Dienstag, Mai 23, 2017

DRAMA!

Hier habe ich ja schon mal kurz was über die Liftanlage im Elfenbeinturm geschrieben. Normalerweise funktioniert das (bis auf das Ein- und Aussteigen und auf das weisse Rauschen an Gemotze über "man muss brutal lang auf den Lift warten, das geht einfach nicht" vs "meine Güte, stellt euch nicht so an, ihr Faulpelze, kein Mensch muss 3 Stockwerke mit dem Lift fahren!" auf den verschiedenen internen sozialen Netzwerken) alles super.

Heute allerdings: nicht so. Pünktlich zu Beginn der Mittagszeit (so gegen halb 12) ging auf einmal nichts mehr. Das Liftsteuersystem behauptete standhaft, die Lifte wären überlastet, man solle es doch später nochmal probieren. Mein Kollege und ich waren zu hungrig um zu warten, aber andererseits: zur Kantine geht es nur runter (18 Stockwerke), das ist ja schnell erledigt. Ich habe noch in weiser Voraussicht meine wunderschönen, aber nicht sooooooo hardcore staircaserunning kompatiblen dunkelblauen Wildlederpumps gegen flache Ballerinas * ausgetauscht, dummerweise (Schrittzählerchallenge!!!) das Handy auf dem Schreibtisch liegen lassen und wir haben uns schwungvoll auf den Weg nach unten gemacht.
Das Treppenhaus war viel bevölkerter als sonst, die meisten Leute noch guter Dinge (mal so unter uns: für Leute, die für normales Laufen** nicht eingeschränkt sind, mögen 18 Stockwerke viel klingen, aber runter ist das nun echt kein Hexenwerk, da wirds einem höchstens schwindlig.), wir haben lecker gegessen, kurz geschaut: Lifte gehen immer noch nicht, wir sind also ein Stockwerk nach oben gelaufen, haben einen Kaffee getrunken, aber irgendwann war nix mehr mit warten, weil ich einen Termin am anderen Standort hatte und nicht nur einmal quer durch die Stadt, sondern auch noch einmal rauf in mein Cubicle (und natürlich wieder ganz runter) musste, weil da noch mein Laptop und alles lag.
Die Lifte gingen immer noch nicht, also machten wir uns wieder auf den Weg nach oben und ja, 17 Stockwerke rauf, das ist schon ein bisschen anstrengend. Aber andererseits war das jetzt ja nun auch keine Notfallsituation, jeder von den Turmbewohnern konnte sich ja eigentlich ausrechnen, dass das nun nicht sooooo lang gehen würde, bis der Lift wieder laufen würde. Es gab ja nach wie vor Licht, frische Luft, Wasser, Kaffee, Tee, Snack-Automaten, funktionierende Toiletten und überhaupt die gesamte Infrastruktur, nur halt keine Lifte, im ganzen Turm. Im Treppenhaus herrschte eine sehr interessante Stimmung. Die meisten Leute reagierten mit kleinen Witzchen und blöden Kommentaren, je nach Laufrichtung mit mehr oder weniger Puste und roten Köpfen. Manche Leute machten auch keine Witze, sondern grimmige Gesichter, aber was mich echt erschütterte, waren Menschen, (also, nicht nur einer) die weinend, verschwitzt, panisch auf Treppenstufen sassen. (Ich fragte, ob ich helfen könnte, wurde aber schniefend weggewedelt) .
Es ist ja jetzt nicht so, dass irgendwie der Turm um uns rum abbrannte oder einstürzte oder irgendeine Art Notfall eingetreten war, die Lifte waren gerade mal für ... 40 Minuten ausgefallen. Vielleicht bin ich wirklich unsensibel (naja, what else is new? :-)), aber ich verstehe wirklich nicht, wie man dadurch so aufgelöst werden kann. (Klar, für lauftechnisch eingeschränkte Menschen war das schon wirklich doof, wir haben zwei Kollegen auf dem Stockwerk, die tatsächlich auf die Lifte angewiesen sind, aber für die kurze Zeit? Von denen hat auch keiner geweint.)
Nun ja. Oben angekommen habe ich also ein Glas Wasser getrunken, meine Sachen zusammengepackt (die praktischen Ballerinas grad angelassen) und mich wieder auf den Weg nach unten gemacht (angeblich wären die Lifte da mit Notstrom wieder gefahren, aber mit meinen Rollkragenproblemen fahre ich nicht 21 Stockwerke mit Notstrom im Lift.
Zum Cooldown noch ein kleiner 2.5km-Marsch durch die Stadt und schon zeigt sich, die Wochenend-Malaise ist vorbei.
Nach ca anderthalb Stunden kam dann die Entwarnung: die Lifte laufen wieder.
Ich persönlich (ich habe vermutlich zuviel "Homeland" oder so gesehen) vermute ja ein bisschen, dass das ein Testrun des Ereignisdienstes war, um die immer noch ausstehende Evakuierungsübung für den Elfenbeinturm für den Notfall besser planen zu können. Man kann jetzt schon sagen: es wird Tränen geben (wobei es dann ja eh nur runter gehen wird....).

* Für den Fall, dass ich mal in die Produktion muss (oder mich beim Mittagessen mit Sosse vollschlabbere oder so), habe ich ein komplettes Outfit, das den Sicherheitsrichtlinien entspricht, im Büro, also: lange Hose und passendes Oberteil. Dazu gehören natürlich dann Laborkittel, Anstosskappe und Sicherheitsschuhe, die Ballerinas habe ich eher für den Sommer und potentielle Blasen durch schönes, aber nicht ganz so lauftaugliches Schuhwerk im Büro. Ausserdem Strickjacke, frische Socken, Deo, Makeup-Notfallkit, Bürste, Haarwachs, Handcreme, Sonnencreme, Pflaster, Kopfschmerztabletten, Notfall-Studentenfutter, also: ich könnte vermutlich eine Zeitlang in meinem Cubicle überleben :-)

** im Schweizer Sinn, also: "gehen" für die Deutschen, das ist jetzt kein Witz. Deutsches "Laufen" heisst hier "Rennen" oder "Säckle")

Montag, Mai 22, 2017

Zeug

Diese Woche ist ja superkurz. Die Zeit zwischen Osterferien und Sommerferien ist hier schon eine einzige Reihe an Feier-, Brücken- und Lehrerweiterbildungstagen. Einerseits schon schön, andererseits bleibt für die Dinge, die halt an fixen Terminen fällig sind, weniger Zeit zum erledigen. (und ich Fuchs habe mir irgendwie den "freie Tage am Standort Basel"-Kalender gemuted, so dass ich für ein dringendes Meeting schon sehr überrascht war, dass diesen Mittwoch noch alle freie Slots hatten, und erst mal sehr motzig wurde, als alle kommentarlos absagten. Aber yay, Feiertag!)

Dementsprechend suche ich jetzt im Standardwerk der Schweizer Bergliteratur (Affiliatelink) für Eltern (eigentlich sind es Einzelbände, aber das, was ich bräuchte, ist vergriffen, deswegen habe ich jetzt das best of) nach einer schönen Bergtour fürs lange Wochenende. Das grosse Kind darf auf keinen Fall jammern :-), das kleine kann ja mit dem Seil raufspringen. Little Q. wünscht ausserdem, dass wir nochmal zum Fünfschilling frühstücken gehen, das am Samstag hat er ja wegen Hike verpasst.

Apropos Pfadi: es steht ja das Pfingstlager vor der Tür (nahezu drei Tage kinderfrei, was machen wir denn da?) und für die Grossen heisst das Motto: "Mission to Mars", d.h. Tenue zum Antreten ist nicht nur Uniform, sondern .... Astronautenanzug. Was auch immer man da draus macht. Die Mutter von Q.s bestem Freund kam auf die Idee, im Baumarkt Tyvek-Anzüge zu besorgen (wir haben bei der Arbeit die fremdbelüfteten Vollschutzanzüge, die noch besser wären, nur in XXL, damit alle Mitarbeiter reinpassen, und das ist für 11jährige ein bisschen zu gross. Ausserdem ist das wieder unendlich kompliziert, die da legal und ordnungsgemäss abzukaufen....), die ich jetzt via Stickmaschine mit (Pfadi)Namensschildern und Weltraumoptik versehe.

Ansonsten: Hummeln im Hintern. Meine Malaise vom Wochenende ist besser, aber noch nicht gut, so dass ich sporttechnisch noch aussetzen sollte/müsste/werde. Das macht mich kribbelig.

Aber immerhin komme ich dazu, das schöne Wetter zum Lesen auf dem Balkon zu nutzen. Übrigens "The Handmaid's Tale" (Affiliatelink), wie fast gefühlt alle in meinem Internet gerade.

Sonntag, Mai 21, 2017

Ruhm und Ehre

Vor ungefähr 2 Wochen kam Little L. nach Hause und meinte: "Wir kriegen jetzt im Turnen  Noten auf Seilspringen, man muss mindestens 10 Sprünge schaffen, ich bin da voll schlecht, das wird nix."
Anscheinend schaffte er auf Anhieb nur zwischen 0 und 3 Sprüngen und war ...  etwas gefrustet. Es war vermutlich das allererste Mal in seinem Leben, dass er wirklich Seil sprang, das gehörte früher zwar zu meinem Alltag, aber bei usneren Kindern eher nicht so.
In meinem Kopf geriet es wieder ein bisschen in Vergessenheit, bis Little L. letzte Woche heimkam und meinte: so, ich hab voll viel geübt, ich konnte heute 12 Sprünge, das gibt eine 5 (Die Schweizer Notenskala ist andersrum, gell, keine Sorge!). Wenn ich noch mehr übe und das nächste Mal noch zwei Spezialsprungarten auch 10 mal schaffe, dann bekomme ich eine 6 , wo ist ein Springseil?"
Tja. Gottseidank haben wir (wober auch immer) eine ganze Kiste Springseile und seitdem übt Little L. auch zu Hause mehr oder weniger rund um die Uhr (an einem Abend gab es eine Familienchallenge. Der Hübsche ist wegen Kampfsportaufwärmtraining ziemlich gut in normalem Springen, ich wegen Beckenboden leider gar nicht mehr so gut, wie ich dachte, aber das rechts-links-Wechselspringen kriege ich immer noch hin). Ganz ohne Antrieb elternseits hat er sich selber blind springen, rückwärts springen, Seil überkreuzen beim Springen und auf einem Bein springen beigebracht und hat nun die beste Seilspringnote der Welt bekommen.


Heute haben wir Little Q. mittags mit müden Beinen, aber sehr glücklich von der Hike Challenge der Pfadis abgeholt. Er ist wieder die gesamten 40km mitgelaufen, davon die ersten 20km bergauf. Er hätte alle 10 km aussteigen können, aber obwohl er und seine Freunde die kleinsten der Truppe sind, sind sie alle mindestens 30 und die meisten sogar die ganzen 40km mitgelaufen.


Einerseits ist es vermutlich nicht verwunderlich, dass sie eine ordentliche Portion Ehrgeiz an den Tag legen, ich meine, ... Gene sind Gene, Vorbild ist Vorbild, gegen nature und nurture zusammen haben sie vermutlich gar keine andere Chance. Ich hoffe trotzdem, dass sie (ja, anders als ich, ich gebe ies zu) ein gesundes Mass für den Wettkampfgeist finden, aber es gibt Bereiche, wo sie durchaus "Dabeisein ist alles" leben und das ist ja eigentlich schon mal ein ganz guter Hinweis.


So, bitte entschuldigen Sie mich, ich muss erst für unser verlängertes Wochenende noch eine Bergtour raussuchen, unter 40km fangen wir gar nicht erst an, und dann muss ich noch dieses vermaledeite Überkreuzen beim Springen üben.....

Samstag, Mai 20, 2017

Ungewohnt

  • früh aufgestanden, weil Little Q. heute morgen um acht schon zur Hike Challenge der Pfadis antreten musste. Ich bin gespannt, ob er wie letztes Jahr die 40km durchhält oder doch eher abbricht (ich habe ihm gestern versucht  klarzumachen, dass er sich nicht quälen soll und auch 10km schon eine tolle Leistung wären, aber ich glaube, er hat mir nicht geglaubt. Der Hübsche meint: aus meinem Mund ware das auch total unglaubwürdig, weil ich ja selber kein Mass und Ziel kennen würde. Tja.)
  • mit nur einem Kind im Schlepptau aushäusig frühstücken gegangen. Man glaubt es kaum, unsere an sich dauerquasselnde Familie sass zufrieden und still lesend am Tisch, Kind mit Buch, Erwachsene mit mobilen Endgeräten. Alles sehr harmoisch, bis der Hübsche irgendwie mein Handy in meine Cappuccinotasse fallen liess, beim Rausrupfen den Löffel schleuderte, der das Marmeladentöfpchen auf meinem Tablett quer an mir vorbei auf den Boden schleuderte und wir dann beschlossen, dass wir lieber gehen sollten.
  • im Hofladen Erdbeeren, Spargel, Sekt und Apfelringe gekauft
  • im deutschen Nachbarsdorf versucht, einkaufen zu gehen, aber das ist so grattlig, das macht überhaupt keinen Spass.
  • aus Gründen (kein Mass und Ziel könnten gut damit zu tun haben), bin ich im Moment ein wenig gehandicappt und habe fiese Schmerzen, wenn ich nicht flach rumliege. Das schafft mich ganz schön, weil es erstens sauweh tut und zweitens so doof und unangenehm ist und ich ja vermutlich zu einem ordentlichen Teil zur Verschlimmerung beigetragen habe, also war ich froh ums Heimkommen.
  • am Mittag im Bett eine Folge "13 reasons why" angeschaut. Lotterleben galore (ich finde die Serie ganz unglaublich anstrengend. Und zwar nicht, weil mir Hannah Baker so leid tut und ich an der heutigen Jugend und ihren rohen Sitten verzweifeln möchte, nein, weil ich ausnahmslos alle , okay, bis auf die Mutter von Hannah vielleicht, Seriencharaktere unglaublich anstrengend, selbstzentriert und mimimimimimi finde... Könnte sein, dass Schmerzen mich das Gegenteil von milde stimmen)
  • Joah. Und so machen wir halt heute nicht die geplante Radtour, immerhin haben der Hübsche und Little L. mein Rad mit frühlingsfit gemacht (Danke ).
  • Ach ja: als Ironie des Schicksals kam das Limangopaket mit den Softshelljacken und Wandersocken für die Kinder für den Norwegenurlaub einen Tag zu spat, dass Little Q. die Wandersocken gerade hätte nutzen können. Nun ja.
  • Jetzt: Spargel. Viel, viel Spargel.



Freitag, Mai 19, 2017

Spin Doctor

Little Q. und Little L. sind ja, wie gefühlt alle Ü5 Kinder dieser Welt, im Fidget Spinner-Fieber. Ich gebe zu, die Fingerkreisel, die als Mittel zur Selbstregulierung/-beruhigung unter Autisten und Menschen mit ADHS Verbreitung fanden, haben etwas Hypnotisches. (Und ja, man kann sie auf der Nasenspitze drehen lassen, auf dem grossen Zeh und auch auf der Zungenspitze, aber das ist ein bisschen eklig, schwierig, schmierig und man sieht dabei nicht besonders intelligent aus; der Hübsche sagt: für alle aus Internet 1.0: das sind 3 Videos in einem und es lohnt sich, durchzuscrollen bis zum dritten. Das Augenrollen hat das Kind von mir).

Ein Beitrag geteilt von Christian Xstettmayer (@prozac74) am


Nachdem sie ja ihre ersten auf der Muba letzte Wochenende erstanden haben, haben sie sich nun via Youtube viel weiter in das Thema hineingefuchst. Sie können mir sagen, was die teuersten Spinner der Welt sind und welche sie davon am tollsten finden. Ich weiss mittlerweile, was die beste Antwort ist, wenn man nicht richtig zugehört hat oder vor lauter "Plättchen abmachen, Keramikkugellager, Zahnräder, 5 Minuten, aber nur mit extra stark angeben" irgendwann den Anschluss verloren hat, und dann spontan gefragt wird: "Welchen findest Du am besten?". Nämlich: "Den mit den vielen Zahnrädern", Da gibt es immer einen, der ist auch immer toll, aber eben wegen Wartungsintensität nicht unumstritten.*


Also. Bei so viel Begeisterung bleibt eine gewisse Gierigkeit natürlich nicht aus. Und so wurde heute beschlossen, dass man Taschengeld in Spinner investieren möchte.


Das kann man jetzt natürlich doof finden, Geld rausgeschmissen für nix, so ein blöder Plastikkrusch, die armen Kinder in Afrika, ihr habt so viel tolles Spielzeug, da schau mal, der biologisch.dynamische Holzkreisel aus dem Ökoladen, den Du damals zur Taufe bekommen hast, oder .... man kann das auch zum Lernen nutzen.


Und so wissen Q. und L. jetzt, dass man zu Anfang eines Projektes einen Budgetrahmen festlegt, wie man die Suche auf Amazon bedient, wie man mit Listen operiert, dass und wie man Kundenrezensionen liest und was man daraus liest, wie man Versandoptionen vergleicht, dass versandkostenfrei nicht immer das beste ist, dass es einen Unterschied macht, woher die Ware geschickt wird, dass nicht jeder Händler in die Schweiz verschickt (und wie wir das lösen), wie lustig es klingen kann, wenn jemand ein Übersetzungsprogramm für die Artikelbeschriebung nutzt,, und wir freuen uns schon alle sehr auf die Neuerwerbungen, die zT einen sehr weiten Weg zurücklegen werden, aber dafür dann hoffentlich wirklich "Töten Langeweile (Affiliate link)
".


*Ich erinnere mich: solche default Antworten gab es auch in früheren Begeisterungsphasen schon. zB "Der mit dem grimmigen Gesicht"

Donnerstag, Mai 18, 2017

Jöööööh!

Aus Gründen bin ich gerade dabei, nach über 12 Jahren Bloggerei nun doch mal Blogvisitenkarten zu bestellen (Wir hatten ja damals nix!). Und auch, weil die moo-mini-Cards so niedlich sind.
Es beschleunigt den Prozess natürlich nicht, dass ich 100 verschiedene Frontdesigns hochladen kann. Ich versumpfe also mal in alten Bildern und Blogposts auf der Suche nach aussagekräftige Bild- und Zitatmaterial.
Auf der Suche nach dem Offensichlichen (der Headerbilddatei) hat der Hübsche diese Making-Off-Perle entdeckt.



Erkennen Sie den kleinen Zwerg noch? Und wo ist eigentlich der Pulli? Den fand ich super.

Mittwoch, Mai 17, 2017

Klonk

Meinem rechter oberer Schneidezahn fehlt seit über 17 Jahren eine kleine Ecke. Die habe ich mir in der Silvesternacht 1999/2000 mit einer Sektflasche abgeschlagen. Das ist ungefähr das Wildeste, was ich jemals in nicht ganz nüchternem Zustand gemacht habe. Wir waren zu dieser Zeit Diplomanden und haben in Schwabing gewohnt. Silvester haben wir mit der Truppe, mit der wir alles zusammen gemacht haben, bei einem Freund im Westend erst gemeinsam gekocht (und getrunken), dann sind wir zu Fuss (mit Getränken) Richtung offizielles Feuerwerk gewandert. Dort war dann alles so unglaublich voll, dass wir lieber mal eine Lücke zwischen den Prachtbauten gesucht haben, die nicht abgesperrt war und zack, auf einmal waren wir (und unsere Sektflaschen) auf der Seite der Absperrungen, auf der nur die Polizisten und das Feuerwerk waren. Erwachsen und vernünftig und überhaupt, wie ich jetzt halt, bin würde ich das und das Folgende heute nicht mehr machen, aber als die (in Anbetracht der eigentlich sehr angespannten Situation und überhaupt) sehr freundlichen Polizisten uns aufforderten, uns doch gefälligst hinter die Absperrung zu begeben, und nur weil der Durchschlupf, den wir gefunden hatten, beim Absperren vergessen worden wäre, hiesse das nicht, dass wir jetzt da auf dem freien Platz rumturnen könnten und überhaupt: Feuerwerk, hopp, marsch jetzt!, da (und ich frage mich immer noch, wie ich so betrunken gewesen sein konnte, das zu tun und gleichzeitig nicht betrunken genug, um das vergessen zu haben) habe ich einen der Polizisten fest umarmt, auf den Mund (oder die Wange? das weiss ich nicht mehr) geküsst, ihm ein wunderschönes Silvester und neues Jahrtausend gewünscht und das mit einem kräftigen Schluck aus meiner Sektflasche bekräftigt. Dabei war ich dann nicht so geschickt im Zielen und habe mir ebendiese Ecke aus dem Zahn geschlagen. (Der Rest des Abends war unspektakulär, wir haben uns zwar nicht hinter die Absperrung, sondern direkt davor gestellt, das Feuerwerk war mittel, die Böller, die in der zusammengequetschten Menschenmenge gezündet wurden, echt doof und danach hatte ich trotz damals jahrelangem Vegetariertum unglaublich Appetit auf ein Brathähnchen und der Hübsche (und die schon geschlossenen Buden auf der Feiermeile) weigerte sich, diesem Jieper nachzugeben, weil es mir am nächsten Tag sicher leid tun würde. Wir sind dann noch auf einer anderen Party gelandet, wo ich den ersten Red Bull meines Lebens getrunken habe, und danach war mir so unglaublich schlecht, dass das auch der einzige blieb. (Jajajaja, es lag bestimmt nur am Red Bull, ich weiss).

Nun ja, liebe Kinder, macht das alles nicht nach, aber das könnt ihr eh nicht, weil bevor es den nächsten Milleniumswechsel gibt, sind wir ja eh alle nur noch Sternenstaub. Oder so.

Auf jeden Fall musste ich gestern an diesen Abend denken, als ich mich vorbeugte, um meine Tasse "Lady Grey"-Tee an die Lippen zu führen und, ach, man weiss es nicht, gleichzeitig zur Seite schaute, weil der Hübsche irgendwas Witziges gesagt hatte, und zack, schon hatte ich mir mit der grossen Teetasse (die habe ich von meinen letzten Dollar-Scheinen gekauft, als ich in San Diego die Zelte nach meinem Forschungsaufenthalt dort abbrach. Die beiden dickwandigen Starbucks-Tassen und das seltsamfarbige Geschirr, das ich aus seltsamen Gründen im Fluggepäck mit nach Hause genommen habe, leben immer noch!) so blöd gegen genau den Zahn gedotzt, dass noch ein kleines Stückchen abgebrochen ist. Nicht schlimm, ich denke, in zwei, drei Monaten habe ich mich dran gewöhnt und laufe nicht mehr die ganze Zeit mit der Zungenspitze zwischen den Zähnen rum.

Tja. Auch wenn "Mit der Sektflasche nach Küssen eines fremden Mannes ausgeschlagen" recht cool klingt, bin ich doch froh, dass man das altersangemessen auch in der Variante "Auf dem Sofa beim Seriengucken mit dem Ehemann mit der Teetasse" hinbekommt.

Dienstag, Mai 16, 2017

Too too hot

Irgendwie ist hier von Null auf Nix schon wieder Hochsommer und es ist mir einfach viel zu heiss. Und während ich mir vor ein paar Tagen noch gar nicht vorstellen konnte, dass ja bald wieder "Bike to work" ist und ich dann wieder jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit fahre, weil es so kalt war, dachte ich mir heute: "Das wäre fast ein bisschen arg warm zum Heimradeln". Und dann fiel mir mit Schrecken auf, dass ja praktisch der Mai schon rum ist und das war doch immer im Juni und warum gab es keine Rundmail? Ich muss dem mal nachgehen, ich fürchte, dass unsere Firma sich da dieses Jahr nicht dran beteiligt und dann fehlt mir ja dieser Tritt in den Hintern für den Wettbewerbsgedanken, der das dann immer von ganz allein möglich macht. Am Ende muss ich mich jetzt voll und ganz selber motivieren?
So richtig gut passen würde das eh nicht mit dem Radeln, ich bin doch irgendwie mit dem Hübschen in einen Schrittzähl-Wettbewerb hineingerutscht, und dafür ist es natürlich schon sehr praktisch, dass ich fast jeden Tag einmal quer durch die Stadt laufe, von einem Standort zum anderen. Ich brauche zu Fuss nur 5 Minuten länger als der Shuttle und es sind ungefähr 4000 Schritte. Ich habe allerdings herausgefunden, dass der Hübsche die Schritte vor allem durch Treppensteigen gut macht, und da bin ich ja bestens ausgestattet. Einmal auf die halbe Höhe des Elfenbeinturms sind ca 1200 Stufen, das bin ich heute zweimal gelaufen, da geht noch mehr. Wenn ich nun aber aufs Radeln umsteige, dann fehlen mir ja die 4000 Schritte pro Tag.... schwierig.

Nun ja, langer Rede, kurzer Sinn: es ist hier alles zu warm und deshalb schaue ich zum Abkühlen ja gerne die Webcams auf unserer Norwegenroute an und habe als Übersprungshandlung heute gerade mal nachgefragt, wie lange es dauert, bis wir unsere Reiseunterlagen bekommen. Schon noch eine Zeitlang.

Montag, Mai 15, 2017

Die heutige Jugend...

Ich weiss ja nicht, wie das bei Ihnen so ist, aber ich habe früher sehr gerne die klassischen Klingel- und Telefonstreiche gemacht.
Klingelstreiche haben wir gerne bei Nachbarn, die wir creepy fanden oder deren Kinder wir doof fanden oder von denen unsere Eltern gesagt haben, dass die keine Kinder mögen würden,  gemacht.
Wir (meine Schwestern und unsere Freunde aus der Siedlung. Wir sind alle zusammen in den Kindergarten und später in die Grundschule gegangen, danach dann auf verschiedene Schulen, aber draussen auf der Strasse haben wir uns immer noch zu stundenlangen Völkerballspielen, Räuber und Gendarm oder "Luppard", das Spiel haben wir uns selber ausgedacht, getroffen) sind meist auf Rollschuhen geduckt unter den Küchenfenstern vorbei zur Klingel gerollt, haben gedrückt und sind schnell abgehauen, meist hinter die nächste Garagenecke, um zu schauen, ob jemand kommt. Manchmal haben wir auch einen kleinen Zweig in den Klingelknopf geklemmt, damit es dauerklingelt. Manchmal (also: fast immer) sind wir erwischt worden und entweder direkt ausgeschimpft oder aber via Anruf bei den Eltern dann von denen ausgeschimpft worden. Wir wussten natürlich, dass das verboten ist, aber das Adrenalin und das aufgeregte Kichern hinter der Ecke, das war es absolut wert.

Die Telefonstreiche haben wir ein bisschen professioneller aufgezogen: wir hatten in der Schule ein Münzetelefon im Keller bei der Turnhalle und wenn wir Nachmittagsunterricht hatten, haben wir dort oft die ganze Mittagspause verbracht. Wir haben unser Mittagessengeld sogar so ausgegeben, dass wir die maximale Menge an Zehnerl rausgekriegt haben für maximalen Telefonspass. Wir haben uns aus dem Telefonbuch die lustigsten Namen rausgesucht (Eierbein, Wurzelmann, sowas), dann dort angerufen und mit total seriöser Stimme (wir waren so zwischen 11 und 14, also ... naja, bestimmt glaubhaft) unser Anliegen vorgebracht. Wir hatten zwei Standardtexte:
- einmal "Metzgerei Löchle" ("Grüss Gott, Frau Eierbein, hier ist Maria Obermeier von der Metzgerei Löchle. Ich soll ausrichten, dass wir die Fleischpflanzerlplatte und das Spanferkel jetzt doch erst um halb zwei anstatt um eins vorbeibringen können.") 
und einmal den "Versuchstierversand Speedy Gonzalez" ("Grüss Gott, Herr Wurzelmann, da ist Miriam Schulz von der Versuchstierhandlung Speedy Gonzalez. Ich soll nachfragen, ob es sehr schlimm ist, wenn es nur 532 weisse Mäuse sind anstatt der bestellten 535. Wenn ja, könnten wir stattdessen noch ein paar Ratten nachschicken, aber die Mauselieferung ist schon unterwegs.")

Manchmal haben wir es ohne Kichern bis zum Ende des Sermons geschafft, manchmal haben wir sogar mit verwirrten Menschen (wir haben uns gewünscht, sie wären verwirrt und durcheinander, in Wirklichkeit haben sie vermutlich nur mitgespielt) diskutiert und fiktive Bestellnummern zitiert und irgendwann konnte dann einer der 5, 6 Leute in der kleinen Telefonzelle nicht mehr und wir haben uns ausgeschüttet vor Lachen.

Jajajaja, alles mittelwitzig, aber wir haben es immerhin versucht! Als ich am Sonntag bei offenem Küchenfenster (ich bin ja immer noch auf Blumenwache, die erste Schwertlilie blüht!) mit bester Aussicht auf den Weg mit Little L. zusammen Sachen für Tacos schnippelte kam auf einmal eine lautstark diskutierende Dreiergruppe von Kindern angestiefelt. Ich ging innerlich auf Habachtstellung, aber anstatt wie erwartet eine Arschbombe ins Blumenbeet zu machen, gingen sie zr Haustür, diskutierten (vor dem offenen Küchenfenster, aus dem Little L. und ich interessiert zuschauten) lautstark: "Mach Du!" "Nein, Du!", "Okay, dann aber schnell rennen!" und während Little L. und ich schon amüsiert lächelnd zur Tür gingen, traute sich dann doch eine. Just in dem Moment des Klingelns öffnete ich die Tür, drei panische Gesichter starrten mich an, zwei Knirpse nahmen Reissaus und die dritte stand wie angewurzelt vor mir. Ich meinte ganz freundlich: "Du, bei einem Klingelstreich würde ich das nächste Mal schauen, ob das Fenster offen ist und jemand dahinter steht. Oder von der anderen Seite anschleichen. Und überhaupt: nicht so lang und so laut diskutieren." Diese kleine Rede reichte, damit sich in dem Kopf des Mädchens so etwas wie eine nahezu schlagfertige Anwort formte: "Ja, also, Little L., das Mädchen da vorne, die so schnell weggelaufen ist, die hat gesagt, Du wärst ihre Cousine." Diese Antwort war so nah an absurdem Theater (habe ich erwähnt, dass wir in der Schultheatergruppe mal "Die kahle Sängerin" aufgeführt haben? Ganz grosses Kino!), dass Little L. und ich in haltloses Gelächter ausbrachen und ich fürchte, so schnell gibt es bei uns keinen Klingelstreich mehr.

Sonntag, Mai 14, 2017

Damals ...


...hatten wir beide noch keine Ahnung, was es heisst, Mutter zu sein.

Samstag, Mai 13, 2017

Integration

Heute morgen haben wir (bei strahlendem Sonnenschein und ungefähr 1000Grad) unseren Gemeinschaftssinn unter Beweis gestellt und uns wie immer am halbjährlichen Putzmorgen bei uns in der Überbauung beteiligt. Die Kinder haben mit so Müllgrabschern Fitzel ("Fötzeli", wie man hier sagt) und Zigarettenkippen und anderen Abfall eingesammelt, ich war bei Unkrautbeseitigen auf den Gemeinschaftsparkplätzen und der Hübsche hat den Containerraum geputzt. Wir haben da zwar nie so richtig unendlich viel Lust drauf, aber an sich ist es in anderthalb, zwei Stunden erledigt, man schwatzt dabei mit den Nachbarn und die Kinder machen auch was gemeinsam.


Am Nachmittag sind wir dann auf die muba gefahren,






 das ist die "Mustermesse Basel", ein jährliches Event, das mich so unglaublich begeistert, dass wir in den 15 Jahren, die wir hier sind, heute zum dritten Mal dort waren. Und auch nur, weil ich gestern rausgefunden habe, dass wir bei der Arbeit Freikarten bekommen :-). Und weil das Motto dieses Jahr "Energie und Mobilität" ist und das ist ja sozusagen unser Steckenpferd.


Der Sonder-Ausstellungsbereich war auch ziemlich gut, es gab einen Teslastand mit einem roten Model X und einem Kinderparcour für das Kinderauto (Little Q. war schon zu gross dafür),




es gab einen grossen Energiechallengebereich, viel Solarfirmen, Energieunternehmen und Elektroautos.
Was ich schon sehr seltsam fand, war neben den verschiedenen Leihgaben an Oldtimern aus dem Verkehrshaus Luzern ein riesiges gepanzertes KFORAmbulanzfahrzeug der Schweizer Blauhelme. Mit einem Wettbewerb, bei dem man einen Ausildungsworkshop bei den UN-Militärbeobachtern gewinnen konnte.




 Das war aber nur der Anfang von seltsam......die Schweizer Armee war nämlich viel stärker auf der Messe vertreten, als man (ich) das bei einer Messe erwartet hätte, die sonst durch BettenWhirlpoolsDamfbügeleisenInsektenschutzgitter, LederwarenZauberschuhcremeErdmagnetfelddetektoren und SchweizerWeinSchweizerEierSchweizerFleischSchweizerGewürzfertigmischungen geprägt ist.
So gab es einen Stand, der für die Küchenchef Unteroffiziersschule Werbung machte (mit Bistrotischdecken in Tarnfleck" (ich habe kurz überlegt, ob ich dort fragen soll, ob man mal "insert unaussprechlich menschenverachtenden Ausdruck" probieren könnte, wie laut meinem allerersten Chef so Dosenfleisch bei der Armee heissen würde, aber das bringe ich nicht über die Lippen).






Aber das Allerallerallerseltsamste war das hier:


Man konnte sich und seinen Kindern eine blaue kugelsichere Weste überziehen, einen Blauhelm aufsetzen und sich dann auf den Parcour durch ein nachgebautes Landminenfeld machen. Wenn man auf eine Mine trat, gab es ein Explosionsgeräusch. Ich bin echt fassungslos ob dieser Geschmacklosigkeit. Aufgebaut (vielleicht war es als "Mahnen und Erinnern gedacht. Genutzt wurde sie von johlenden Familien und Teenies als Funpark) neben einem künstlichen Curlingfeld (Schweizer Curlingverband), einem Billard-Fussballfeld (Krankenkasse) und einer kleinen Schwing-Arena (Schweizer Schwingverband) in der "Sport"-Abteilung der Muba.


(Ich werde einfach nicht warm mit der MuBa. Ich habe zwar das etwas junkige ---ausser im Preis.... Salatsossenpulver gekauft, das es sonst immer nur bei so Gewürzparties gibt und sowas mach ich ja nicht, habe ein reduziertes Probeabo bei "Hello Fresh" abgeschlossen und endlich mal den besten Schweizer Rotwein probiert. Aber alles in allem, auch ohne Blauhelme, ist das für mich eine riesengrosse Ansammlung von so "Börner V-Hobel"-Ständen in der Fussgängerzone.... immerhin gab es an dem Stand mit "Das müssen Sie probieren, auch Kunstleder braucht Nahrung"-Bienenwachsschlotz, der mir ungefragt auf meine Tasche geschmiert wurde, die sonst kaum noch zu kriegenden Fidget Spinner, die Kinder sind also glücklich).



Freitag, Mai 12, 2017

Verhagelt

Unser Trockner ist ja wie gesagt kaputt und deshalb ist Wäschetrocknen im Moment wegen wetterahängig ein bisschen planungsbedürftiger als sonst.
Ich kam heute mittag heim und die gestern aufgehängte Wäsche war fast ganz trocken, während eine weitere Maschine lief und noch ca 1 Stunde brauchen würde. Draussen schien die Sonne, es war richtig heiss und der Balkon liegt in voller Sonne. Ich Fuchs stellte also den Wäscheständer mit der grösstenteils trockenen Wäsche (ich habe wegen keine Zeit nicht überprüft, ob vielleicht einige Stücke schon ganz trocken waren, vermutlich wären es die meisten gewesen) in die Sonne, und packet die Kinder für eine schnelle Einkaufsrunde ins Auto.
Was soll ich sagen.... als wir nach dem Einkaufen ins Parkhaus zurückkamen, donnerte draussen ein Hagelsturm mit Blitz und Donner runter. Die schwache Hoffnung, dass der Wäscheständer unter dem Dachvorsprung bestimmt vor dem grössten Teil geschützt war, war bald zerstört: auf dem Balkon türmten sich Berge aus kichererbsengrossen Hagelkörnern, die Wäsche war tropfnass und zum Teil unter den Hügeln begraben.
Ich seufzte also, schüttelte die Hagelkörner ab, sammelte die runtergefallene Wäsche ein, warf sie in den Wäschekorb und stellte den tropfenden Wäscheständer zurück in die Sicherheit des Schlafzimmers und hängte die nächste Waschmaschinenladung über verschiedene Hängemöglichkeiten im ganzen Haus.
Nach zwei Stunden schien draussen wieder die Sonne, alles schmolz dahin und ich dachte mir, es ware doch eine tolle Idee, statt das Laminat im Schlafzimmer unter Wasser zu setzen, könnte ich doch die Sonne auf dem Balkon nutzen. Ich wuchtete den schweren Wäscheständer also wieder auf den Balkon und traf mich mit dem Hübschen im lokalen Elektromarkt, um einen neuen Trockner zu kaufen. Das ging erfreulich schnell, aber nicht schnell genug, als wir rauskamen, war der Himmel nämlich wieder kohlrabenschwarz und es goss wie aus Kübeln. Wenigstens ohne Hagel. Aber die Wäsche ist .... nicht wirklich trocken...

Donnerstag, Mai 11, 2017

Weisheiten aus dem Elfenbeinturm

Unser Elfenbeinturm hat ja ein ganz ausgeklügeltes Liftsystem (es gibt insgesamt 10, verteilt auf zwei Schächte, einer ist der Expess-Schacht, der hält zwischen 4. und 17. nicht, der andere  geht nur von -3 bis 17 und wenn man von zB Stock 35 in  den 5. will, muss man erst in den 17 Stock fahren und dann umsteigen. Das alles wird von einem Kontrollsystem gesteuert, man drückt nur auf einem Panel auf die Stockwerknummer, in die man möchte (oder hat das schon stockwerksensitiv auf seinem Badge einprogramiert, dann muss man den nur vorhalten), dann kriegt man einen Ansage, welchen Lift man nehmen muss.), was aber eigentlich jedem klar sein sollte, der entweder im EG oder in dem meistbesuchten Stockwerken 3 (Kantine), 4 (Cafeteria) und 38 (Bar) einen Lift ruft, ist ...... dass der Lift ziemlich sicher nicht leer ankommen wird und dass ziemlich sicher auch ein paar Leute aussteigen wollen (poro Liftkabine passen 23 Leute rein, im Turm arbeiten ungefähr 2500, also: es sind viele Leute und davon sind immer ein paar unterwegs. Ganz vielen Leuten scheint das aber nicht klar zu sein und sie stehen praktisch mit der Nasenspitze an die Lifttür gedrückt hektisch wartend im Erdgeschoss, nehmen schon, Ellbogen ausgefahren, Sprintposition ein, in dem Moment, wo das "sssssssst" aus dem Liftschacht erklingt und die Türen sind noch nicht ganz offen, da drängen sie sich schon in die Liftkabine und sind dann bass erstaunt, dass sie von der Woge an Aussteigenden, die sich aus der Liftkabine ergiesst, grad rückwärts wieder rausgespült warden.


Ähnliches ist mir heute abend mit dem Shuttlebus passiert: ich sass mit zwei Kolleginnen drin, die mit dem Busfahrer schwatzen. Der meinte noch: "Zur Zeit ist die Rückfahrt immer total voll, das glaubt man gar nicht." Anscheinend so voll, dass nicht alle einen Sitzplatz bekommen und so drängte sich schon eine Traube Menschen auf dem Halteplatz, als der Shuttle vorfuhr. Ich war heute aus Gründen nicht besonders milde gestimmt und wollte nur heim, also stand ich praktisch in dem Moment, als der Busfahrer den Türöffner betätigte, schon auf der Ausstiegstreppe (geht ja schnell, vom besten Platz aus),. Das war eine sehr grosse Überraschung für die Wartenden, die offensichtlich nicht damit gerechnet hatten, dass der Pendelshuttle heute (wie an jedem anderen Tag bei jeder anderen Fahrt) nicht extra um sie abzuholen leer angefahren kam, sondern dass da tatsächlich Leute drin waren. Die raus wollten. Und so stand ich da, leicht erhöht, blickte auf eine drängelnde Menge und .... nachdem ich gestern, als ich mich mich zwischen zwei Leuten, die den Gehweg schwatzenderweise blockierten und mir keinen Platz machten, obwohl sie mich gesehen und ich sie darum gebeten hatte, durchdrängelte, mit einer Zigarette ein Loch in meinen Lieblingsmantel gebrannt bekam, hatte ich heute keine Lust mehr auf Drängeln. Ich stand also einfach da. blickte huldvoll in und über die tuschelnde ("Da will wer aussteigen!") Menge, war versucht, das Winken, das ich bei "The Crown" so bewundere, selber mal zu versuchen, und .... stand da so. Eine ganze Weile, bis sich die raunende Menge irgendwann ehrfürchtig widerwillig teilte und ich endlich heimkonnte.

Mittwoch, Mai 10, 2017

Hungerleider

Gestern, als ich gerade eine Nudelpfanne zum Abendessen vorbereitete, kam ein ganz blasser Little L. zu mir und meinte: "Mami, kann ich grad jetzt schon was zu Essen haben, mir ist total schwummrig und komisch, ich bin so zittrig, ich kann nicht mal hangry sein und ganz sicher nicht warten, bis die Nudeln fertig sind."


Ich öffnete ihm also eine Banane*, setzte ihn auf die Arbeitsplatte und fragte ihn, wie es dann dazu gekommen sei, dass er so unglaublich schwach wäre. Und das war so:


"Also. Mami, mein Znüni habe ich heute dem L. gegeben, der hatte nämlich nix dabei, und der wird noch viel schneller hungrig als ich. Er fand es übrigens auch total lecker. Eigentlich wollte mir dann der J. was von seinem Essen abgeben, aber der hat doch Diabetes und muss immer alles essen, was in seiner Box ist, also ging das dann doch nicht. Ich habe also nix gegessen. Und dann hat mir das Mittagessen nur so mittel geschmeckt und ich habe nur ein bisschen gegessen, und am Nachmittag gabs dann nur Äpfel, die mag ich ja schon, aber das hat nicht gereicht, und ein paar Kekse, und ausserdem wollte ich unbedingt raus, weil wir hatten ja den Nerf-Kampf am Laufen, und deshalb hatte ich keine Zeit zum Essen, und so war das dann."


In der Zwischenzeit war Little Q. in die Küche gekommen und meinte: "Ich hatte im Fall heute auch kein Znüni in der Schule, weil Little L. meine Box auch eingepackt hat."


Und so stellate sich heraus, dass ein Kind zwei und ein Kind keine Brotzeit dabei gehabt hatte. Das mit keiner kam aber nicht auf die Idee, das mit zwei zu fragen, ob es was abhaben könnte (gut, der hatte sein Essen eh schon verschenkt), weil er ja dachte, er hätte es einfach daheim stehen lassen.


Eine Frage brannte mir dann aber noch auf der Seele: "Aber, mein lieber L., wenn Du doch zwei Boxen dabei hattest, da hättest Du doch auch nach dem Verschenken noch eine ganze Mahlzeit dabei gehabt. Warum hast Du denn die nicht gegessen?"


"Weisst Du, Mami, ich war mir auf einmal nicht mehr sicher, ob ich am Tag vorher meine leergegessene Box überhaupt aus der Schultasche geräumt hatte und dachte, das wäre vielleicht die. Und da wollte ich sicher nicht reinschauen, wer weiss, was da für grusige Reste dringewesen wären."


"Okay, man kann also als Fazit sagen: ihr hattet insgesamt euer ganzes Essen dabei, satt geworden ist aber niemand davon. Das muss man auch erstmal schaffen, Jungs."


"Mami, das stimmt nicht ganz: einer ist satt geworden: der L.. Und zwar richtig gut."


Joah.


*Banane aufmachen ohne das obere Drittel zu Brei zu zerquetschen. Skier tragen ohne vor Wut wegen Unhandlichkeit weinen und wüten zu müssen, und Bettdecke so ans Kinn hochziehen, dass man nicht nur den Bezug erwischt und am Ende so einen Klumpen am Fussende und ein dünnes Laken zum Zudecken hat, das sind die Skills, die ich erst im Erwachsenenalter erworben habe, und über die ich mich immer noch freue wie ein kleiens Kind.

Dienstag, Mai 09, 2017

Fump

Sie erinnern sich? Ich habe vor kurzem erwähnt, dass der Ofen (und der Kühlschrank) die letzten Originalgeräte im Haus sind und wir deswegen täglich zitternd mit ihrem Abnippeln rechnen?
Unser Trockner fand heute, dass es doch sehr langweilig ware, wenn alles so vorhersehbar wäre, und machte nach dem Einschalten laut "FUMP", roch sehr verbrannt und  bewegte sich nicht mehr. Also: innen. Der ganze Trockner hat sich auch vorher nicht viel bewegt.
Tja. Natürlich haben wir damals, als wir die beiden Geräte relative kurz hintereinander ersetzen mussten, bei der Waschmaschine vergessen, die Garantieverlängerung NICHT zu nehmen und nicht beim Trockner, und ein Anruf beim Kundendienst ergab, dass eine Reparatur vermutlich keinen Sinn macht. Allein Anreise und erste Diagnostik schlügen mit knapp 200 CHF zu Buche, da ist dann noch nix repariert und Trockner wären in den letzten Jahren viel günstiger geworden. Wir warden also irgendwann die Woche bei der Filiale des nächsten Elektrogrosshandels vor der Haustür vorbeigehen und uns einen aussuchen. (Ich suche jetzt absichtlich nicht bei Amazon oder sonst wo irgendwelche Schnäppchen, weil wir wegen der abenteuerlichen Anschlusspolitik das eh von einem blablabla eidgenössisch irgendwas Elektriker anschliessen lassen müssen und dann hätte ich das bittedanke gern auf einmal erledigt, alles andere ist mir zu anstrengend).


Bei allem Drumrum bin ich im Moment bei sowas recht tiefenentspannt und nur froh, dass es das am ehesten verzichtbare Elektrogerät ist und uns diese Extraausgabe nicht ansatzweise in irgendwelche Nöte stürzt, sondern das grösste Problem ist, eine Stunde zu finden, in der der Hübsche und ich da zu Ladenöffnungszeiten gemeinsam hingehen können.


(Ansonsten: ich bin müdemüdemüde. Die Aussicht darauf, was vor dem grossen Urlaub im Sommer noch alles zu erledigen ist, macht extramüde. Und die, dass es danach mit Vollgas weitergehen wird  bis Weihnachten und hoffentlich nicht drüber hinaus. Nun ja. Ich mach jetzt mal eins nach dem anderen.)

Montag, Mai 08, 2017

Tauchen

Es gibt so Tage, da fragt man sich schon morgens, was noch alles kommt. Und dann kommt immer noch mehr und laut es wird immer verrückter und irgendwann hat man dann die Wahl, den nächsten Anrufer, Mailschreiber, Messenger-Nutzer laut anzuschreien, ob den heute alle bekloppt wären, aber dann muss man sich am nächsten Tag entschudigen, obwohl er es doch mindestens zum Teil verdient hat, oder aber .... man lächelt innerlich (am besten auch äusserlich), sagt "Oh, wertvoller Hinweis, interessanter Aspekt, das schau ich mir gern mal an" und macht dann eine Recherche in der Datenbank, wann genau das erste Mal erwähnt wurde, dass ... man zB bei Regen häufig nass wird, noch häufiger, wenn man keinen Schirm dabei hat, und eine Regenjacke ware auch eine Alternative. Und verkneift sich die Begründung: "Gesunder Menschenverstand und Lebenserfahrung."
Ich habe es fast geschafft, mich in diese Stimmung zu lächeln und wir warden gleich sehen, ob das auch einen klassenübergreifenden Elternabend aushält oder ob ich mich da morgen dann entschuldigen muss.

Sonntag, Mai 07, 2017

Fauler Sonntag

Ein regnerischer Sonntag: genau das, was wir nach dem regnerischen Samstag, den wir immerhin grösstenteils draussen verbracht haben, gebraucht haben!
Ausschlafen klappte so mittel (ich war halb wach am fünf, aber bin immerhin immer wieder weggeduselt bis halb neun. Little L. ist um 8:01h aufgestanden und hat noch vor meinem Start der Kaffeemaschine anderthalb Bände "Magisches Baumhaus" gelesen.).
Nach einem gemütlichen Frühstück machten sich Little L. und der Hübsche auf, die Ehre von Team Blau in der Gegend wiederherzustellen, während ich erst den Rhabarber-Pie aus dem "Zucker, Zimt und Liebe" - Backbuch (Affiliate-Link)in den Ofen schob und dann (ja, Freunde, Freundinnen, Schwiegerkinder der Zukunft, ihr dürft mir danken!) Little Q. in die Geheimnisse des Backens perfekter Burger-Buns einwies.
Danach dann Maus, Haare nachfärben (ich habe meinen Undercut frisch nachschneiden lassen und nach zwei Tagen Bedenkzeit beschlossen, dass der Bicoloreffect der Naturhaarfarbe vs dem helleren Blond oben doof aussieht, auch wenn die Jungs das sehr cool fanden), untÿpisch für Sonntag noch mein Sportprogramm (auch dafür ist der Crosstrainer praktisch: draussen würde ich nicht mit Haarfärbung auf dem Kopp rennen gehen), aber die nächste Woche ist voller Schulabendtermine, da lege ich mal lieber vor, um auf meine drei Rennereien pro Woche zu kommen.



Nach Duschen und Haare ausspülen gab es dann endlich den abgekühlten Kuchen und wir beschlossen, den Familienkinonachmittag zu teilen: der Hübsche und Little Q, schauten Matrix III an und Little L. und ich dismal "Matilda" (nach dem "Coraline"-Debakel war ich etwas nervös. aber obwohl wir den Ton zwischendrin sehr leise stellen mussten, was es wohl eher lustig als gruselig. Phew.

Zum Tagesabschluss dann noch Burger für alle und schwupps: Wochenende vorbei.

Samstag, Mai 06, 2017

"Langsam reiten, Cowboy!"

Heute waren der Hübsche und ich kinderlos in Basel unterwegs (Samstag nachmittag, strömender Regen, klar: Pfadfinderübung!). WIr hatten drei verschiedene Stationen: Uhrenladen (und das ist Understatement, in Basel und ich nehme an, überhaupt in der Schweiz und vermutlich der ganzen Welt sind Uhrenläden ja eher Juweliere und Uhrenläden in einem und es geht auch nicht um eine Swatch, sondern .. nun ja), Buchladen (Geburtstagsgeschenk für Q.s Freund besorgen) und Sephora (mein finanzieller Ruin irgendwann).
Woe gesagt: es schüttete und als als wir im Eingang des Uhrenladens unseren Schirm ausschüttelten, wurden wir von 4 gebadeten Mäusen aka Pfadfindern (einer anderen Abteilung) angesprochen, die sich mit einem Tablett voller feuchter Muffins und Sandwiches dort untergestellt hatten:
"Grüeziwohl, möchten Sie vielleicht Sandwiches kaufen? Damit würden Sie unser SoLa finanziell unterstützen."

Und weil ich eh ein leichtes Rumoren in der Magengegend verspürte und an unsere eigenen nassen Kinder denken musste (die sich mit einem zeitreisenden Osterhasen und der Dimensionspolizei herumschlagen mussten), meinte ich:
"Ach, schau an, cool, unsere Kinder sind auch in der Pfadi. Klar kaufen wir Sandwiches von Euch, wenn ihr kurz warten könnt. Wir gehen schnell in den Laden und wenn wir fertig sind, dann schauen wir mal, was ihr da Feines habt."
Ich dachte ja naiverweise, damit ware alles gesagt, aber nein. Einer der nassen Jungs schaute auf uns, in den glitzerigen Uhrenladen und das grosse Rolex-Schild obendrüber und meinte: "Sie kaufen jetzt eine Rolex? Und SIE WOLLEN IN DER PFADI SEIN? WIE GEHT DENN DAS ZUSAMMEN?"
Ich muss gestehen, ich war etwas perplex. Weil erstens: was geht den das an? zweitens: woher will er wissen, dass wir da drin eine Rolex kaufen (taten wir btw nicht)? Drittens: Und nicht die Batterie unserer Swatch wechseln lassen (haben wir nicht)? oder viertens Ohrringe als Taufgeschenk für ein Patenkind kaufen würden (was ich in eben dem Laden schon gemacht habe)? oder um eine Spende für notleidende Kinder oder da SoLa unserer eigenen Pfadikinder bitten würden (haben wir auch nicht)?
Und ausserdem: was um alles in der Welt soll das? Ich habe ihm 10 Sekunden vorher gesagt, dass ich gleich mit Freuden zwei seiner feuchten Muffins oder Sandwiches kaufen würde. Was genau erwartet er sich von so einer Frage? Dass ich sage: "Ach, jetzt wo du es sagtst: "ich brauch keine Rolex, hier sind (keine Ahnung) 10000 CHF, ich hoffe, das reicht für ein Sandwich, viel Spass im SoLa!""?
Was der Hübsche gesagt hat: "Jetzt aber mal langsam reiten, Cowboy!" und ich habe gesagt: "An Deiner Stelle würde ich mal kurz nachdenken, bevor du nochwas sagst."

Seine nassen Kollegen haben ihn schnell weggezogen und ihm "Sei still, Mann!" zugezischt, wir gingen also in den Laden, schauten uns keine Rolex an und ich überlegte die ganze Zeit, ob ich das nasse Sandwich jetzt noch kaufen sollte oder ob ich konsequent bleiben sollte und ihm sagen, dass man, wenn man schon eine Spendenzusage hat, dem Spender nicht noch sagen sollte, dass er alles falsch macht. Der Hübsche vertrat die Meinung: "Die kriegen nix von uns, dann lernen sie, wie man Spenden eintreibt", aber der redet sich ja leicht, der unterzuckert nicht so schnell wie ich.

Auflösung habe ich leider keine für Sie, als wir mit dem Anschauen von keiner Rolex fertig waren, waren die nassen Pfadfinder mitsamt ihren nassen Muffins und Sandwiches nämlich weg und ob sie was gelernt haben, weiss ich nicht.

Freitag, Mai 05, 2017

WMDEDGT 05/17

Es ist wieder einmal soweit: Tagebuchbloggen im Mai!
Mittlerweile wissen ja alle, wie es läuft, oder? Wir schreiben heute alle auf, was wir den ganzen Tag so machen und abends verlinken wir uns hier und zack: man kann bei den anderen schauen, was da so los war. (Und: WMDEDGT? heisst: "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?" und hat vor über vier Jahren seinen Anfang genommen in einer Tagbuchblog-Woche und seit April 2013 gibt es das jeden Monat am 5.


Mein Tag beginnt sehr früh, weil ich gestern abend so müde war, dass ich ohne noch mit dem Hübschen die übliche Gutenachtfolge "The Blacklist" anzuschauen schon um 11 ins Bett gegangen bin. Dementsprechend dachte mein Kopf/Körper um 4:47h:"Genug geschlafen, rise and shine!" Ich blieb noch ein bisschen liegen, aber irgendwann... ist das ja auch langweilig.
Und so sass ich dann schon um 6 Uhr morgens ausgehfertig bei leckerem Kaffee im mucksmäuschenstillen Esszimmer und beginne meinen Homeoffice-Tag. Gegen 7 kruscIhelt es oben herum, ich werde von einem bettwarmen Little L. bekuschelt.
Gegen halb acht packe ich das Laptop zur Seite und wir frühstücken alle vier zusammen.
Danach mache ich mich auf den Weg, schnell den Wocheneinkauf zu erledigen (morgens um 8 kriege ich das hin, dass ich in einer Stunde fertig bin, incl hin und zurück fahren, verzollen und einräumen.)
Als ich zurück komme, ist es strahlender Sonnenschein und ich öffne erstmal alle Fenster.
Über das, was ich genau arbeite, kann ich Ihnen natürlich nix sagen, das ist ja alles högscht geheim, es hat aber damit zu tun, dass ich aktuell (mental und auch irgendwann wieder physisch) viel zwischen Westirland und Süditalien hin und her pendle. Die praktische Herausforderung heute ist jedoch, ein Dokument, das ich erstellt habe, und das ich für ein heute fälliges Change-Assessment brauche, in eine Form zu kriegen, dass ich es GMP- und "compliant to internal procedures" ablegen und das Assessment schliessen kann. Das bedeutet, dass ich es ausdrucken, mit blauem Kuli unterschreiben, jede Seite mit Datum, Visum und der Change-Request-Nummer versehen muss (auch mit blauem Kuli), dann wieder einscannen, den Scan mit der Change-Requestnummer und dem Dokumentnamen benennen und im System an der richtigen Stelle anhängen. Die unterschriebene Hardcopy wird dann in einem in einem validierten Archivsystem erfassten Ordner abgeheftet, der irgendwann, wenn er den voll ist. im feuersicheren Archiv 6 Stockwerke unter der Erde für vermutlich alle Zeiten (mindestens 30 Jahre) aufbewahrt werden wird. Auf die Ordnernummer wird übrigens auch im elektronischen Change-System verwiesen. (ich erkäre das mal so exemplarisch im Detail, damit Sie sich nicht mehr wundern , warum ich daheim auch Wert auf Ordnung lege :-)).
Kompliziert wurde das Ganze nur dadurch, dass wir zu Hause ja papierlos leben und deshalb weder Drucker noch Scanner haben. Da ist es dann doch praktisch, dass wir ganz nah an einem unserer Firmenstandorte wohnen und so bin ich bewaffnet mit meinem blauen Kugelschreiber durchs Dorf gewandert, habe drucken lassen, unterschrieben, gescannt, alles mit heimgenommen. Als Zuckerl habe ich dann noch schnell den Hübschen abgeholt und wir haben gemeinsam in der niegelnagelneuen Cafeteria im niegelnagelneuen Empfangsgebäude einen Kaffee getrunken. Nachdem ich mich erst ein bisschen angestellt habe wie der erste Mensch beim Öffnen der architektonisch sicher sehr wertvollen Tür mit keinem Drücker und nix. (Ich nehme an, es geht noch zwei Wochen, dann kommt da ein architektonisch nicht ganz so wertvolles Schild mit der Aufschritt "Tür öffnen mit Badgeleser links" hin). Danach kleiner Spaziergang durch die Sonne zurück, alles ablegen, im System schliessen, den nächsten Leuten, die das weiterbearbeiten müssen, Bescheid sagen und zack, schon ist es viertel vor 12: Zeit, mittagessen zu machen.
Heute gibt es Tortellini mit Käsesosse und Brezenknusperli überbacken, das mögen wir alle sehr gern und ein bunter Rohkostteller sorgt für Vitamine dazu. (Note to myself: nächstes Mal nicht ganz so voll machen oder ein Blecht drunterstellen, dann muss man den Ofen auch nicht putzen).


Um halb eins sind beide Kinder zu Hause (man kann für dieselbe Strecke sehr unterschiedlich lang brauchen. Aber Little L. hat heute eine Katze getroffen und das ... kostet halt Zeit :-)).


Ich schiebe das Laptop beiseite, die Kinder decken den Tisch und wir essen gemeinsam. Sie erzählen mir von ihrem Schultag und den Plänen für den Nachmittag (jeder möchte mit einem Freund abmachen). Zum Nachtisch gibt es Joghurt und für mich einen Kaffee, danach räumen wir den Tisch ab, ich sprühe den Backofen mit Reinigerschaum ein.


Während der einwirkt, setze ich mich wieder ans Laptop und beantworte ein paar Mails, die Kinder telefonieren sich mit ihren Freunden zusammen und bauen eine gestern abend eingestürzte Kugelbahn wieder auf. Mein Chefchef ruft an und ist ganz verwundert, dass er mich erreicht unter der Arbeitsfestnetznummer erreicht, wo ich doch heute zu Hause arbeite. Ich Fuchs habe natürlich auf mein Handy umgeleitet und ausserdem könnte ich sonst auch mit meinem VoIP-Telefon am Laptop telefonieren. Er möchte ein kurzes Update zum Projekt, an dem ich ja den ganzen Morgen gearbeitet habe, deswegen ist das nicht schwer. Er möchte ein paar Zahlen "Just ballpark figures", und ist dann überrascht, dass ich scale-down-Faktor und Ausbeuten und Lieferdaten und Taktzeiten ohne Nachschauen auswendig weiss. Auf mein "I have been working on these numbers so much, you could probably wake me up at 3 am, and I still could recite the process flow" meint er, und das finde ich eigentlich die einzig richtige Antwort darauf: "That sounds almost scary and a little sad."


Ich wische den Backofenschlotz grob raus und schalte das automatische Reinigungsprogramm ein (da giesst man in die Steamer-Öffnung Wasser, das wird dann für 15 Minuten da drin verdampft und rumgewirbelt, dann kann man den letzten Rest rauswischen, fertig). Nach 3 Minuten macht es "FUMP!----Piiiiiiiiiiieeeeeep" und es hat die Sicherung rausgehauen. Das ist mir mittelunheimlich weil ..... also .... der Backofen ist (neben dem Kühlschrank) das letzen Küchen- und sonstige Elektrogerät, das noch von den Vorbesitzern eingebaut wurde und dementsprechend schon 15 Jahre alt. Ich bin mir also recht sicher, dass er nicht mehr ewig leben wird. Aktuell habe ich aber grad keine Nerven, einen neuen zu suchen. Zum anderen habe ich einen Heidenrespekt vor allem mit Strom (jajajajaja, ich weiss, Physikleistungskurs und so, aber trotzdem!) und wenn dann noch Wasser im Spiel ist: yay. Ich schalte also alle Sicherungen aus, wische das Wasser aus dem Ofen, drücke die Sicherungen wieder rein ..... nix. Phew. Ich schalte den Ofen wieder ein: nix. Er heist, ich traue mich das Reinigungsprogramm mit frischen Wasser zu starten: nix. Hm. Nun ja, umso besser.


Little L. hört beim Warten auf seinen Freund eine der aus der Schulbibliothek ausgeliehenen CDs, Little Q. setzt sich zum Lesen in die Sonne. Ich beäuge vom Ess-/Schreibtisch aus skeptisch den Backofen, aber es FUMPT nicht mehr.

Ich bereite noch eine Präsentation für Montag vor (anderes Produkt, anderes Thema, manchmal gar nicht so leicht, da umzuschalten), die Freunde der Kinder treffen ein sie verschwinden aber direkt Richtung Skater- bzw. Spielplatz. Morgen soll das Wetter wieder nur so mittel sein, da bin ich froh, wenn sie die Traumsonne heute noch geniessen.


Um drei beschliesse ich, dass das Arbeiten für heute erstmal reicht, schlüpfe in die Sportklamotten und renne meine Dreiviertelstunde auf dem Crosstrainer (jajajaja, es ist schönes Wetter, aber ich muss beim Rennen lessen, sonst denke ich bei jedme Schritt drüber nach, wie anstrengend das ist und wie blöd ich laufen finde und wie überhaupt keine Spass das macht, und da kann man sich ja vorstellen, wie weit man kommt. Und laufen mit Buch draussen ist schwierig. Und für den Fall dass Sie jetzt sofort Hörbücher vorschlagen: ich hasse Hörbücher. Und Podcasts. Das ist mir alles viel zu langsam. Ich habe immerhin das Fenster weit geöffnet bei meiner Variante von Rennen). Nach dem Rennen eine schnelle Dusche und ich weiss wieder, warum ich das mache: so wenig mir der eigentliche Akt des Laufens Spass macht: das Gefühl danach ist halt schon legendär.


Die Kinder treffen alle der Reihe nach ein und wir essen draussen in der Sonne einen Quarkstriezel, das ist auch so ein Freitagsritual. Der Hübsche kommt gerade noch rechtzeitig heim, um zwei Stück abzubekommen.


Danach bringt Little L. seinem kranken Freund noch die Sachen aus der Schule von heute (Mittags war da niemand da oder alle am Schlafen), begleitet den Nachmittagsfreund nach Hause und dann spielen die Kinder noch eine halbe Stunde Lego Dimensions, während der Hübsche und ich im Baumarkt einen neuen Sonnenschrim für unseren Balkon kaufen. Gar nicht so einfach, wenn man kein Vermögen ausgeben möchte und auch keinen voll hässlichen oder windigen aufstellen möchte. Aber wir schaffen es :-).


Ich bereite den Pizzateig für das nächste Freitagsritual vor, telefoniere noch mal kurz mit einem Kollegen, der noch ein paar Infos für eine Telefonkonferenz mit Mexiko braucht (da bin ich dann froh um meine Geschäftskontakte, die sich dank Irland/Italien nur maximal um eine Stunde Zeitdifferenz unterscheiden), schnipple alle Zutaten und bereite einen Salat vor. Little Q. liest noch ein bisschen in der Sonne, dann ist es auch schon Zeit für sein erstes Unihockeytraining in der neuen Altersstufe. Ich muss mich kurz nach ihm auf den Weg machen, um 19:00h ist nämlich Elternabend der Pfadfinder und als Elternvertreter der Wölfli-Stufe muss ich da natürlich hin.


Dementsprechend wird es heute alles ein bisschen länger gehen bei uns, wir werden erst Pizzaessen können, wenn Q. und ich beide kurz nach acht zurück sind.... dann Kinder duschen und ins Bett stecken und das übliche Abendprogramm.... ich schätze mal, es wird ungefähr zehn sein, bis der Hübsche und ich durchatmen und auf der Couch mit "The Blacklist" (ich habe keine Lust, morgen wieder um 5 wach zu sein) und einem Glas Rotwein das Wochenenden einläuten. Phew. (Nicht explizit erwähnt, aber natürlich trotzdem erledigt: die zwei Waschmaschinenladungen, die gewaschen, getrocknet, aufgehängt und zusammengelegt wurden und die zwei, drei Spülmaschinenladungen.....)












Donnerstag, Mai 04, 2017

Kleinkram



Heute morgen habe ich mit dem leisen Auto den Werksschutzmann erschreckt und dann ein lustiges Gespräch über die Bedeutung von "schleichen" mit ihm geführt. ("Schleichen? Mit DEM Auto? Das glaube ich Ihnen jetzt nicht").


In der Mittagspause habe ich für Little L. eine neue Juniorkarte besorgt (damit kann ein Kind mit einem seiner Elternteile, das eine Fahrkarte hat, in der ganzen Schweiz für 15CHF im Jahr Bus, Bahn, Tram und auch viele Bergbahnen fahren.). Das ist eine der wenigen Karten, die man nicht am Automaten holen kann, sondern für die man eine Nummer im SBB-Zentrum ziehen muss. Ich lehnte also mit meiner Nummer ("Voraussichtliche Wartezeit: 9 Minuten", es ging dann nur 7) neben dem Automaten und räumte meinen Pokemonhaufen auf. Es ging eine Weile, bis zu mir durchdrang, dass ein älterer Herr neben mir an der Menüführung des Automaten verzweifelte und fluchte wie ein Rohrspatz. Etwas verspätet reagierte ich auf das geknurrte: "Und dann ist keiner da, der einem mi tder verdammten Kiste helfen kann!" und bot an, dass wir das doch mal gemeinsam versuchen könnten. Es klappte auf Anhieb, der Mann bekam ganz rote Backen und entschuldigte sich für seine Flucherei. Ich entschuldigte mich für das lange nicht reagieren und zack, war ich dran. (Und musste dran denken, wie der Hübsche und ich zu unseren Basler Anfangszeiten im Elisabethenparkhaus gefangen waren, weil wir die Ausfahrt ums Verrecken nicht fanden. Bei der dritten Runde, die uns schon wieder von P5 -P1 gebracht hatte, fluchte der Hübsche --bei offenem Fenster, weil wir ja bereit waren, das Ticket in den Automat zu stecken... "Wir warden hier verhungern, weil wir aus diesem Scheissparkhaus einfach nie wieder rauskommen, weil die da einfach keine verdammten Schilder aufhängen können!" Und wie sich dann eine Frau, die da entlang lief, reinbeugte und ganz höflich meinte: "Da vorne links, da wo das Autobahnschild ist, da gehts raus.")


Am Nachmittag Zufallstreffen mit einem Kollegen, der in die Produktion gewechselt hat, also dahin, von wo ich vor zwei Jahren kam. Er schüttelte mir die Hand und beim Druck, der mir die Mittelhandknochen gegeneinander verschob (das ist bei mir ein bisschen wacklig zusammengesetzt), mussten wir lachen (also: ich erst jaulen, er erschrecken, aber dann), und waren uns einig: er ist jetzt in der rustikalen Welt dort angekommen und ich bin zu lange weg :-). (Ich musste innerlich bei der Leitkulturdebatte ein wenig schmunzeln, weil Händeschütteln und mit Namen begrüssen, das ist was, wenn man das weglässt hier, wohooooo, das ist vermutlich ein Ausweisungsgrund.)


Abends dann der erste Beihnaheunfall mit dem neuen Auto, weil jemand bei einer "rechts vor links"-Kreuzung von links kam und auf Gehör fuhr, also ganz ohne Gucken nach rechts, wo ich "angeschlichen" kam. Wir wissen jetzt beide, dass die Tesla-Bremsen super sind und die Hupe alles andere als leise. Aber: alles gut und der fährt keinem Elektroauto mehr vor die Nase.




Und hier noch der kleine Hinweis an alle: morgen ist wieder WMDEDGT?, also schreiben Sie ruhig mal alle schön auf, was Sie den ganzen Tag so machen. Weil es letzten Monat mit der veränderten Verlinkzeit so gut geklappt hat, lege ich da morgen noch eine Schippe drauf und der gesamte Beitrag incl. Linkliste schaltet sich um 18:00h frei.

Mittwoch, Mai 03, 2017

Pole

Auf der einen Seite hat Little L. heute dem speziellen Gast (etwas unmotiviert, wie ich finde, weil bis zum nächsten Geburtstag ist es ja noch ein bisschen hin) mitgeteilt, dass er nicht mehr kommen darf, weil "Meine Mami das sagt." Das ist .... ja, also faktisch nicht wirklich falsch, aber ich habe das ja auch begründet* und wer weiss, vielleicht hätte ich nächsten Frühling ja wieder anders drüber gedacht, und ich muss mich anscheinend noch besser darauf einstellen, wenn Kinderohren in der Nähe sind, nur in nach aussen 100% vertretbaren Sätzen, die auch verkürzt nicht zu Ärger in anderen Familien führen**, zu kommunizieren***. Auf der anderen Seite wird es in anderen Familien ähnlich laufen, ich gehe mal ganz fest davon aus (also: ich hoffe es schwer!), dass der Vorschlag eines anderen Gastes, für die nächste Übernachtungsparty seine Mutter für die ganze Zeit mitzubringen, damit er nicht so Heimweh kriegt, vielleicht durch Hörensagen ein wenig entstellt wurde und nicht ganz genau so gemeint war, wie L. ihn daheim präsentiert hat.




Auf der anderen Seite wurde mein Karmakonto etwas aufgefüllt, als die Mutter von Little Q.s bestem Freund per Whatsapp fragte, was das für unglaublich leckere Cracker waren, die Q. immer in der Znünibox hat (und vermutlich ihrem Sohn andreht, weil er sie nicht mag), und ich ihr dann zwar kein Bild eines handgeletterten gluten-, lactose- und NATÜLLISCH zuckerfreien und veganen Rezepts zum Selberbacken schicken konnte, aber immerhin das Foto einer Packung (Affiliatelink), auf der dick und fett "Vollkorn" und "bio"draufsteht.




*Ob der Zusatz "Weil sie dieses Essensdrama nicht nochmal aushält" irgendetwas besser gemacht hätte, ist allerdings fraglich.




** Little L. hat den Vorschlag gemacht, dass er ja sein eigenes Essen mitbringen könnte. Ich habe um "Ich möchte mit ihm aber nicht über Essen sprechen müssen." erhöht. Mal sehen, wie das alles so ausgeht.




*** Habe ich schon erwähnt, dass Little Q. gehört hat, wie ich dem Hübschen von meinem Coup, für die Übernachtung in Kiel vor der Abreise nach Oslo im Sommer ein Zimmer mit Tesla-Destination-Charging zu reservieren, erzählte und er statt "Yachtclub" "Nachtclub" verstand und in der Schule erzählt hat, dass wir in die Ferien in einen Stripclub am Hafen fahren? Ich rechne täglich mit dem Aufgebot zum Elterngespräch.



Dienstag, Mai 02, 2017

Hello Mai!

Ich mag das eigentlich, diese Monatsvorschauen (mit kurzem Fact Check, was im letzten Monat dann doch anders war):
Soweit ich das bisher abschätzen kann, werde ich im Mai

  • auf die „Fantasy Basel“ gehen (gegangen sein, das war leicht )
  • NICHT auf die re:publica oder irgendeine andere Bloggerkonferenz gehen und das auch überhaupt nicht vermissen.
  • meinen Undercut nachschneiden lassen (die Seiten müssen kürzer werden, das büschelt schnell nach aussen)
  • Muttertagsgrüsse verschicken
  • einen Elternabend bei den Pfadfindern und einen in der Schule besuchen
  • am halbjährlichen Putzmorgen bei uns in der Siedlung teilnehmen
  • mit der ganzen Familie auf die „Bricklive“-Legomesse gehen
  • das verlängerte Auffahrts-Wochenende geniessen vor dem Endspurt dieses Schuljahres
  • hoffentlich endlich die Grill- und Badesaison im Garten nachhaltig eröffnen, nicht immer nur so ausnahmsweise.

Montag, Mai 01, 2017

Big Bang

Mit den Feiertagen ist es in der Schweiz ja so eine Sache: wie so vieles sind die kantonal unterschiedlich. Ich glaube, ich habe es schon 1000mal geschrieben, aber in Basel, wo ich arbeite, ist der  1. Mai frei, dafür der 1. November nicht. Im Aargau (oder zumindest im Fricktal), wo wir wohnen und der Hübsche arbeitet, ist der 1. Mai nicht frei, dafür der 1. November. Die Kinder, die im Aargau in die Schule gehen, haben an beiden Terminen frei. So kommt zweimal im Jahr jedes Elternteil zu einem Exklusivferientag mit den beiden Kindern.
Während ich also den letzen 1. November in einem dunklen, stickigen Meetingraum bei einem Workshop verbrachte, besuchte der Hübsche mit den beiden Jungs die Herbstmäss und drehte sich mit ihnen bei strahlendem Sonnenschein bim Riesenrad auf dem Münsterplatz.
Und während der Hübsche heute bei strömendem Regen im Büro sass und in die dunklen Wolken starrten, besuchten die Jungs und ich die "Fantasy Basel", die "Swiss ComiC Con". Für uns als bekennende Nerds und Geeks ist die Comic-Con in San Diego natürlich ein Begriff und in den nächsten Kalifornienurlaub werden wir einen Besuch sicher einplanen.
Die Basler Variante ist natürlich kleiner, aber nicht weniger liebevoll und voller Begeisterung.
Es gibt wie beim grossen Bruder Schauspieler und Kreative, wobei man da .... joah, Abstriche machen muss. Ich nehme an, echte, wirkliche Hardcore-Fans können sich auch für die Schauspieler von diversen Droiden aus den aktuellen StarWars-Filmen und nicht näher definierte Mädchen aus GoT begeistern, für uns war das eher nicht soooo spannend (den Preis für 25CHF für ein Autogramm fand ich dann auch noch recht sportlich, viele andere auch und so sassen die Droiden- und Mädchendarsteller recht einsam hinter den Absperrungen.), aber es gab ja genug anderes zu sehen und zu machen.
Die Jungs haben heute morgen also ihre Elbenumhänge angelegt, Little Q. liess sich noch Ohren ankleben (L. verzichtete nach meiner Flucherei ob des Klebers überall), mit silbergrauem Eyeliner (sehr gut geeignet: Urban Decay 24/7 waterproof Eyeliner in Gunmetal :-)) habe ich ihnen noch Elbenkronen auf die Stirn gemalt und los gings.






Schon am Bahnhof tummelten sich die verschiedensten Fantasy-Gestalten: sämtliche Pokemons, Steampunks, Superhelden, Star Wars und Star Trek-Figuren und noch viele mehr, die ich gar nicht alle zuordnen konnte.
Am Messeplatz dann strömten alle an der im Vergleich etwas kläglich aussehenden "1.Mai-Demo" vorbei in die Messehalle. Wir hatten am Vorabend noch Tickets besorgt und konnten so die Tageskassen-Schlange einfach passieren. Ich hatte ausserdem (der Hübsche meint: als einziger auf der ganzen Welt) die Waffenregelung noch genau durchgelesen und wusste deshalb, warum es eine extra "Waffenkontrolle" gab :-).


Tja. Und ab dann waren die Kinder (ich auch, aber die Kinder waren noch so viel mehr begeistert als ich, dass ich einen Grossteil meiner Freude aus ihrer Begeisterung zog) für die nächsten 6 Stunden im 7. Himmel.

 
 Sie trafen Star Wars-Charaktere,









durften Drohnen fliegen und beim Stand der Esa (ich finde die Kombination von SciFi-Fans und echter Wissenschaft soooooo gut und gelungen) mit Virtual Reality auf den Mond fliegen (Little L. war es zu echt),



Sie trafen unglaublich phantasievoll verkleidete Fans



Bewunderten Legolandschaften:











 Den Delorean (ein Kitt stand daneben und Little L. meinte: "Schau mal, das Auto aus Lego Dimensions!"


 Posierten mit Figuren aus Filmen, die sie vermutlich nie sehen werden :-)


Sie besuchten mit anderen ... Interessierten einen Cosplay-Schwertkampfworkshop


 Sie testeten den neuen Nintendo Switch auf Herz und Nieren:




Wir mussten schnell an der grusligen Zombie-Ecke vorbeilaufen,konnten in aller Ruhe an den verschiedenen Fan-Artikelständen auswählen, was sie sich für den vereinbarten Höchstbetrag aussuchen würden und alle, wirklich alle, vom Stormtrooper über den Physiker bis zum Merchandise-Mann und der Security waren unglaublich freundlich, geduldig und mit so viel Herzblut bei der Sache, das habe ich wirklich noch nie erlebt.


Das war ein rundum grossartiger Tag heute! (und wir sind 18 000 Schritte gelaufen. Da werden wir mit Schiggy-Kissenbezug und mit Pikachu im Megaglurak-Mantel sehr, sehr gut schlafen.)