Donnerstag, Dezember 18, 2008

Politisch unkorrekt

hätte ich diesen Post gerne so begonnen, wie Frau Budenzauberin diesen ihren. Allerdings ist das Kind, um das es geht, erst vier und deswegen wäre das vermutlich übertrieben.
Heute war Weihnachtskinderturnen, will heissen, die Kleinen (dazu gehört Little Q) und die Grossen zusammen.
An isch ja eine schöne Sache, Little Q. und ich kennen vom letzten Jahr noch ein paar aus der grossen Gruppe.
Ein Kind allerdings... mir fehlen echt die Worte.
Ich weiss, dass Little Q. kein ruhiges Kind ist. Er ist ein frecher Wildfang, keine Frage. Aber er kennt Grenzen, von ganz allein, welche die ich ihm nie setzen musste: er hält zB Distanz zu wildfremden Erwachsenen (will heissen, er reisst Mütter von Kindern, die er vor einer halben Stunde zum ersten Mal gesehen hat, nicht an den Haaren, tritt sie nicht, schubst sie nicht, meistens redet er nicht mal mit ihnen; wobei das das besagte Kind auch nicht getan hat) und tritt, schubst, zwickt, beisst keine anderen (noch dazu kleineren) Kinder, die ihm nichts getan haben, sondern nur zufällig im selben Raum mit ihm sind.
(Die Mutter hat irgendwie gar nichts gesagt. Allerdings auch niemanden getreten. Muss man vielleicht schon dankbar für sein.)

Kommentare:

Schlafhut hat gesagt…

Aaaah, diese AK! Irgendwie gibt es die überall. Und irgendwie lässt mich das Gefühl nicht los, das in 99 % der Fälle die Eltern auch noch so richtig stolz auf ihre Zwerge und vor allem deren Taten sind...
LG Schlafhut

babyjust hat gesagt…

Nennt man sowas dann antiautoritäre Erziehung? -.-

Aber wie reagiert man eigentlich auf sowas?

Das kleine Brüllen hat gesagt…

Naja, ich habe das Kind, das mich an den Haaren gerissen und in die Nierne (danke auch) getreten hat, von mir abgepflückt, ihm gesagt, dass er mich und die anderen jetzt in Frieden lassen soll. Gebracht hat es nichts.
(Quentin fand es erst auch noch witzig, wieviel Aufmerksamkeit das AK durch sein Benehmen bekam, bis ich ihm gezeigt habe, wieviele andere Kinder, ihn eingeschlossen, der andere zum Weinen gebracht hat, dann hat er mir laut und deutlich versprochen: "ich mach nicht so böse sachen wie der L.")

dasmiest hat gesagt…

Ne, nicht dankbar sein. Klare Ansage machen, an das Kind und die Mutter.

Da bin ich ganz frech und fange an, fremde Kinder zu erziehen. Und das dann nicht unbedingt auf die nette. Kann ich so gar nicht ab.

Claudja hat gesagt…

nunja, vielleicht hat das Kind keine schlechte Erziehung genossen sondern hat anderweitig ein problem.
Habt ihr darüber schon einmal nachgedacht. Nicht immer direkt urteilen, denn es hätte auch eure Kind sein können.

Das kleine Brüllen hat gesagt…

@claudja: ich urteile nicht, ich möchte nur nicht, dass meines und die anderen kleineren Kinder terrorisiert werden (und selber nicht getreten werden). Und ganz ehrlich: mein Kind hätte das nicht sein können. Ich wäre nämlich spätestens nach dem ersten Vorfall eingeschritten und nach dem zweiten als Konsequenz nach Hause.

Jeanny hat gesagt…

So was macht mich auch immer sprachlos. Schön auch die Mütter, die zaghaft lächelnd hinter ihren Kindern her rennen, die auf dem Weg durch die Turnhalle JEDEM anderen Kind Turngeräten über die Birne ziehen. Nichts sagen. Nur lächeln. Ich bin ein friedfertiger Mensch, aber hier könnte ich Mütter und Kinder an die Wand nageln. Sorry.

Passiert uns leider auch allzu oft und mein Sohnemann lässt sich wegen solcher Idioten gerne mal die Turnstunde vermiesen (ich habe dann Klammeräffchen auf dem Arm).

Kurzum: ich verstehe Deine Wut. Und mit Kommentaren wie "vielleicht hat das Kind ein anderes Problem,nicht so schnell urteilen" usw. kann ich - sorry - so gar nichts anfangen. Wer in dem Alter schon so aggressiv ist, keinerlei Respekt sogar vor Erwachsenen hat und dafür nicht mal ermahnt wird, der wird in Zukunft noch viel mehr Probleme haben.

Hier übrigens auch Nasennebenhöhlen, Frau Brüllen. Jährlich grüßt das Murmeltier.. gute Besserung Dir!

babyjust hat gesagt…

Vielleicht sollte man nicht über das Kind urteilen, aber über die Mutter? Die ist alt genug und sollte in der Lage sein sich der Situation anzunehmen - egal ob es nun wegen schlechter Erziehung oder anderweitiger Probleme des Kindes ausgeartet ist. Still bleiben und nichts tun, nur um eventuell nicht "falsch" zu urteielen, finde ich persönlich unangebracht. Dann schon lieber ganz frech fremderziehen.