (wir haben dieses Bild von dir, wo Du dich vor unserem damals echt grossen Monitor in der Sonne ausstreckst), das alle Katzenratgeber und Tierarzterfahrungen Lügen gestraft hat ("Katzen machen das* im Allgemeinen nicht." "Hold my catnip") zu einer erwachsenen und dann richtig alten Katzendame geworden, die altersmilde auch die beiden Jungs innig geliebt hat, nein, auch wir sind erwachsen alt geworden. Als wir heute mittag alle traurig und gleichzeitig lachend die Fotos angeschaut haben, die wir von dir haben (wie jedes Familienmitglied hast du eigenen Fotoalben, die sich nur um dich drehen), hat Little L., gemeint:" Die Dax ist ja superniedlich, voll klein, aber sonst wie jetzt auch. Aber der Papi und Du, ihr schaut echt voll jung komisch aus."
Ich hoffe, Du hattest an der Zeit mit und bei uns so viel Freude, wie wir an dir. Gute Reise, wir vermissen Dich!


* die Hälfte ihres Körpergewichts fressen, sich die Fäden aus der Wunde ziehen, vom Fensterbrett fallen, ein Loch unterm Zaun graben, statt zu klettern, mit Kanarienvögeln friedlich koexistieren, Salat fressen, irgendetwas oder gar Tiere im Fernsehen erkennen, gekippte Fenster ignorieren

Sonntag, Januar 07, 2018

Back to normal

Es ist soweit: Kinderüernachtungsbesuch ist kein Aufwand mehr (okay, vllt kommt es auch auf das Kind an, diesmal war es Little L.s allerallerallerallerbester Freund, die beiden sind eh praktisch Bonusbrüder, die dauernd entweder bei ihm oder bei uns sind): sie können selber die Matratze samt Schlafsack parat machen und auch wieder wegräumen, niemand hat Heimweh, es wird abends zwar geschwatzt und gekichert, aber nicht unendlich lang, dafür wird morgens ausgeschlafen. Hach.


Ansonsten: die Wohnung ist vollkommen entweihnachtet. So sehr ich schon im November nach den Weihnachtsdekosachen giere, so sehr freue ich mich dann am Dreikönigstag (oder halt am Tag danach) auf ein gefühlt doppelt so grosses Wohnzimmer. Das einzige, was bleiben darf, bevor ich irgendwann an Ostern den Häkelkranz von Oma Eis aufhänge, ist der Türkranz mit roten Beeren und FakeEiskristallen drauf.


Die Kinder haben die Krippenfiguren einzeln eingewickelt und in ihre Schachteln verpackt, wir haben gefühlt Kilometer Lichterketten sorgfältig in den zugehörigen Schachteln verstaut, Millionen Batterien herausgenommen und dann alles wieder oben auf dem Speicher verstaut.


Der Tannenbaum wartet zusammen mit dem zerlegten Küchenschrank morgen auf die Müllabfuhr.


Der Hübsche hat währenddessen den softwartetechnisch in den jungfräulichen Zustand zurückversetzten Hauptcomputer neu aufgesetzt (und dabei bewundernswert wenig geflucht und geschimpft).


Wir haben den Backofen nochmal rausgenommen und geschaut, ob wir mit unseren rudimentären Elektrikkenntnissen irgendwas offensichtliches erkennen: nein. (er ist 15 Jahre alt, hat gute Dienste getan, der Garraum ist neben der Dampfschale auch schon durchgerostet, so gross ist die Überraschung nicht, dass er hinüber ist.) Ich werde morgen nochmal einen Elektriker aufbieten, vielleicht erkennt der was, und sonst habe ich schon nach neuen recherchiert. Gottseidank wird das alles nicht so kompliziert wie mit dem Kühlschrank, die Lücke im Schrank ist eine Normlücke, so viele verschiedene Dampf-Backöfen gibt es gar nicht, anschliessen muss es eh ein Elektriker, das wird relativ unspektakulär.


Wir sind dann noch ein bisschen runter an den Rhein gegangen, Hochwasser schauen. Hier ist es nicht so dramatisch wie auch schon, aber dank Burglind schwimmt irre viel Holz im Wasser.


Ansonsten: Schultaschen sind gepackt, Arbeitstasche ist gepackt, Klamotten für Büro und Klassenzimmer morgen liegen bereit (fertig mit Jeans und Hoodie, wenigstens für mich :-)), unsere Termintafel ist freigewischt von weihnachtlichen Menülisten und mit den Terminen der nächsten Woche versehen.


Ich bin einerseits nicht wirklich unendlich erholt, neben Weihnachten, das ja immer eine Runde sehr schöner Aufgaben beinhaltet, war diesmal auch echt viel sonstiges Zeug zu erledigen (ich sag nur Kühlschrank, Computer und jetzt noch der Nachmacher Ofen), die Sorgen um die Katz zehren, und daheim finde ich einfach immer was zu machen und zu tun.
Immerhin hat es zweimal mit Skifahren geklappt, wir haben doch einiges unternommen und nette Leute getroffen. Andererseits habe ich mich echt vom Arbeitszeug nicht irre machen lassen und habe meinen Kopf davon immerhin freigemacht.


Auf geht's, 2018!


Selbstbeweihräucherung: wir sind alle alltagsbereit!

Samstag, Januar 06, 2018

Oh, müde!

Heute nur kurz, weil Überschrift.
Früh aufgestanden, weil mit Freunden abgemacht, dass wir noch mal skifahren gehen. Das war dan okayish für die 2-Stundenkarte, länger aber auch nicht wegen beschränkt spannendem Hang und halt nur wenig Schnee. Faszinierend, wieviel steiler und gefährlicher das alles in meiner Erinnerung ist, von damals, als Q und L gerade mit dem Skifahren anfingen.
Danach wieder heim (nachdem ich gestern von den Wassermassen im Oberrhein geschrieben habe heute noch ein Stück weiter bachaufwärts: die Wiese und alle Zubringerbäche laufen über!), alles vorbereiten für Ferienabschlusspizza mit eben den Freunden.
Ausserdem kam L,s bester Freund aus den Skiferien zurück und direkt zu uns zum Übernachten.
Alles sehr super, sehr lustig und sehr schön (wenn ich genug Rotwein getrunken habe, erkläre ich Schnittmuster auf schweizerdeutsch. Ups.)
Sehr mysteriös, dass von null auf nix (also: nicht direkt nach den baulichen Massnahmen, in der Zwischenzeit wurde noch einiges gebacken) der Backofen auf einmal dann heute unmotiviert seinen Dienst quittierte. Ein bisschen gnah, aber ich halte das wie mit dem Kühlschrank, bzw. noch unkomplizierter: am meisten stresst mich der Aufwand, das zu reparieren / ersetzen, aber das ist absehbar und dann ist das auch wieder für einige Jahre gut.
So, jetzt muss ich aber ins Bett, morgen muss hier entweihnachtet werden.
Selbstbeweihräucherung: das war ein toller Pizzaabend. Und ich gewinne Skirennen mit den Kindern (noch),

Freitag, Januar 05, 2018

WMDEDGT 01/18

Es ist soweit: das erste #WMDEDGT? 2018!
 
Mittlerweile wissen ja alle, wie es läuft, oder? Wir schreiben heute alle auf, was wir den ganzen Tag so machen und abends verlinken wir uns hier und zack: man kann bei den anderen schauen, was da so los war. (Und: WMDEDGT? heisst: "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?" und hat vor über vier Jahren seinen Anfang genommen in einer Tagbuchblog-Woche und seit April 2013 gibt es das jeden Monat am 5.)
 


Allgemeines:
  • Die Linkliste schaltet sich um 18:00h frei.
  • Und, finden Sie es kleinlich oder nicht, das Ganze hat seinen Anfang im Tagebuchbloggen gemacht und ich möchte, dass es auch so bleibt. Ich behalte mir deshalb vor, Links auf Posts, die halt heute geschrieben wurden, aber keine Tagebuchblogsposts sind, von der Liste zu löschen.
  • Ich fand ausserdem die gemischte Linkliste letztes Mal sehr nett (es hat sich auch keiner beschwert, auf jeden Fall nicht bei mir oder so, dass ich es mitbekommen hätte), also bleibt das jetzt so, diesmal probiere ich noch eine andere Sortierung, Sie dürfen gespannt sein, wie ich die Links diesmal sortieren lasse :-)
Ich wache ab 6 halbstündlich auf, bleibe aber dann doch noch bis viertel vor neun liegen, WEIL ICH ES KANN! (ich schlafe in den Ferien viel mehr als unterm Jahr, aber ich bin trotzdem den ganzen Tag müde. Tja nun.) Kaffee, Internet, Kuscheln im Bett, dann schnell frühstücken, die Katze und ich haben nämlich einen Termin, um 11 bei der Tierärztin. Eigentlich soll nur der Blutdruck nach 2 Wochen Blutdrucksenkern überprüft werden, aber weil sie gar so wenig frisst und schlapp ist, noch dazu einen Schnupfen hat, warten wir danach noch auf einen Termin im Sprechzimmer. Der Blutdruck ist viel besser als das letzte Mal, aber da eine Nebenwirkung Appetitverlust sein kann, werden wir das mal ein paar Tage absetzen und schauen, was passiert. Ansonsten: tja. Sie ist ... achtzehneinhalb Jahre alt. Ihre Nieren versagen, sie ist zunehmend verwirrt, tja. Soweit, so nicht schön, was aber schön, soweit man in dem Zusammenhang von schön reden kann, ist: die Tierärztin, die unsere Dax nun seit über 10 Jahren kennt, sagt: sie leidet keine Schmerzen, wenn wir mal 90 sind liegen wir auch am liebsten an einm gemütlichen Platz, essen mal ein paar Bissen vom Seniorenteller oder Essen auf Rädern, gehen vielleicht mal aufs Klo und sind froh, wenn uns jemand die Haare kämmt, die Decke aufschüttelt und un en Rücken krault. Genau das machen wir eh, das heisst: die Katze hat ihren Stammplatz mittlerweile im grossen Familienbad direkt vor der Heizung auf einer immer frischen Wärmflasche, wir servieren das Essen direkt an ihren Schlafplatz, Trocknerwäsche wird erst dann zusammengelegt, wenn sie ausgekühlt ist und die Katz sich ausgiebig drauf ausgeruht hat. Die Tierärztin meint, wir würden merken, wenn es nicht mehr gut wäre und dann würde sie uns rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Tja. Dann ist das so.




Wieder daheim musste ich ganz schnell einkaufen gehen, weil: der neue grosse Kühlschrank will befüllt werden, ausserdem ist ja nächste Woche wieder Schule und wir brauchen das Alltagszeug.


Auf dem Heimweg schneidet mir ein Radler von links auf einer "Rechts-vor-Links-Kreuzung" den Weg ab, gestikuliert wild, als ich irritiert schaue, zeigt mir den Stinkefinger, als ich die Hände in einer "Sag mal, was ist den bei dir falsch verdrahtet?"-Geste hebe, so dass ich halt schon noch an ihm vorbeifahren muss, stehenbleiben und fragen, wie er damals in der Vierten den Fahrradführerschein bestanden hat.




Nach seligem Kühlschrankbefüllen (ich habe noch NIE einen grossen Sack gefrorene Himbeeren gekauft (und zwei Sorten Pommes, weil der Hübsche ja lieber die dünnen mag und alle anderen lieber dicke, UND TK-Pizza UND TK-Kräuter und überhaupt) gibt es Berliner Krapfen für alle, mit Musik, der vor Wochen durch standhaftes Chipsessen und Wapperl aus dem Müllfischen erstandene Lautsprecher ist nämlich da:



 dann Katzekuscheln,



Wäscheverräumen, für Q. heisst es dann gegen halb sechs "auf zum Unihockeytraining", ich mache mit den Eltern seiner Freunde noch ab, dass wir morgen zum Ferienausklang doch noch ein Häufchen Schnee in vernünftiger Autoreichweite finden und dort wenigstens morgen Skifahren gehen (hier unten hat es fast 20Grad, der Rhein hat vong der Wassermenge her einiges für Deutschland und Holland parat) und dann die Ferien gemeinsam bei uns bei Wein und Pizza ausklingen lassen. Little L. und sein bester Freund hatten ja grosse Pläne für die Ferien mit wechselseitigem Übernachten und so, allerdings hat der Freund die Wochen durcheinandergebracht und ist jetzt .... in den Skiferien. Morgen kommt er allerdings wieder, so die Strassen im Wallis befahrbar sind und wir bekommen noch ein Bonuskind.


Zum Abendessen habe ich mich endlich mal durchgsetzt und die letzte Extruderscheibe des PastaMakers (Affiliatlink) ausprobiert: es gibt Lasagne (klassisch mit Bolognese/Béchamel) mit frischen KarottenBasilikum-Nudellappen. Und Salat.




Während wir auf Q. warten, spielt Little L. Rayman, ich bereite noch schnell einen Dreikönigskuchen für morgen vor, weil wir ja wegen Skifahren vor Öffnung der Laden hier losmüssen und L. so niedlich geschaut hat ("Mami, das ist so toll, wenn man jemand in der Familie hat, der so gut kochn kann..... ach ja, und bitte lieber mit Schokolade als mit Rosinen"),  ich schneide dem Hübschen die Haare an den Seiten, wir packen das Auto für morgen und sooooo fauli war der Tag dann irgendwie gar nicht.


Abendessen gibt es (wie immer freitags wegen eben Training) erst um halb neun, dann wird Q. an den Seiten auch noch geschoren, der Hübsche und ich schauen die aktuelle Staffel "Black Mirror" feritg und morgen geht es nochmal in den Schnee, ich freu mich!


Selbstbeweihräucherung: im Bett geblieben trotz Hummeln im Hintern, beim Tierarzt nicht viel geheult, das Kind hat gesagt, ICH KANN GUT KOCHEN!








    Donnerstag, Januar 04, 2018

    Einfach nix

    "Und, morgen Faulitag?" sorgte gestern abend ja für grösste Begeisterungsstürme. Und was soll ich sagen: es regnet, auf den Bergen ist es mir zu stürmig, zu nass und zu warm zum Skifahren, richtig oberrelaxt bin ich trotz ganz schön vielen Tagen frei immer noch nicht, also: Faulitag it is.
    Der startete dann etwas überraschend mit einem Anruf um 8 Uhr, endlich meldete sich der Sachverständige der Versicherung, der den Parkschaden am Auto* inspizieren wollte. Nach >2 Wochen Funkstille (I get it, Weihnachten und so) auf einmal "Ich bin in einer halben Stunde da." Ja. Nun. Dann halt.
    Also schneller Kaffee, der Hübsche zeigte das Auto in der Garage, wir kriegen die gesamte Stossstange neu lackiert, demnächst dann, ich hole währenddessen Semmeln und Gipfeli, als ich zurück bin ist das Auto begutachtet, Little L. ist wach, Little Q. bewegt sich und wir frühstücken in aller Ruhe.
    Danach schwinge ich mich mit "The Crown"** auf den Crosstrainer, auch alle anderen machen das, was sie wollen. Das bedeutet für den Rest des Tages: lesen, Nintendo, Lego, PS4, Netflix, Waffeln, Klamotten aussortieren, die als Ersatz für die eigentlich als Geburtstagsgeschenk gedachte, auf dem Postweg verlorene "Anastasia Beverly Beverly Hills-Modern Renaissance"-Palette gestern gekaufte "Urban Decay: Naked Heat"-Palette ausprobieren, wegen Fauli-Tag sogar mit so viel Zeit, dass ich eine nicht ganz geglückte Cut Crease grad wieder abwische und nochmal von vorn anfange, Mensch ärgere dich nicht mit Little L. (nie wieder lasse ich mich von seinen grossen Welpenaugen zur Schonung drängen!!!!).***
    Zu essen gibt es Skifahrsuppe und für die Kinder Schinkennudeln, das geht superschnell, weil schon fertig oder halt während der Aufwärmzeit im Nullkommanix erledigt :-).


    Doch, hat was, so ein Faulitag. (Morgen: weniger Fauli, weil Wocheneinkauf, Training geht wieder los und die Katz muss wieder mal zum Tierarzt. AUSSERDEM: nicht vergessen, erstes WMDEDGT? des neuen Jahres ist morgen!)


    Selbstbeweihräucherung: ich hatte fast keine Hummeln im Hintern. Also: ich habs mir nicht anmerkn lassen. Also: fast nicht. Also: nur ein bisschen. Und ich habe endlich mal dran gedacht, dass ich das Herbaria Waffelgewürz mit dem witzigen Namen "Grandma's Flash" gekauft habe, bevor der Teig ganz verbacken war.




    * Irgendein Arsch hat hinter uns auf Kontakt einparken wollen, aufgegeben, nachdem er uns die ganze Stosstange und eine Felge verkratzt hat, und ist dann einfach wieder gefahren. Ich bin schon ein bisschen sehr froh, dass wir die zusätzlichen 13Franken80 (Symbolzahl, ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wieviel das waren) in die Parkschadenversicherung investiert haben. Es gibt genug Deppen auf der Welt, dass sich die lohnt.


    ** beim Korrekturlesen Kopfkino von mir mit Krone auf dem Kopf am Rennen. Ich lass das jetzt so
    *** Ja, und wie immer halt 2 Maschinen Wäsche, Geschirr, tralala, ist halt so.

    Mittwoch, Januar 03, 2018

    Coole Sturmfrisur

    Sie erinnern sich an den Kühlschrank, gell? Erst hiess es ja: Lieferungen in die Schweiz erst wieder in der zweiten Januarwoche, die Küchenbauer wären auch erst am dem 15. Januar wieder da und das war für unser "Wir wollen, dass das sofort alles super funktioniert und ordentlich ausschaut"-Bedürfnis natürlich schon schwierig. Irgendwie ging Liefern in die Schweiz dann aber doch wieder schon heute und wir verblieben mit den Küchenbauern so, dass wir uns halt dann am 15. melden würden, wenn wir das nicht hinkriegen würden, solange würden wir den neuen Kühlschrank halt im Wohnzimmer stehen haben. Wie ich das so fand, können Sie sich ja vermutlich vorstellen.
    Die Küchenbauer waren bisher ausserdem ausserstande, uns einen Kostenvoranschlag zu machen, vermuteten aber, dass die Backöfen ausgebaut werden müssten und alles voll gut verschraubt sein würde und das wären dann schon mindestens ein, zwei Stunden Arbeit für 2 und dann noch der Weg, hm, so mindestens 500, 600 CHF wären das schon.
    UND halt der Kühlschrank zwei Wochen im Wohnzimmer, das ist natürlich ein gewisser Anreiz, das selber hinzukriegen.
    Also haben wir gestern mit sehr viel Wille und sehr wenig Ahnung angefangen, den Kühlschrank auszubauen. Das ging noch relativ leicht, kompliziert wurde es dann mit dem Schrankkorpus. Er war natürlich mit den beiden Schränken links und rechts verschraubt und NATÜRLICH nicht nur von Seiten des Kühlschranks aus. Wir haben also Schraube um Schraube gesucht (hinter JEDEM Scharnier im Apothekerschrank, in JEDEM Fach des Geschirrschranks, wie die Profis haben wir mit einer Taschenlampe und ganz genau schauen lokalisiert, wo die Schränke verbunden sind. Es war auch eine Papp-Tortenunterlage im Spiel, die wir durch den sich bildenden Spalt gezogen haben, ich sag ja: Profis.).
    Irgendwann war es dann soweit, dass der Schrank noch an ZWEI Schrauben befestigt war und diese beiden befanden sich innen in den Fächern, in denen die beiden Backöfen drin sind. Wir haben ja einen Heidenrespekt vor Starkstromkabeln und Backöfen und so, aber zwei Schrauben? Zwei Wochen Kühlschrank im Wohnzimmer? 600CHF? der Hübsche probierte also vorsichtig, wie fest der kleine Backofen eingeschraubt war und tadaaaaa, es waren nur zwei Schrauben. Das Kabel war so lang, dass er ihn rausziehen konnte, bis ich mit meinem Spinnenarm und dem Mini-Ixus reingreifen und die vorletzte Schraube rausdrehen konnte. Es blieb also EINE Schraube und wir waren schon so drin und haben das Spiel mit dem grossen BackofenSteamer-Ding wiederholt (gsd habe ich nochmal alles mit der kleinen Taschenlampe abgeleuchtet, es waren nämlich doch zwei in diesem Fach), und tadaaaa, die Öfen und die Sicherung (wir sind ja nicht doof) sind wieder drin, der Schrank vom Kühlschrank kam raus, wir hatten dank der Einbauküchentürplatten genug farblich passendes Material, um eine Sockelplatte zu haben und aus dem Rest im Baumarkt Blenden (für umme!) schneiden zu lassen, und tadaaaaa, hier war das Loch für den Kühlschrank.




    Soweit so gut, heute hiess es dann warten bzw für mich (Achtung, neuer Handlungsstrang, Kühlschrankloch aber nicht vergessen!) auf das Gewicht, den tiefen Schwerpunkt, die Vollkaskoversicherung des Teslas und auf meinen Schutzengel zu vertrauen, und mich durch den Burglind-Sturm und den Südschwarzwald (naja, ein kleines Stückchen) auf den Weg zum Friseur zu machen. Der Sturm hier war wirklich beeindruckend, es hatte ja die letzten Tage in der Nacht immer schon wieder so gewindet, dass ich die Fenster schliessen musste, aber das war noch eine Runde mehr. Dazu gewitterte es, der Regen peitschte quer, nicht wirklich schön. Als ich losmusste, war allerdings das Schlimmste schon vorbei, auf dem Weg zur Autobahn war zwar die Strasse halb gesperrt, weil die Feuerwehr einen umgestürzten Baum vom Radweg entfernte und in der Nähe von Lörrach war die Strasse Richtung Wald voll gesperrt. Sonst lagen vor allem Äste und so rum, aber nix dramatisches mehr. Die Stadt war erstaunlich leer und so konnte ich in der Dreiviertelstunde, die ich zu früh war (ich hatte ja mehr Sturmverzögerung eingeplant) noch alles erledigen, was auf meiner Liste stand: eien Skipulli für Q., seiner ist ihm zu klein, einen Buff für L., seiner ist wohl in der Schulfundkiste oder bei einem anderen Kind, leider keine Camelbak-Ersatzmundstücke (orrrrr, Q. haben wir den Nuggi echt zu früh weggenommen, der kaut immer noch dauernd auf was rum), weil aus dem Programm genommen, und keine Sodaclub-Ersatzflaschen, weil aus. Tja, dann halt Amazon, nech?
    Haarschnitt wie immer: super. Was nicht so superklug war, war einen Pulli mit Riesenhoodie anzuziehen, aber dann habe ich halt länger was von den Haarfitzeln. (und bin voll up to date, was das ganze Jahr so bei Königs passiert ist.)


    Daheim wartete inzwischen ...... tadaaaaaaa, der neue Kühlschrank. Passte wie angegossen, er kühlt, er hat unglaublich viel Platz im Gefrierteil (und den muss man auch nicht zukleben :-)).









    Selbstbeweihräucherung: hallo? Küche auseinandergebaut? Naaaaaa? Eben.

    Dienstag, Januar 02, 2018

    Januar

    So, besser spät als nie, aber Sie verstehen; die Feuerwehrstory ging vor :-).
    Der Januar wird ganz entspannt und wir haben ihn mit Absich nahezu terminfrei gehalten, um einen Gegenpol zu dem durchweg Highspeed-2017 zu haben
    2018 geht ehrlicherweise genauso full steam ahead weiter, wie 2017 war.
    Bisher steht fest, dass wir:

    • einen neuen Kühlschrank kriegen und den alten und Teile der Einbauküche selber rausbauen. Das wird ein Spass die Hölle hoffentlich ohne Verletzungen abgehen.
    • den Hauptcomputer professionell reparieren lassen müssen (oder einen neuen brauchen).
    • hoffentlich noch einzweidreimal Skifahren gehen (fest abgemacht haben wir schon mindestens einen Termin mit Nachbarfreunden, genauso den Apero danach) und hoffentlich auch noch Schlitteln.
    • mit der Katze noch das eine oder andere Mal zum Tierarzt müssen. (Ich muss immer dran denken, dass Q. geschluchzt hat: "Bitte nur noch bis Weihnachten." Das immerhin hat geklappt. Weiter.... wir werden sehen.)
    • mit Little L. und seiner Lehrerin das letzte Mal das jährliche Standortgespräch führen werden (wir werden sie sehr vermissen. Sie hat unseren beiden Jungs den besten Einstieg ins Schulleben ermöglicht, das man sich nur wünschen kann.)
    • Hoffentlich noch verspäteten, wieder gesundetetn Weihnachtsbesuch empfangen dürfen
    • Q. in sein erstes Skilager verabschieden werden
    • mit dem Architekten unsere Hausumbaupläne einem reality check unterziehen werden
    • das Pfadijahr mit der traditionellen Nachtübung beginnen werden
    • zu zweit auf ein Konzert gehen werden (mein Weihnachtsgeschenk!)
    • ich zwei Länder betreten werde, in denen ich noch nie zuvor war (Vereinigte Arabische Emirate als kurzen Zwischenstop und dann halt Indien), ich bin allein deswegen sehr nervös, noch mehr allerdings wegen des Grundes, warum wir hinfahren.
    • einen Erste-Hilfe-Kurs machen werden (also: ich, bei der Arbeit, und eigentlich ist es "Wiederbelebung in zwei Stunden", let's see.)
    • Vielleicht / Wahrscheinlich geht es auch nochmal nach Italien, aber da habe ich mir abgewöhnt, feste Pläne zu machen, da drehe ich sonst durch.
    • und sonst natürlich der ganz normale Alltag mit SchuleArbeitSport und Tralala, aber erst ab nächster Woche :-)

    Montag, Januar 01, 2018

    Silvester 2017

    Da sind wir mal alle ganz schnell sehr froh, dass das hier so ein unprofessionelles Hobbyblog ist, ganz ohne Redaktionsplan, sonst würde ich hier nämlich heute schreiben, was ich im Januar so machen werde (das kommt schon auch noch, das wird nämlich sehr spannend, aber halt erst morgen), statt das, was gestern alles so passiert ist und das wäre sehr schade, es war nämlich sehr .... vor allem lustig.
    Also: Wie jedes Jahr reichen meine Partyplaner- und Feierfähigkeiten und Restenergien des Jahres nach meinem Geburtstag, dröflzig Weihnachtsfeiern und dem eigentlichen Weihnachten dann nicht mehr für Silvester und so standen wir auch dieses Jahr recht verplant vor dem Kalender, fragten halbherzig bei Freunden und Kollegen an, was die den so machen und beschlossen dann: wir gehen skifahren.
    Nachdem gestern ja auf einmal Frühling war (über 15 Grad hier), war Schwarzwald eher nix, und so ging es nach Sörenberg in der Nähe von Luzern. Dort hat es auch nach einem Regentag noch 290cm Schnee, der halt etwas härter war, dafür schien die Sonne und es waren viel weniger Leute da, als sonst an einem sonnigen Sonntag, weil Silvester!
    Die Kinder sind mittlerweile grossartige Sifahrgefährten, will heissen: Q. fährt eh immer schon supersicher, mittlerweile gern auch mal schneller (ihn hat es als einzigen von uns gestern kein einziges Mal gewaffelt), Little L. macht mittlerweile auch mal die eine oder andere Kurve, so dass ich nciht die gaze Zeit kurz vor dem Herzinfarkt hinter ihm herjagen muss, und so sind wir ohne Zwichenfälle einen ganzen Skitag lang auf und ab gefahren. Als die Piste wegen Helikoptereinsatz gesperrt war, trafen wir auch noch eine Schulfreundin von Q. mitsamt Familie, die Schweiz ist halt doch ein Dorf.















    Gegen halb sieben waren wir wieder zu Hause, nach ausgiebiger Dusche/Badewanne bereiteten wir ein schnelles Fondue Chinoise vor (das ging wirklich fix, wir hatten noch Bouillon von Weihnachten, Fleisch und Sossen waren auch noch da und das bisschen Gemüse dazu ist schnell geschnippelt.).
    Satt und zufrieden durften die Kinder beim Warten auf Mitternacht den allerletzten HarryPotter-Film schauen, während der Hübsche und ich "Travellers" beendeten.
    Danach schossen wir mit den letzten 8 Wunderkerzen, die ich ganz unten in der Weihnachtskiste fand, unser obligatorisches Jahresabschlussbild:


    Zum Feuerwerk * trugen wir, wie man das halt in einem SHE-affinen Haushalt macht, schwer entflammbare Kleidung und Schutzbrillen und wir mussten unsere Abschussrampe mehrfach umziehen, weil immer neue Gruppen kamen und sich direkt neben uns stellten und aaaaaaargh, ich werde da etwas unentspannt, wenn besoffene Teenies mit Sprengkörpern um uns (und unsere Raketen rumhampeln).
    Gerade, als wir zusammenpackten und uns schon auf unsere warmen Betten freuten, brach auf einmal grosse Hektik in unserem Weg aus (wir waren ein Stück weggegangen an eine breite, offene Kreuzung, wo nicht direkt eben Hecken und Büsche und in direkter Nähe sind), weil... irgendwie zwei Raketen nicht in den Himmel, sondern in die Thujahecke unserer Nachbarn geflogen waren und diese in einem Affenzahn lichterloh anfing zu brennen. Die Stimmung war etwas unentspannt, weil zwei, drei Feuerlöscher reinentleert gar nichts gebracht hatten, ein Anwohner die dort böllernde Familie direkt beschudigte, das mit Absicht angezündet zu haben und jetzt weglaufen, das ist typisch für die Schwaben, aber keine Sorge, wir finden euch (Q. holte schon Luft, um zu erklären, dass die Bezeichnung "Schwaben" für alle Deutschen eigentlich nicht wirklich zutreffend ist und in Wirklichkeit....). Immerhin war auch die Feuerwehr alarmiert worden und die weniger zeternden Nachbarn (endlich zahlen sich die verpflichtenden Feuerlöschkurse bei der Arbeit mal aus!) incl dem Hübschen an alle verfügbaren Wasseranschlüsse Gartenschäuche angeschlossen hatten und mit einem etwas schwachbrüstigen Wasservorhang das Feuer unter Kontrolle brachten.
    Ich sammelte die Kinder ein, brachte sie ausserhalb der hektischen Zone, und dann kam der beste Moment der Nacht: alle waren froh und glücklich, dass nichts Schlimmeres passiert war, man lag sich sozusagen (ich nehme an, es war überall auch ein gewisser Alkoholpegel im Spiel) gesammelt in den Armen und wünschte sich einen guten Start ins neue Jahr, da kam die Feuerwehr. Wir leben ja in einer autofreien Zone, die Strassen und Wege sind sehr, sehr eng und nur im Notfall mit Autos befahrbar. Die Dorffeuerwehr liegt Luftlinie ca 200m von der brennenden Hecke weg, eigentlich hätten sie vermutlich gar nicht ausrücken müssen, sondern nur mit ordentlich Wasserdruck direkt von der Feuerwache aus losspritzen können, aber so war es natürlich nicht: man hörte zunächst die Sirenen, dann sah man ein bisschen Blaulicht und dann ...... kam ein einzelner Feuerwehrmann auf einem Motorroller (mit ohne Motor an) den Weg entlanggerollert und schaute, wo den was zu löschen wäre. Die freude- und löschwassertrunkene Nachbarschaft schaute sich gegenseitig an und war bereit, in erleichtertes Gelächter auszubrechen, da tauchte auf einmal hinter der rauchenden Hecke, lautlos, aber hell erleuchtet, wie ein riesengrossees StarWars-Raumschiff, der grosse Löschzug der Dorffeuerwehr auf und die Profis zeigten der noch ein bisschen rauchenden Hecke dann nochmal, wie das Löschen richtig geht, mit Wasservorhang, Wärmekamera, Brandwache und Kommandoposten.
    Das war ein ganz grossartiger Start ins neue Jahr!
    Heute morgen haben wir dann auf unsere alljährlichen "Wir sammeln das ein, was wir verböllert haben, und noch ein bisschen mehr"-Spaziergang die Hecke besichtigt, und hui, das hat schon ganz schön gebrannt, und nun ja, sooooo schlimm ist es nicht, gsd, wurde rechtzeitig gelöscht.




    *ja, wir schiessen Silvester Raketen in den Himmel. Get over it.