Sonntag, Februar 26, 2017

Durchatmen

Heute haben wir zum ersten Mal in diesen Ferien ausgeschlafen :-). Immerhin ist Little Q., der gestern mit Fieber ins Bett ist, heute morgen normal temperiert und nur noch verrotzt aufgewacht.
Den Tag haben wir dann aber trotzdem sehr ruhig angehen lassen. Wir haben ausgiebig gefrühstückt, die Sendung mit der Maus geschaut, immer mal wieder eine Waschmaschine ein- oder ausgeräumt (ich habe beschlossen, dass der Winter für uns rum ist und deshalb mal alle Winter- und Skiklamotten gewaschen und wasch-imprägniert. Dementsprechend hängt jetzt alles voller trocknender Skihosen, -jacken und -handschuhe.), Little L.s Geburtstagseinladungen gebastelt, die neue Popcornmaschine ausprobiert, Mumseln gebacken und gegessen, mit den Kindern (Little Q. hat das Buch in zwei Tagen ausgelesen) "Der Marsianer" geschaut, abends Tacos gegessen, Arbeitsklamotten rausgelegt (fertig mit in Skiunterwäsche und Hoodie rumlaufen!), festgestellt, dass ich morgen nicht nur arbeiten muss, sondern zum gemütlichen Wiedereinstieg auch noch für zwei Wochen meine direkten Kollegen vertreten muss, weil einer in Lappland, der andere auf den Seychellen ist. Nun ja, wenigstens bin ich mangels Gelegenheit zum Schwatzen nicht von der Arbeit abgelenkt.
Abends gabs dann noch Tacos und schon ist unsere Ferienwoche wieder rum. Die Kinder haben noch eine Woche (und wir haben ein langes Wochenende vor uns, weil die Basler Fasnacht uns einen freien Montag beschert. Nächste Woche dann.)

Samstag, Februar 25, 2017

Oana ged no!

So, ein letzter Skifahrpost sei mir gestattet, auch wenn wir schon wieder daheim, die Wäsche grösstenteils gewaschen, die Skisachen verräumt, das grosse Kind brav krank geworden und hier daheim schon Frühling ist.

Anfahrt zum Klosterhotel

Im und ...

... um das Klosterhotel

Wichtige Aufgabe am Anreisetag: Helmschmuck besorgen.

Sonne, Schnee, Berge

Irre viele Holländer. Der Hübsche versucht sich zu tarnen.


Quality time zu zweit mit Kaffee Baileys. Sonne, Schnee, Bergen.


Gar nicht so viel Schnee, wie man sieht.

Mein Kollege hatte uns ja auf eine Art kulinarische Reise geschickt, ich hatte für jede Hütte Empfehlungen. Hier die Beweisfotos (Angeblich ist auf dem Herren-WC da irgendwas Bemerkenswertes, der Hübsche hat es nicht rausfinden können)
Wiener Schnitzel

Kaspressknödel

Auf der Frommes-Alp gibt es angeblich den ....
...besten Apfelstrudel des Skigebiets. Ich fand ihn .. okay.

Die Kinder waren

auch noch dabei.

In einer ehemaligen Seilbahnhalle hat ein neuer Indoorspielplatz aufgemacht.

Ich schaffe nach einem Skitag vielleicht noch einen Aperol Spritz, die Kinder gingen klettern.

Mehr Schnee

Es war so warm, dass Little L. regelmässig nassgeschwitzt war und deshalb beim Mittagessen draussen eine improviesierte Mütze tragen musste.

Heimat

Ich muss unbedingt mal eine Zusammenstellung "Little L. looking at maps" machen.

Seriöses Familienbild

Wenn es auf 2800m 10 Grad PLUS hat, ist es erstaunlich, dass es doch noch so viel Schnee hatte.

Während der Hübsche, Q. und sein Freund noch mit dem Serfauser Sauser ins Tal rauschten, 

Waren L. und ich nochmal im Indoorspielplatz.

Wie es sich für den Renntag dann gehört: Schneefall und

kaum noch Sonne.

Toll war es!




Freitag, Februar 24, 2017

Time to say goodbye

Ich muss gestehen, prinzipiell finde ich Orte mit Signature-Songs ... schwierig. Beim letzten Italien-Urlaub hat der "Paradu-Song" jeden Abend um 6 im Pool für nach oben schnellende Augenbrauen gesorgt.
Ganz sichere Zeichen, dass es Zeit zum Aufbruch ist, sind:
1. mitwippen
2. den Text auswendig können (Ich meine: "In die Schuh, auf die Ski, auf die Piste fertig los", das geht ins Ohr. Und nicht wieder raus.)
3. auch einfach so vor sich hinsummen.
4. Gänsehautkriegen, wenn der Song zB bei der Siegerehrung laut gespielt wird.
5. es braucht gar nicht viel Überredung der Jungmannschaft, dass Sie 5 € in eine CD mit dem Lied investieren.

Damit Sie aber auch wissen. wovon ich spreche: voila:


Ich empfehle, den Song ca. 28mal hintereinander sehr laut zu hören, gerne im Pulverschnee bei Sonnenschein im Freien.
* geht "Sehr schön, sehr cool, Serfaus...." -trällernd ab*

Donnerstag, Februar 23, 2017

Theorie und praxis

Gestern habe ich aus gegebenem anlass (ein kind ist in l.s skikurs verloren gegangen, d.h. nach einem toilettengang einfach verschwunden gewesen) gelernt, wie ausgereift das notfallsystem der skischule hier ist.
Sobald ein lehrer ein kind vermisst, schickt er eine sms an die zentrale. Die wird an alle skilehrer und das liftpersonal weitergeleitet. Zusätzlich wird die pistenrettung alarmiert. Ausserdem wird die liftkarte des kindes geflagged, d.h. sobald es an irgendeinem lesegerät auftaucht, gibt es alarm und die liftstation hat das kind. Wer das kind findet (erkennbar an einem grossen aufkleber mit namen, skilehrernamen, telefonnummer der eltern und unterkunft), meldet das der zentrale und liefert es ab.

Wenn das kind allerdings von einem skilehrer gegen dieses protokoll allein auf die talabfahrt geschickt wird ohne jede meldung, dann geht es eine zeitlang, bis die hölle für die eltern und die skilehrerin vorbei ist.

Mittwoch, Februar 22, 2017

Skiferien-Erkenntnisse

Skidepot am Lift ist sein Geld drölfzigmal wert. Jeden Morgen und jeden Abend, wenn wir in Skischuhen und mit FREIEN Händen den Hügel vom Haus zur Dorfbahn runter bzw rauflaufen und uns in die volle Bahn quetschen, feiere ich diese Ausgabe :-).

Mit grösseren Kindern ist es leichter. Ich kontrolliere nur noch kurz vor dem Zumachen der Schuhe auf Socken- oder Hosenfalten, den Rest kriegen sie ganz allein hin. Und trotz ausgepowert gab es noch kein einziges Mal Gemotze ob des wirklich steilen Fusswegs nach oben zurück.

Ach ja: auch Skischule ist mit grösseren Kindern viel einfacher. Es gibt kein Geheule, weil sie "bleiben müssen", sondern sie haben Spass mit jungen, coolen Skilehrerinnen (in unserem Fall, wobei  die Skilehrer natürlich genauso cool sind), sie knüpfen auch mal lockere Freundschaften für eine Woche. (es ist so lustig: Little L. redet mit Kindern, deren Dialekt er nicht einsortieren kann bzw als nicht als schweizerisch erkennt, so gestelzt hochdeutsch, viel preissischer als mit uns) Sie gehen sogar (abhängig vom Essenplan) manchmal lieber mit den Skischulkindern Essen als mit uns, was praktisch ist, weil wir nicht zweimal zu einer festen Zeit an einem festen Ort sein müssen und mal woanders essen können.

Ach ja: ein Tipp für die Miteltern: es wäre so super, wenn Sie einfach alle Ihre Kinder vor dem Skikurs nochmal auf die Toilette schicken könnten. Ab einem gewissen Alter schafft man schon zwei Stunden ohne Pinkelpause, wenn man sozusagen restentleert angefangen hat. Aber klar, es macht richtig viel Spass entweder alle 5 Minuten 9 andere Kinder warten zu lassen, weil einer auf den Topf muss, oder aber mit einem heulenden Kind die Eltern herzutelefonieren, weil das Kind nicht Bescheid gesagt hat, dass es muss und dann halt in die Hosen gemacht hat.

Österreich ist gar nicht so viel billiger, wenn überhaupt, als die Schweiz, wenigstens was die Unterkunft (Ferienwohnung) und den Skipass angeht. Was aber echt viel weniger kostet, ist die ganze Gastronomie. So lassen wir es uns essenstechnisch gut gehen auf der Piste und auch der Heimweg geht leichter nach einem Kaffee Baileys oder einem Aperol Spritz vor der letzten Abfahrt oder unten an der Talstation.

Ferienwohnung ist für mich der perfekte Urlaub. Selberkochen ist nun echt keine Hexerei, wenn man sich auf Nudeln mit Sosse. Spiegelei und arme Ritter oder aber Brotzeit, weil man ja mittags warm isst, beschränkt. Die Semmeln fürs Frühstück werden vom Lieferdienst der Bäckerei an die Haustür gebracht, auch das ist money well spent.

Den seltsamsten Moment heute erlebte ich bei der Gondelfahrt am Morgen, da stand vor uns eine Familie mit drei Kindern, zwei Skifahrkinder, der Vater in Skimontur, die Mutter mit dem kleinsten Kind auf dem Arm "nur" in Winterklamotten. Ich dachte erst, das Kleine wäre nur müde oder mittagsschlafbereit, weil es wie ein nasser Sack über der Mutterschulter hing, dann sah ich erst die verkrusteten Pustel im Gesicht, dann die glasigen Augen, dann die nässenden, zT eitrigen, zum Teil frisch flüssigkeitsgefüllten Windpockenpusteln auf dem Rest des Kindes. Ich war so perplex, wie man sich mit einem offensichtlich (nicht nur in Pustelhinsicht) echt kranken und noch dazu hochansteckenden Kind in eine Menschenmenge quetschen kann, die von der Dichte her dem morgendlichen Berufsverkehr in der U-Bahn einer mittleren Grossstadt entspricht, dass ich gar nichts sagen konnte. Ich hielt trotz strenger Blicke des Liftpersonals, die ja gerne alle Gondeln ganz voll machen, den Hübschen und die Jungs davon ab, zu dem Pustelkind miteinzusteigen; wir sind zwar entweder geimpft oder hatten sie schon oder beides, aber man muss ja nix riskieren. Und vermutlich hätte ich auf der Fahrt dann doch die Klappe nicht halten können, sondern was gesagt, und dann hätte sich rausgestellt, dass das Kleine keine aktiven Windpocken hat, sondern ..... eine unansteckende Tränendrüsenüberfunktion und frühkindliche Akne oder irgendwie sowas und das wäre ja dann auch eine komische Situation gewesen.



Dienstag, Februar 21, 2017

Little L. says

In den Wochen vor den Skiferien: "Boah, ich möchte eigentlich nicht in den Skikurs, da ist es immer entweder langweilig oder anstrengend. Ich würde lieber mit Euch fahren, da muss ich nicht dauernd Kurven machen."


Nach dem ersten Tag Skikurs dieses Jahr: "Mami, sei nicht traurig, aber ich muss dir was sagen: mit der Skilehrerin fahren macht schon echt mehr Spass als mit Dir."

Zum Thema "andere Kinder im Kurs und wie er die so findet": "Schade, dass meine Brille nicht so verspiegelt ist wie Deine. Bei mir sieht man meine Augen durch und erkennt am Rollen, wenn mich jemand nervt."

Zum Thema Wintersport (Biathlon fasziniert ihn, seitdem ich ihm mal erzählt habe, dass er jetzt ohne die Betablocker auch da wieder wettkampfmässig mitmachen könnte, weil er nicht mehr gedopt wäre): "Ich finde Biathlon schon super, aber das Langlaufen, das schaut mir fad aus. Ich fände es ja besser, wenn man Abfahrtsrennen und Schiessen kombinieren könnte. Oder Slalom und Schiessen. Oder gleichzeitig." Wir planen, das "Schweizer Kombination" zu nennen. Auszuführen mit dem Sturmgewehr. Vielleicht auch mit Skispringen kombinierbar.

Montag, Februar 20, 2017

Down memory lane

Gestern musste ich dreimal an meinen allerersten chef denken. 

Zum ersten mal, als der hübsche und ich die kinder bei der skischule abgegeben hatten und auf den nächsthöheren gipfel hinauffuhren und gemeinsam beschlossen, die schwarzen pisten dort nicht als allererstes runterzufahren. Mein chef hatte damals eine gruppe jungchemiker in seine wohnung im wallis eingeladen und uns zum skifahren im quatre vallees mitgenommen. Er fragte den kenntnisstand vorher ab und schleppte uns dann als allererstes auf den mont gele hinauf. Auf der, wie er es nannte, braunen Piste (weil man da vor angst die hosen voll hat) zeigte sich dann, wie wichtig der kulturelle Background zur Einschätzung von Aussagen ist. Der Chef hatte uns nämlich noch daheim nach unseren Skifähigkeiten gefragt. Die europäischen Kollegen meinten alle so mehr oder wenige "Joah, geht eigentlich, ich habe als Kind angefangen und gehe seitdem jedes Jahr, ich bin jetzt nicht super, aber ich fahr gern und komm den Berg runter. " Der amerikanische Kollege aus Alabama  meinte "I love skiing. I have been living in Wallis for a couple of years and I can do any slope you name." Es war ein interessanter Anblick, wie bleich ein erwachsener Mann werden kann und wie lang der Chef brauchte, um den Kollegen in einem Stück die Piste mehr oder weniger runter zu tragen.

Zum zweiten Mal dann beim Mittagessen und beim Kaffeetrinken, wo ich mir die ganze Zeit dachte: Maaaaaaan, wir haben den teuren Skipass gezahlt, die Kinder sind im Skikurs, wir müssen fahren, fahren, fahren, Pausen braucht kein Mensch. Dann dachte ich dran, wie stressig ich damals meinen Chef fand, der uns "junge Leute" (er war damals 60 oder so) augenrollend zum Mittagessen absetzte und dann eine Runde ohne uns Wussis fahren ging, ein Käsebrot im Sessellift musste reichen. Dann gings wieder, wobei man ja schon nicht ewig in eine leere Kaffeetasse starren muss, die Gegend und die frische Luft erlebt man auch während der Fahrt, nech?

Und zum dritten Mal abends, als alle müden Oberschenkel mit Lavendelöl oder Muskelwohlgel eingerieben wurden. Mein Chef war nämlich vor seiner Zeit als mein Chef (eine recht lange Zeit vorher) der Chef der Voltaren-Wirkstoffproduktion gewesen. Zum Abschied hat er (oder er hat es einfach mitgenommen, da bin ich mir nicht ganz sicher) das Rückstellmuster des letzten Batches Diclofenac, der unter seiner Aufsicht produziert wurde, geschenkt bekommen (ich persönlich glaube, er hat es einfach mitgenommen, diese Rückstellmuster werden nämlich eigentlich gehütet wie Augäpfel, und dienen als Referenz, wenn irgendwelche Behördenanfragen oder Kundenbeschwerden oder so etwas kommen). Dieses Rückstellmuster, eine braune Glasflasche mit ca 250g Wirkstoff drin, hat er unter der Spüle in seiner Ferienwohnung im Skigebiet gelagert. Am ersten Abend, als die Jungmannschaft erschöpft und schweigend im Käsefondue rührte, meinte er "So haltet ihr mir keine Woche durch, das geht nicht. Ihr nehmt jetzt alle Voltaren, ich habe das optimiert: ein Mokkalöffel voll, aufgeschlämmt in einem Schnapsglas voll Wasser und ihr seid morgen wie neu." Und naiv (und erschöpft) wie wir waren,  haben wir brav alle unser Stamperl weisse Brühe runtergetrunken, uns dann beim Rummy abzocken lassen und ja, am nächsten Morgen waren wir alle wieder topfit und nix hat wehgetan. Mit meinem heutigen Wissen schreit mein innerer Compliance und Drug Safety Officer natürlich Zeter und Mordio bei dem Gedanken, weil "unter der Spüle im Ferienhaus" sicher kein kontrollierter Lagerraum mit Temperaturmonitoring ist und weil nach Ablauf der Retest-Periode sicher keine Vollanalyse für eine erneute Freigabe gemacht wurde, ganz abgesehen davon, dass auch mein beschränktes galenisches Wissen dafür ausreicht, dass "ein Mokkalöffel pro Schnapsglas" nicht direkt eine validierte Dosiermethode ist. Geschadet hat es uns nicht und ehrlich gesagt, habe ich nie wieder so einen grossartigen Chef wie diesen gehabt.