Dienstag, Januar 27, 2015

Kryptik

Manchmal, da bekommt man Unterstützung von da, wo man sie gar nicht erwartet. Geestern war so ein Tag. Genaueres vielleicht später, sicher aber nicht vor Montag nächste Woche. Daumendrücken darf man aber.
Was mich zum Nachdenken gebracht hat, war die Aussage: "Wissen Sie, ich glaube, das Problem heutzutage ist gar nicht unbedingt, dass es so viel Kinder ausserhalb der Norm gibt. Die "Norm" ist nämlich eigentlich sehr breit. Das wollen aber viele nicht einsehen und nehmen als Norm nur einen ganz schmalen Bereich um den Mittelwert. So werden ganz viele Kinder zu "ausserhalb der Norm" abgestempelt, die ganz normale Kinder sind. Nur halt nicht Durchschnitt." (Und mal ehrlich? Wer will denn Durchschnitt sein?)

Durchgespielt

Montag abend, 17:45h, das Festnetztelefon bimmelt, eine unbekannte Nummer.

"Frau Brüllen, hallo?"

"Ja, hallo, einen schönen guten Abend, hier ist keineAhnunghabedenNamenschonwiedervergessen, könnte ich mal bitte den Herrn G...., Gsch...., Xsss...., also, Ihren Mann sprechen?"

"Nein, der ist nicht zu Hause. Worum geht es denn, kann ich was ausrichten?"

"Wann erreiche ich ihn denn am besten?"

"Das ist ja jetzt keine Antwort auf meine Frage. Worum geht es denn?"

"Können Sie mir nicht einen Tipp geben, wann ich ihn am besten erreiche?"

"Können Sie mir nicht sagen, worum es geht? Dann könnte ich ja schauen, ob ich Ihnen einen Tipp geben kann."

"Dann probiere ich es halt einfach wann anders nochmal."

"Das können Sie gerne machen, allerdings werden Sie Pech haben. Mein Mann hebt nämlich das Festnetztelefon aus Prinzip nicht ab, ausser es ist seine oder meine Mutter dran. Bei meiner übrigens nur, wenn ich nicht da bin, seine hat einen Extraklingelton, damit er das sofort weiss. Ansonsten ist er nämlich der Meinung, dass praktisch nur unseriöse Telefonmarketingfuzzis hier anrufen und davon will er sich nicht seinen Feierabend versauen lassen. Ich hingegen gehe eigentlich fast immer ans Telefon, weil erstens auf der Rundtelefonliste für Kindergarten und Schule auch die Nummer steht und manchmal auch die Lehrerin oder Kindergärtnerin anruft, im blödsten Fall wegen "Kind hat Loch im Kopf" oder so. Manchmal ruft auch eine meiner Schwestern an, wobei: in der jüngsten Vergangenheit unterhalten wir uns meist über Whatsapp. Und zu guter Letzt gibt es da ja noch die leicht verwirrte alte Frau, die sich manchmal mit einer Ziffer vertut und dann denkt, sie würde mir ihrer Tochter telefonieren. Da gehe ich auch ran und rufe danach dann ihre Tochter an, um ihr zu sagen, was ihre Mutter möchte. Wobei, die hat schon lang nicht mehr angerufen, ich hoffe, es geht ihr gut. Meistens sind es aber doch nur Marketingfuzzis, die mir eine neue Krankenkasse oder Fischölkapseln oder französisches Porzellan andrehen wollen. Ich könnte Ihnen jetzt was von meiner schwarzen Liste oder der gelebten Gleichberechtigung in allen Belangen in unserer Familie erzählen, aber ich habe das Gefühl, ich schweife ab. Wie auch immer: meinen Mann werden Sie auf dem Festnetz sicher nicht erreichen. Ausser, Sie rufen vom Anschluss seiner Mutter an. Wollen Sie mir nicht doch sagen, um was es geht?"

"Schönen Abend noch."

Tuuuuuuut

Ich hätte an seiner Stelle schon viel eher aufgelegt.

Montag, Januar 26, 2015

Skistart

Sie wissen ja: Schnee und Frau Brüllen, das ist wie, ach, denken Sie sich was aus.
Auf jeden Fall war es grossartig, als wir es gestern erstmal in dieser Saison auf die Skipiste geschafft haben. Nach 34 Jahren Skierfahrung war ich das erste Mal nicht mit Socken, die mir grad in die Hände gefallen sind, unterwegs, sondern mit Supa-Dupa-18-Zonen-Skisocken. Ganz anderes Fahrgefühl ;-) (Nicht wirklich, aber es waren Kniestrümpfe und so hatte ich keinen Bündchenabdruck nach dem Fahren (dafür "Dare2be" über die ganze Wade abgedrückt, aber irendwas ist ja immer).
Wir waren zum Aufwärmen in Muggenbrunn, da wo die Jungs vor zwei Jahren die ersten Versuche auf Brettern unternommen haben. Nach dem üblichen "Es ist kalt, die Skischuhe sind eng, meine Füsse tun weh, ich kann mit den blöden Schuhen nicht laufen, ich rutsche immer rückwärts" und dramatischem "im Spagat- in den Schnee Fallen" hatte auch Little L. nach der ersten Abfahrt seine Freude am Fahren wieder entdeckt, ebenso seine Pistensau-Vergangenheit und so musste ich nach eben einer Abfahrt lang Kind aus dem Schnee pflücken danach dann wieder schauen, dass ich dem kleinen grünen Blitz hinterherkam. Sein Ziel war "Entweder gar nicht hinfallen oder wenn schon, dann wenigstens mit Riesenschneewolke hinter mir". Klappte ganz gut.

Little Q. ist mittlerweile total selbständig unterwegs, Liften, allein runterfahren, mit Stöcken: alles easy.

Hach, ich hoffe, wir schaffen es noch das eine oder andere Mal bis zu unseren richtigen Skiferien im Februar.

Sonntag, Januar 25, 2015

Toast

Ach ja: anscheinend gab es gestern ein wenig Verwirrung wegen des Toastbrots. Ich bin schon nicht ganz so weit vorausplanend, dass ich den Toast fürs Frühstück schon abends toaste, damit keine Zeit verloren geht ;-). Seit ich das erste Mal das Toastbrot aus dem Buch "Auf die Hand" selber gemacht habe, bestehen die Jungs darauf, das noch lieber als Sonntagszopf zu haben und dann: der Aufwand ist praktisch der gleiche, der Hübsche isst es, anders als Zopf, auch: dann halt.

Und so gehts:
450g Mehl (405) mit
50g Maisgriess mischen.
150mL lauwarmes Wasser mit
50mL Milch,
40g Zucker und
1/2 Würfel Hefe mischen.

Auf die Mehlmischung giessen, ein bisschen Mehl einrühren und 30 Minunte zugedeckt aufgehen lassen.

2 Eier
80g weiche Butter und
5g Salz

zugeben und zu einem Teig verkneten. Wieder 30 Minuten gehen lassen, danach auf die Arbeitsfläche kippen und NICHT kneten, sondern mit dem Messer in 6 gleichgrosse Teile teilen.
Kastenform ausbuttern und bemehlen, aus dem Teig 6 Kugeln formen (nicht rollen, sondern in die Hand nehmen und mit den Fingern nach innen einkrempeln, bis es eine schnöne Kugel ergibt.
Diese Kugeln mit der Krempelseite nach unten hintereinander in die Kastenform setzen und, genau, nochmal 30 Minuten gehen lassen.
Dann die Oberseite mit einer Mischung aus 1 Eigelb und 1EL Sahne einpinseln und bei 180°C 45 Minuten backen lassen.
Ganz abkühlen lassen, aus der Form nehmen und wie ein Toastbrot in Scheiben schneiden. Im Folie hält es sich im Kühlschrank wohl eine Woche, aber so alt ist es bei uns noch nie geworden....

Samstag, Januar 24, 2015

"Chill dein Leben"

Eigentlich wollte ich heute darüber schreiben, dass bei mir der Zustand der "inneren Unruhe" der normale ist und man sich erst Sorgen machen müsste, wenn ich mal total gechillt neben einem vollen Wäschekorb und unausgefüllten Versicherungsunterlagen Dschungelcamp schauen würde.
Zur Untermalung dieser Tatsache hätte ich dann geschildert, was ich heute so an einem an sich total gechillten Samstag ohne spezielle Pläne so gemacht habe und dass ich mir bewusst wäre, dass ich mich, wenn ich nicht ich wäre, total anstrengend finden würde, aber als ich nur drüber nachdachte, wie ich das so schreiben würde, was ich alles gemacht habe, da fand ich mich selber so unglaublich anstrengend, dass ich darauf gar keine Lust mehr hatte.

Deswegen seien drei Aspekte des heutigen Tages zufällig herausgegriffen:

Schnee. Nicht so richtig viel und es fing auch erst an, als die Jungs in gsd grösstenteils geeigneter Montur mit den Pfadfindern im Wald waren. Schnee ist für mich das Grösste. Und so freue ich mich unendlich darauf, morgen die Skisaison einzuläuten (ja, Rucksack ist gepackt, Kleidermännchen für alle liegen bereit, Taschen mit Helmenhandschuhenskischuhen stehen neben der Tür, Thermosflaschen für Kakao und Tee stehen mit Teebeutel resp. reingelöffeltem Kakao neben dem Herd bereit).

Slowcooker: Das Zitronenhuhn fanden 4 von 4 Familienmitgliedern super. Es sieht zwar aus, wie schon mal gegessen, schmeckt aber sehr, sehr lecker. Den Karottenapfelingwersalat fand dazu fand 1/4 superlecker (weswegen sie ihn auch gemacht hat), 1/4 hat ihn gegessen und nichts dazu gesagt, 2/4 haben zwei Gabeln gegessen, dann verkündet, dass sie ihn ziemlich nicht so lecker finden würden und dementsprechend nur unter Protest weiteressen würden. Aber ich kann mit Protest umgehen. (Und ja, das "No hurry curry" ist für morgen vorgeschnippelt, angeschwitzt und wartet nur aufs Einschalten, damit wir nach dem Skifahren dann was warmes in den Bauch bekommen. Die Nudeln mit Pesto für die 2/4, die das ja ziemlich sicher nicht essen werden, gehen ja schnell.)

Nähen: es ist mal wieder soweit: Januar/Februar und alle Freunde der Kinder haben Geburtstag. Ausserdem ist Little Q. irgendwie in den letzten zwei Wochen ungefähr 10 cm gewachsen, also gefühlt, so dass ich mal wieder viel nähe. Ich glaube, ich habe die letzten Shirts incl. des Kapuzenpullis, den ich dem Hübschen zu Weihnachten genäht habe, gar nicht gezeigt, oder? Egal, kommt noch.

Und Bonusmoment: die 20 Minuten, die ich mit einem nach Schwimmkurs, Pfadiübung und 40Minuten in der Badewanne aufwärmen echt streichfähigen Little L. auf dem Sofa zu den Nachrichten gekuschelt habe, die waren wirklich gechillt. Und ich gar nicht unruhig.

(So, ich muss wieder, Stickfarbe wechseln und Spülmaschine aus- und wieder einräumen. Und das Toastbrot für morgen ist auch fertig gebacken und muss raus)

Freitag, Januar 23, 2015

Inbetriebnahme

Heute war es also so weit: der CrockPot wurde in Betrieb genommen.
Die Kinder hatten heute schul- und kindergartenfrei (klar, gestern gab es Zeugnisse und so ein Semester wechselt sich offensichtlich nich von allein ;-)), ich habe also mein Überstundenkonto angeknabbert und so haben wir uns einen richtig freien Freitag gegönnt.

Und weil wir heute abend traditionell Zeugnispizza essen gehen, blieb also nur das Mittagessen zum Testen.

Ich habe mir ja in der Wartezeit auf die Lieferungdes Crockpots schon mal Rezepte rausgesucht, unter anderem das hier, das hier, das hier und zwei Bücher, in denen mich v.a. das "No hurry vegetable curry" und irgendwas mit Kürbis und Linsen angelacht haben. Nun ist es ja aber so, dass ein erstes Testessen mit den zwei Littles, die beim Gedanken an "Wäh, Frucht mit Fleisch" und "Wäh, Gemüse in Sosse" eher unkooperativ sind und wenn ich mir dann auch nich unsicher bin, ob das jetzt so alles klappt, ist es vielleicht besser, mit was anderem anzufangen.

In den Büchern fanden sich zum Beispiel auch Rezepte für Dampfnudeln. Die habe ich mich noch nie selber konventionell zu machen getraut, weil immer drinsteht, man dürfe den Topf nicht aufmachen, sonst fällt alles zusammen, und man würde hören, wenn die Zuckermilch zu einem leckeren Milchkaramell unten an der Dampfnudel eingekocht ist, und ich war mir immer ziemlich sicher, dass ich das nicht hören würde und dann hätte ich was total ekelhaft verkohltes.

Tja. Im Slowcooker verkohlt ja eher nix und ausserdem hat er einen Glasdeckel, also: Dampfnudeln als erstes. Und ja, wenn man dann nach diesem Entschluss liest, dass es kein Rezept für Crockpot-Anfänger ist und man die Heizleistung seines "Crockys" (ich prangere das an. Küchengeräte sollten keine Kosenamen bekommen) wirklich gut kennen sollte, bevor man sich da rantraut, kann man nochmal kurz nervös werden. Aber was solls, virtuell also Finger in die Ohren gesteckt und laut "lalalala" gesungen, und losgelegt. Mit noch so einer "Crocky"-Sünde, weil in der Einleitung steht drinnen, dass der Crockpot "der Finanzbeamte unter den Küchengeräten ist" und man sich immer extrem genau an die Anleitung halten muss, dann geht nix schief, aber wehe, man improvisiert. Musste ich aber, weil mein "Crocky" ist ein 3.5L-Topf und das Rezept war für den 6.5L-Topf. Ausserdem essen wir sicher keine 12-15 Dampfnudeln zu dritt. Also habe ich beherzt alles halbiert und einfach mal gemacht.

Als erstes soll man Butter und Milch und ein bisschen Zucker auf "Low" aufwärmen lassen, bis die Butter geschmolzen ist. Das ..... dauert eine Zeitlang und "Low" ist wirklich "low". Überhaupt: die Steuerung von dem Ding: es gibt genau einen Drehschalter mit "Off", "Low", "High", "Medium" (übrigens auch in dieser Reihenfolge, was ja schon ein bisschen unlogisch ist). Das erinnert mich an meine erste Pilotkampagne in einem Werk in Frankreich, das schon etwas in die Jahre gekommen war. Ich kannte von unseren Schweizer Anlagen nur computergesteuerte Heizkühlsysteme für Reaktoren, aber da gab es direkt am Kessel ein Drehrad, wie so ein kleines Steuerrad, und auf der einen Seite stand "chaud", auf der anderen "froid". Finde ich ..... mutig, so eine chemische Reaktion zu steuern, aber dazu kams ja auch nicht, weil sie die Gasdosierstation für das HCl-Gas nach dem ersten Ansatz mit Wasser gespült hatten und so keine Gasdosierstation mehr für einen zweiten Ansatz hatten. Aber ich schweife ab.

In der Zwischenzeit macht man einen süssen Hefeteig (und schaltet dann doch mal auf "Medium", weil es arg langsam geht, dann denkt man sich, man ist jetzt einer von denen, die dann bei Chefkoch kommentieren und sagen: "Ich habe alle Anweisungen missachtet, kam nur Mist raus, Scheissrezept" und so einer will man ja nicht sein, deswegen schaltet man schnell wieder auf "Low" zurück), formt 6 Dampfnudeln und setzt sie in die ENDLICH geschmolzene Buttermilchzuckermischung.


Dann schaltet man auf "High". Für 45 Minuten.

Und ich bin zu sehr gewohnt, in einem Umfeld zu arbeiten, wo man auf Technik und genaue Messwerte angewiesen ist und deshalb nichts ungeprüft glaubt. Wenn wir bei der Arbeit eine neue Anlage in Betrieb nehmen, dann gibt es genaue Spezifikationen für jedes einzelne Bauteil, wir wissen genau, wie heiss welcher Kessel bei welcher Einstellung werden darf, wie schnell die Temperatursensoren auf Temperaturveränderungen reagieren, bei welcher Temperatur das Heizkühlmodul von Dampf auf Kühlwasser auf Sole umstellt, wie lange das Wärmeträgeröl braucht, um den Mantel zu heizen oder zu kühlen und wie der Wärmeübergang in den Kessel ist. Wenn wir auch nur das kleinste Bauteil verändern, wird zunächst ein Linientest durchgeführt, d.h. getestet, ob bei jedem Knopfdruck und jeder Eingabe das passiert, was passieren soll (Ich drücke auf "Ventil  1 öffnen", dann sollte "Ventil 1" aufgehen.), alles kalibriert, d.h. wir testen über den gesamten Temperaturbereich, ob die Messwerte, die wir bekommen, der Realität entsprechen oder ob sie, wie man so schön sagt, nur "Hausnummern" sind. Dann wird qualifiziert und ein TAT, also ein "Technical Acceptance Test" gefahren, d.h. man legt zB eine Temperaturrampe fest (Aufheizen von 20°C auf 150°C mit 2°C/min zB) und schaut, was passiert, wenn man das macht. Naja, was ich damit zum Ausdruck bringen will: Ein Gerät, wo ich nur "Low", "High" und "Medium" einstellen kann, ohne erstens zu wissen, was das in Zahlen bedeutet und zweitens kontrollieren zu können, ob es auch genau das tut, das ist schwierig für mich.

Aber eben: ich soll ja mehr chillen, sagt mein Sohn (der Grosse), also habe ich mal auf "High" gestellt. Nach 45 Minuten auf "Low" für weitere 75 Minuten und in der Zwischenzeit neben vielen anderen Dingen nach einem Rezept für Vanillesosse gesucht. Gefunden habe ich es in einem Kochbich "Strudel und andere Mehlspeisen", von dem mir nicht ganz klar ist, wie es in meinen Fundus geraten ist, aber auf der Seite mit "Dampfnudeln" stand auch "Vanillesosse".
Und ja, ich weiss, alle Welt sagt, Vanillesosse selbermachen wäre total einfach und superlecker, aber bisher habe ich das noch nie gemacht. Warum weiss ich auch nicht, weil: das ist total einfach und unglaublich lecker!

Nachdem die 75 Minuten um waren (und Achtung, falls sie jetzt eine witzige Pointe oder eine dramatische Wendung erwarten, muss ich Sie leider enttäuschen) waren die Dampfnudeln fertig, die Kinder und ich extrem hungrig und bis auf Little L, der fand, dass meine Vanillesosse nach Racletteläse schmecken würde (was er überhaupt nicht richtig beurteilen kann, weil er schon seit zwei Jahren keinen Raclettekäse mehr gegessen hat), waren alle wunschlos glücklich.

Hach. Am Wochenende mache ich dann Lemon Chicken und "No Hurry Curry". Ich freu mich schon.

Donnerstag, Januar 22, 2015

Buchempfehlung: Tana French

Ich liebe ja Serien, nicht nur Fernsehserien, sondern auch (und schon viel länger) Bücher.
Ich bin dann auch eine treue Seele und lese alle Bände, (fast) egal, ob sie mit der Zeit abflachen oder nicht. (Nur die Kay Scarpetta-Romane von Patricia Cornwell habe ich 2008 im Urlaub auf Elba für immer beendet. Ich weiss nicht, ob es an den Hormonen lag, auf jeden Fall fand ich das damals aktuellste Buch so grauenvoll schlecht, dass ich praktisch persönlich enttäuscht war und nicht mal wissen möchte, ob es noch mehr gibt).
Also. Ich liebe skandinavische Serien wie alles von Arne Dahl, Anne Holt, Camilla Läckberg, Asa Larsson, Viveca Sten, Jo Nesbö, Hjorth&Rosenfeldt, Ake Edwardsson, Liza Marklund, Arnaldur Indridason, Yrsa Sigurdardottir, you name it.
Erstaunlicherweise kann man mich mit deutschen Krimiserien wirklich jagen. Ich habe die hochgelobten Bücher von Nele Neuhaus, Andreas Franz und Eva Almstädt zu einem Teil (ich würde sagen: drei pro Autor) gelesen und fand sie so unendlich flach..... so in etwa wie den "SAT1 FilmFilm" gegenüber "Die Brücke" oder wie "Endlich hinter Gittern: der Frauenknast" gegenüber "Orange is the new Black".  Die einzige deutsche Serie, die ich mag, ist die München-Toskana-Serie von Felicitas Mayall.

Das erste aktive binge-reading, an das ich mich erinnere, kam durch einen riesigen Amazon-Gutschein zum Geburtstag verbunden mit ans Bett gefesselt sein wegen Pfeifferschem Drüsenfieber zu Unizeiten zustande. Da habe ich mir alle damals schon erschienenen Elizabeth George-Romane bestellt und zwei Wochen am Stück nur gelesen. Eben: englische (irische, schottische) Krimis und Thrillerserien, wie von Elly Griffiths, Ian Rankin und eben Elizabeth George sind nach den Skandinaviern und noch vor den Amerikanern (Karin Slaughter, Michael Connelly, Jillian Hofmann) die zweitgrösste Sammlung auf meinem Kindle.

Frisch ausgelesen habe ich da übrigens "Der geheime Ort" von Tana French. Die in und um Dublin spielenden Bücher von Tana French* sind in der Krimiserienwelt deshalb etwas besonderes, weil sie nicht eine Hauptperson haben oder von mir aus eine Gruppe an Hauptpersonen, die man durch die Serie begleitet, sondern in jedem ihrer Bücher ist ein anderer (oder zwei) Ermittler aus Dublin dran. Irgendwie kennen sich alle, irgendwie haben alle eine gemeinsame Geschichte und neben den echt spannenden eigentlichen Fällen finde ich persönlich es jedesmal wirklich charmant, rauszufinden, wie sich die einzelnen Charaktere bisher schon begegnet sind. Das ist meist so unaufdringlich gemacht, dass man die Bücher auch gut einzeln lesen kann, das ist ja sonst bei Serien oft schwierig.

Also: wer Lust hat, in ein unglaublich gut geschildertes Mädcheninternat (also: ich war ja nie auf einem Internat, aber ich war mal 15 und 16 und wow..... nach dem Buch bin ich mir nicht sicher, ob ich den Zeiten nachtrauern soll oder ob ich froh sein soll, dass sie vorbei sind) einzutauchen, dem sei dieses Buch (und alle anderen ;-)) wärmstens ans Herz gelegt.
Und wenn jemand von Ihnen die Bücher alle gelesen hat und mir vielleicht sagen könnte, in welchem Fall Holly Mackey von Steven Moran vorher schon als Zeugin vernommen wurde, könnten Sie meine Nerven beruhigen. Ich komme nicht drauf und der SuB ist zu gross, um alle anderen Bände um das (die? den?) Dublin Squad nochmal zu lesen, um das rauszufinden.

*ich finde, der Name klingt total doof. Wie ein Fake-Name für eine Autorengruppe von Nackenbeisser-Schund oder von "frechen Frauenromanen". Aber dafür kann sie ja nix, die Tana.

Mittwoch, Januar 21, 2015

Die Maschinen übernehmen die Macht!

Sie sind sich ja sicher der Tatsache bewusst, dass der Blogpost gestern total ironisch übertrieben dargestellt war, oder? Also: wir haben nur Waage eingerichtet ("Ausziehen, wiegen!"), Saugroboter aufgeladen und dann das Schlafzimmer saugen lassen. Und ein paar Rezepte für den Crockpot rausgesucht. Wirklich gekocht haben wir dann schon nicht mehr, das mache ich dann am Wochenende das erste Mal, da wäre ich schon lieber dabei, wenigstens einmal.

Die Waage scheint übrigens bisher zu funktionieren.


Heute dann hat unsere Ex-Putzfrau das Einschreiben mit der Kündigung endlich von der Post abgeholt (schon ein bisschen spannend, das online zu verfolgen) und nachdem ich zuerst ein Schlüsseldrama wie beim letzten Mal befürchtete, schlug sie dann unangekündigt heute abend hier auf. Gottseidank bevor ich heimkam und Gottseidank nachdem der Hübsche schon heimgekommen war, weil: wo hätte sie den Schlüssel sonst hingetan?
Naja, also der Hübsche hatte also grad die Nanny verabschiedet (btw: es wird immer besser und besser, das war zwar eine erzwungene Entscheidung, aber letztendlich wirklich eine gute), und den Saugroboter im Wohnzimmer ausgesetzt, da klingelt es an der Tür. Davor steht die ziemlich angesäuerte Ex-Putzfrau, drückt dem Hübschen den Schlüssel in die Hand und setzt gerade zu einer Tirade an ("Und sagen Sie Ihrer Frau, ich weiss sehr wohl, was Hygiene ist und wenn sie so superschnell im Putzen ist, dann soll sie halt selber putzen!"), als der Roboter (der Hübsche nennt ihn "Name der Putzfrau 2.0"), der sonst keine zwei Meter gerade aus fährt, sondern eben in mehr oder weniger erratischen Bahnen durch den Raum, vom einen Ende des Wohnzimmers direkt auf die nur leicht geöffnete Eingangstür zudüst, direkt auf die zeternde "Putzfrau 1.0" zu, einmal an ihren Füssen entlangbürstet, freundlich grün blinkt, umdreht und zurückfährt.
Der Hübsche sagte mit dem ihm eigenen milden Lächeln: "Wie Sie sehen: wir haben jetzt kompetente Unterstützung. Schönen Abend und auf Wiedersehen."
Man hätte es nicht schöner planen können.


Ein von @prozac74 gepostetes Video am