Mittwoch, Januar 17, 2018

Ich wil doch nur arbeiten!

Heute war ein einfach irrer Tag.
Ich hatte eigentlich den Plan, meine Präsentation für Indien fertigzustellen, dafür brauche ich aus Gründen Informationen, die ich nur auf Papier habe. Auf sehr viel Papier. Genauer gesagt. in vier Ordnern. Eigentlich wollte ich das also an meinem Schreibtisch im Elfenbeiturm machen, in dem ich immerhin bis Mittag sein sollte. Aber dann kam eine Kollegin mit einem dringenden Problem ("Die weigern sich, das zu unterschreiben, erklär du denen das mal, mir glauben sie nicht!), dann kam die TC mit 50 shades of quality (ich habe ja eine Zeitlang mit dem Gednken gespielt, eine Job rotation in eine quality function zu machen, aber das würde nicht gut ausgehen), dann kam Messengerdiskussion mit den Leuten, die das nicht unterschreiben wollen und dann war schon Mittagessen.
Der Nachmittag war mit Meetings im andren Standort verplant, also packte ich in der Hoffnung, dort noch eine ruhige Stunde zu finden, die 4 Ordner in meinen Rucksack und war fortan mit dem Rucksack voller Ordner, dem Wintermantel und meiner normalen Tasche mit Laptop und alle anderen Trallalala unterwegs. Selbstbild Packesel sozusagen.


Meeting hier, Meeting da (immer mit allem Gepäck), Huddle dort, Klärung mit denen, die nicht unterschreiben, jetzt aber doch, das aber lieber mir sagen als der, deren Dokument sie unterschrieben sollen, der Oberchef fragt, ob ich jetzt mit der Projektverzögerung wegen Feuer "free time for other stuff" hätte, könnte sein, dass ich ein bisschen hysterisch gelacht habe, aber das hat er vermutlich unter dem Stapel Ordner, Rucksack, Mantel, Schal, Laptop unterm Arm gar nicht gesehen, auf dem Flur kriege ich nicht so schöne Neuigkeiten (für mich, für ihn schon) von einem sehr geschätzten Kollegen, dann dringender Anruf, ob diese und jede Anfrage von Regulatory mit dem Risk Assessment, das ich vor 8 Monaten erstellt habe, in Einklang zu bringen ist, und die Antwort bräuchten wir heute, und dann ist da noch der Report, der den finalen Review braucht und zu meinen Korrekturen wurde einfach gesagt: "Ja, wir haben die Diskrepanz gesehen, aber wir nehmen jetzt einfach mal die andere Zahl, weil halt." und jetzt muss ich entweder sagen: "Okay, mir wurscht," oder wegen der Wurschtigkeit anderer Leute nachbohren und nachhaken und ich hab doch keine Zeit.


Irgendwann stand ich da, leicht verschwitzt, weil ich ja immer noch im Mantel meine vier Ordner und alles andere durch die Gegend schleppte, und mein Exil-Schreibtisch war besetzt, da machte ich was ganz Verrücktes: ich warf alle meine Habseligkeiten in die hinterste Quiet booth, die sogar Vorhänge und ein Sofa hat und weisses Rauschen, holte mir aus der Cafeteria einen Cappuccino (normal trinke ich den Nespresso-Gratiskaffee, aber die Situation erforderte Trost in Form von Barista-Kunst und einem netten Lächeln, da sind 3.40 gut investiert), zog dann die Vorhänge an der quiet booth zu und arbeitete immerhin eine halbe Stunde für die Indienpräsentation.


Zwangsentschleunigung: der Bus steht auf dem Heimweg im Stau und braucht eine Stunde statt 20 Minuten. Zeit zum Bloggen!




Ansonsten:


Sehr netter Moment heute: eine Kollegin muss aktuell mit einem Leihlaptop arbeiten, weil ihres den Geist aufgegeben hat. Deswegen fehlen ihr alle Favoriten, Shortcuts, tralalala, die das Leben einfacher machen. Im Meeting bat sie also, ob ihr jemand den Link zum sicheren Login in die Firmensysteme von ausserhalb schicken könnte. Ein Kollege holte also aus und erklärte und erklärte, wie sie den total logisch auch selber finden würde und wie man überhaupt seine Links auch in der Cloud ablegen könnte und blablablaberrhabarber  In der Zwischenzeit habe ich ihr den Link via Messenger geschickt und musste ein bisschen grinsen, als sie den schwadronierenden Kollegen mitten in seinem Monolog unterbrach mit "Thanks, I got it, let's move on".




Noch ein netter Moment: ich war (wie den ganzen Tag heute) mit Sack und Pack auf der Suche nach einem Kollegen in einem anderen Gebäudeteil, da sprach mich jemand, den ich noch nie gesehen hatte an: "Bist Du Frau Brüllen? Weil, ich habe heute mit jemand Mittag gegessen, der hat von dir erzählt, und ich hab dich anhand von dem Profilbild erkannt." Das wird langsam ein bisschen weird.






Selbstbeweihräucherung: Ich hab niemand angezündet Ich habe nicht viel mehr auf meiner To-Do-Liste als heute morgen, auch wenn heute drölfzig dringende Dinge aufkamen. Und nur zu einer Sache, von deren Relevanz ich nicht 100% überzeugt bin, und die mehr Arbeit für mich bedeutet, ja gesagt, um des lieben Friedens willen, für ganz viele andere Punkte habe ich die mühsame Diskussion geführt und durchgehalten. Future me sagt danke.






Helikopterstatus: Hui, hat es da viel Schnee in Elm! Aber ich hab nur ein, zwei, dreimal geschaut.

Dienstag, Januar 16, 2018

Still. Und Sturm

Ruhig ist es hier ohne Little Q., echt wahr!
Mir tat Little L. heute morgen richtiggehend leid, als er auf dem finsteren Weg zur Schule ganz allein losmarschieren musste, man merkt es halt schon, wenn ungefähr 60 Kinder fehlen. (Ausserdem waren wir zwei anscheinend ein bisschen früh dran).
Ansonsten war es heute gar nicht so still, der Wintersturm Evi fegt hier nämlich ganz schön durch (nein, ich werde nicht an wild schaukelnde Sessellifte denken, die Webcams lassen darauf schliessen, dass heute nur eingeschränkter Betrieb war, aber ich denke, ich habe den Skikurs ein, zweimal vorbeisausen sehen.).
Ich war mir nicht so ganz sicher, wie sehr ich der Verankerung des Baukrans (für Elfenbeinturm No.2), der direkt vor unserem Fenster steht und dessen Ausleger, wenn man ihn mit Schwung drehen würde, einmal quer durch unsere Hälfte des Grossraumbüros fegen würde (ja, könnte sein, ich habe schon einige Katastrophenfilme gesehen) trauen kann, aber die Kollegen, die schon während Burglind bei der Arbeit waren, wussten, dass der bis 300km/h stabil steht. Ausserdem habe ich gelernt, dass der Elfenbeinturm so konstruiert wurde, dass das Gebäude am höchsten Punkt maximal 1m schwingt. Das finde ich .... ganz schön viel, ehrlich gesagt.
Es hat auf jeden Fall ganz schön gepfiffen und als ich dann mittags zum anderen Standort musste, hat es mich in der Häuserschlucht unten fast weggepustet. Ein bisschen skurril war, dass es mir meinen Badge, den ich an so eine Schlüsselbändel um den Hals trage, nach hinten geweht hat und er so hinter mir her geflattert ist.


Sonst so:
Letzte Vorbereitungen für Indien, fachlich, mental, praktisch.
Kinderpässe an die Botsschaft geschickt, die warden gegen die endlich fertigen neuen ausgetauscht.
Mit dem Architekten den Umbau des Dachgeschosses besprochen und hui, das wird richtig toll. Erster Kostenvoranschlag: mehr als 10 000CHF, weniger als 100 000CHF. Da kann man ja mit arbeiten.


Selbstbeweihräucherung: ich fürchte zwar, dass wenige das richtig zu würdigen wissen bzw. als vergebliche Liebesmüh sehen, aber ich mache das mit Indien wirklich gut. Ich fände es super, wenn jemand sich so viel kümmern würde. (Und mit einer gesunden Portion schwarzen Humors (man hat ja einen Ruf zu verlieren) habe ich auch schon eine Idee für die Bildzeile auf dem Titelslide meines "Das war das"-Vortrags:



Montag, Januar 15, 2018

Was schön war

Heute morgen haben wir Q. mitsamt allem Skiequipment zum Bus gebracht, der ihn und seine Kollegen für eine Woche ins Glarnerland zum Skifahren bringen sollte. Es war wunderschön, die Vorfreude zu sehen, die Aufregung auf diese hoffentlich wundervolle Woche. (Ich erinnere mich gerne an unser Skilager damals in der 7. Klasse. In Pflersch, wo unsere Schule ALLES gemacht hat, von Skifahren über Theaterspielen und Orchesterwoche). Ganz toll fand ich auch, dass der Schulleiter auch zum Abfahrtstreffpunkt gekommen war, um immerhin drei Klassen seiner Schule zu verabschieden (ich bin übrigens högscht beeindruckt: er kennt jedes einzelne der ca 600 Kinder an der Schule mit Namen. Und auch die zugehörigen Eltern. Oder nur uns, wer weiss das schon, aber das mit den Kindern ist echt so.)


Little L. vermisst seinen Bruder übrigens jetzt schon. "Sogar seine Volksreden, das hätte ich gar nicht gedacht!")


Es ist wieder Fastenwähenzeit! Das habe ich mit Freude heute beim Bäcker am Bahnhof festgestellt, als ich die Wegzehrung für Little L. (und seine Turnkollegin, die wir immer noch auf dem Heimweg mitnehmen) besorgt habe. Little L. hat sich auch sehr gefreut und die gibt es jetzt jeden Montag, bis Ostern oder so. Der Bäcker am Bahnhof ist eh super: es immer irre viel los, aber die Leute dort sind unglaublich freundlich. Heute, mitten in der Rushhour, lief dort "Bamboleo" und alle drei Verkäufer tanzten und pfiffen, während sie Brot und Kaffee verkauften. Kein Kunde ging ohne Lächeln!


Das haben die meisten dann übrigens auch in den Zug mitgenommen, da war nämlich irgendwie die Durchsage kaputt, mitten auf halber Strecke meinte sie nämlich: "Nächste Station: Basel SBB. Dieser Zug endet hier, bitte alles aussteigen." Und anstatt die Augen zu rollen, fingen alle an zu lachen und spannen skurrile Geschichten, wie das den jetzt gegangen ware. Raumzeitfalte oder was?


Heute hatte die kleine Schwester von Little L.s Freund bei Turnen geschnuppert und der Freund kam zum Abholen mit. Es war sehr süss, dass er dann nicht mit Mutter und Schwester mit dem Auto hochfahren wollte, sondern "Gell, ich darf dem L. hochlaufen, oder?" sich mit uns auf den Hatsch nach oben machte.


Und worauf ich mich jetzt noch sehr freue: ein Internettelefondate mit Irland.


Selbstbeweihräucherung: heute zwei Meetings kürzer als geplant hingekriegt, Minutes schon verschickt. Das ist wichtige, aber nervige Fleissarbeit, diese Dokumentiererei. Und dann habe ich, als sich abends rausstellte, dass jemand mich (absichtlich oder nicht) übergeht, direkt zwar angepisst geschrieben, dass ich das nicht toll finde und bitte in Zukunft dabei sein möchte, aber den blumigen Teil habe ich dann wieder gelöscht.

Sonntag, Januar 14, 2018

Mal wieder was Kulinarisches

Achtung, es mag sein, dass ich dieses Rezept schon mal gebloggt habe. Sehen Sie es mir nach, es ist halt wirklich lecker und wir machen (also: ich mache, wir alle essen) es seit vermutlich fast 20 Jahren. Die Bilder sind aber alle von heute, ich schwör.
Ursprünglich stammt das Rezept aus einem der Kochbücher, die ich nach meinem Auszug an einem Wühltisch beim Hugendubel gekauft habe, weil: kochen durfte ich daheim ja nicht und kochen nach Rezept war eh total verpönt.

 
Es sind:
 
Fenchel-Limetten-Spaghetti mit Knoblauchlachs aus dem Ofen
 
für 4 Personen*
 
4 Lachsfilets (a 125g, was halt so in TK-Lachs drin ist)
1 Knolle Fenchel
1 Knolle Knoblauch
2 Limetten, (Saft von beiden, von einer auch noch abgeriebene Schale)
500g Spaghetti (wer einen Pastamaker hat und gut drauf ist, macht grasgrüne Spinat-Linguine mit frischem Koriander drin)
Olivenöl
Salz
 

 
  • Man heize den Backofen MIT einer Auflaufform auf 250°C (oder so heiss, wie es halt geht) Ober-/Unterhitze vor und koche schon mal Salzwasser für die Nudeln auf.
  • Den Fenchel schneidet man, so fein es geht, in .. wie sagt man dazu? Halbkreise? Scheiben? und mariniert ihn mit der Hälfte des Limettensafts, etwas Salz und Olivenöl.
  • Die Knoblauchknolle zerteilt man in Zehen, häutet und halbiert diese.


  • Sobald der Ofen echt heiss ist, nimmt man die Form raus, giesst einen Schluck Olivenöl rein und legt die Lachsfilets rein (Achtung, spritzt!). Mit einem Backpinsel pinselt man sie auch oben drauf mit Olivenöl ein, verteilt die halbierten Knoblauchzehen drauf und streut etwas Salz drüber (ich nehme gern das Maldon Sea Salt, weil ich das Gefühl mag).


  • Dann schiebt man die Form wieder in den Ofen. ACHTUNG: Wenn Sie auch nur anatzweise so ticken wie ich, werden Sie sehr überrascht sein, aber die Form ist SAUHEISS! Unbedingt Handschuhe oder Topflappen benutzen.
  • Der Lachs braucht im Ofen genausolang wie die Spaghetti/Linguine, die Sie genau jetzt ins kochende Wasser geben.
  • Wenn die fertig sind, giessen Sie die ab und fangen einen kleinen Schluck Kochwasser auf.
  • Sie geben die Nudeln zurück in den Topf, vermengen Sie mit dem marinierten Fenchel und verteilen Sie auf vorgewärmte Pastateller.
  • Auf jeden Nudelteller setzen Sie nun ein Lachsfilet.
  • Den restlichen Limettensaft und eventuell etwas Nudelwasser giessen Sie in die Auflaufform, kratzen das Angebackene und evtl. Lachsreste ab und verteilen den Saft nun gleichmässig über die vier Portionen. ACHTUNG: die Auflaufform ist erstaunlicherweise schon wieder UNGLAUBLICH HEISS!
  • Noch schnell die Limettenschale drübergebröselt und je nach Gusto noch nachsalzen: fertig.


  • (Man kann es auch gut mit der doppelten Knoblauch- und Fenchelmenge essen, die einem von kleinen Händen von der Seite zugeschoben wird.)
 
 


Selbstbeweihräucherung: neben og Lachs gab es heute auch noch frischen Hefezopf zum Frühstück, frische Kekse und Waffeln zum Kaffee und bis auf Unterhosen und Socken sind ALLE Items, die Q. ins Skilager mitnimmt, mit Namensklebern versehen.
 
*von denen zwei den grössten Teil des Fenchels und einer allen, einer die Hälfte des Knoblauchs aussortiert und einer bin zwei immer fragen: "Lachs hat's keinen mehr?"

Samstag, Januar 13, 2018

Passivspocht und Steak

Heute war mal wieder Unihockey mit Fahrdienst, d.h. Q. und ich standen immerhin zu einer sehr christlichen Zeit am Bahnhof, sammelten noch einen Kollegen ein und fuhren weit, weit ins Hinterland in eine winzige, zugige Dorfturnhalle, wo die ersten beiden Spiele der Rückrunde stattfanden.
Sagen wir mal so: ich habe gegenüber gefühlt 18jährigen Trainern einer fremden Mannschaft die mittelalte Helikoptermum raushängen lassen und gemeint, dass sie sich zwar vermutlich supercool vorkommen, aber ich ihre Kommentare über mein Kind und seine Mannschaftskollegen übergriffig, verächtlich, unprofessionell, unreif und unsportlich finde und sie ihre Viehversteigerungsgespräche bitte ausserhalb der Hörweite der Eltern des Viehs, das gar nicht weiss, dass es versteigert wird, führen sollen. In Bayern hätte ich "Schleicht's eich, ihr zwoa aufgstejdn Mausdreck!" gesagt, aber ja nu.


Die zwei Stunden Pause zwischen den Spielen verbrachten wir bei tatsächlich einer Art ausgewogenem Mittagessen und .... ähnlicher Beschäftigung.












Das Schöne aber war, dass die Mannschaft und Q. im zweiten Spiel dann auf einmal doch der Ehrgeiz gepackt hat und sie wirklich, wirklich gekämpft haben. Und man kann sich ehrlich über ein 10:16 freuen.


Dann Heimfahrt durchs Hinterland, Blitzdusche und Dezimieren argentinischer Rinderherden im Nachbarort. Ich esse ja echt nicht viel Fleisch, aber das heute, das habe ich ehrlich genossen!



Freitag, Januar 12, 2018

#12von12 im Januar

Heute ist der 12., Bloggistan dokumentiert seinen Alltag in Fotos, die Liste findet sich bei Caro.


Ich habe das last minute vom Chef aufgedrückte Ziel "Unter 100 Überstunden kommen" durch knallhart durchgezogenen freie Freitage ja grad so (98.7 ist unter 100) erreicht, deswegen ist Freitag wieder Homeofficetag.



Das heisst, das verpflichtende "Erster Kaffee"-Bild ist gleichzeitig das "Sie sind eingeloggt"-Bild.




Später dann, als alle aus dem Haus sind, brauche ich irgendwann ein Znüni und freue mich, dass ich Datteln eingekauft habe. Dazu eine lustige Batterie an Getränken.




Das ist übrigens nicht soooo geschickt, weil oben unter dem Dach der Heizungstechniker unseren Boiler entkalkt (wir leben hier in der Gegend mit dem welthärtesten Wasser, er hat einen ca 30 L fassenden Eimer Kalk rausgeholt) und weil der Kaltwasserzulauf so verkalkt war, dass er sich nicht mehr schliessen liess, wurde das Wasser im ganzen Haus abgestellt, das heisst, die Menge an möglichen WC-Besuchen war limitiert.






Dann: Kinder kommen heim, es gibt wie fast jeden Freitag frische Nudeln aus dem Pasta Maker, heute Kräuter-Tagliatelle (Carbonara für die Kinder, Primavera für mich und das hat erstaunlich .. naja, langweilig geschmeckt. Wasser auf die Mühlen der Kinder, die am liebsten in Carbonara baden würden).


Little L. und ich treffen dann den Hübschen in der Schule zum Standortgespräch mit seiner Lehrerin.




Wir halten uns an alle Regeln.




Ich mag, wie die Garderobe vor den Klassenzimmer dekoriert ist. Fazit des Standortgesprächs: Little L. ist ein toller Junge, ein toller Schuler und wir werden nach diesem Schuljahr die wunderbare Lehrerin, die beiden Jungs den perfekten Schulstart  ermöglich hat, nach 6 Jahren sehr vermissen. (Sie uns auch. Hat sie gesagt. Und dass wir tolle Söhne haben, halt nicht 08/15. Tja.)


Daheim treffen wir Q. und meine Schwiegermutter, die ihren wegen urks leider ausgefallenen Weihnachtsbesuch dieses Wochenende nachholt. Gemeinsam holen wir in der Tierarztpraxis die Schachtel mit Dax' Asche ab, das Krematorium hat das sehr .... mir fällt kein gescheites Wort ein... geschmackvoll? würdevoll? gestaltet.






Wir geben die unangebrochenen Medikamente zurück, damit sie jemandem, für den eine Tierarztbehandlung eine grosse finanzielle Belastung bedeutet, zugute kommen, danach fahren wir gemeinsam in das Katzenheim des Tierschutzverbands im Nachbardorf und geben unsere Futter"reste" (unter anderem hatten wir noch ein unangebrochenes Futterpaket mit 12bisschenwas Kilo Nierenfutter, das Dax ja irgendwann mit dem A... nicht mehr angeschaut hat.) und die restlichen Pakete Katzenstreu dort abgegeben. Ich habe den Kindern eingebläut, dass wir uns auf gar keinen Fall direkt verlieben werden, sondern nur mal schauen, wie die Katzen dort so leben. Es ist echt schön, wie viele da friedlich zusammenleben!








Daheim: Kaffee, Kuchen, Norwegenfotos schauen, Pizza essen, Wochenende.

Donnerstag, Januar 11, 2018

Work-life-balance, Lesen, Lernen und ein Trick

Ich habe entgegen meiner nicht ganz so ehernen Regeln gegen aus dem Ruder laufende Work-Life-Balance gestern abend um 11 aus Gründen* noch ein Email an einen mittelgrossen, recht wichtigen Verteiler geschickt. Das war insofern recht geschickt, weil bei der einen Hälfte des Verteilers der Zeitpunkt der Mail den Inhalt dann doch in den Schatten stellte ("When I received your email last NIGHT, I was afraid, something really  blew up!"), die andere Hälfte hatte von einem anderen Projekt praktischerweise noch blödere Nachrichten bekommen, so dass meine relativiert wurden. Glück gehabt!


Auf dem Weg zur Arbeit habe ich in meinem aktuellen Buch (Affiliatelink) leise (sic!) schmunzelnd einen Absatz über einen Uber-Tesla gelesen.



Zum dritten Mal in relativ kurzer Zeit übrigens (also: nicht immer Uber, aber halt über (höhö) Tesla), nämlich noch hier (Affiliatelink) und irgendein anderer, ansonsten echt belangloser Thriller, in dem aber das Wort "Telsajüngling" vorkam, das das Verkaufspersonal halt schon sehr gut beschreibt.


Dann war ich heute morgen also bei einem Info Meeting, das mich ein bisschen zurückkatapultierte in meine Zeit in der Entwicklung damals, da wurde ich fast ein wenig nostalgisch (und bin eigentlich recht froh, dass ich mich mittlerweile mit anderen Dingen beschäftige), wozu sicher auch die Umgebung beitrug: ein kleiner schratteliger Hörsaal, der vermutlich bei allen Renovierungen seit 1970 vergessen wurde, weil er in der hintersten Ecke auf einem Halbstock ist. Kaum zu glauben, dass es sowas auf unserem cleanen, weiss-glas-geölter Eichenboden-Areal überhaupt gibt.


Mein jobbedingtes Deetektivspielen kommt auf einen neuen Level: es geht um physisch in Bergwerksstollen oder aufgelassenen Armeebunkern archivierte Dokumente in den USA. Ich brauch die und ich bin sehr gespannt, wie ich die bekomme. Einen Scan? Einen Container vo unsortierter Schachteln voller Ordner und Papier? Die Koordinaten für den Treffpunkt, wo mir die Augen verbunden warden und ich in einem Militärjeep zu dem gut getarnten Eingang des Stollens gebracht werde und dann selber suchen darf?


Mittagessen war dann mal wieder interessant, es gab was, was es noch nie gegeben hatte, nämlich Rote-BeeteKartoffel-Taler mit Lauch (Lauch, my love!) und Salat. Ich habe ja bisher noch KEINE Art Rote-Beete-Zubereitung gefunden, die ich mag (danke, ich brauche auch keine Tipps, ich muss nicht alles mögen), aber das hat wirklich gut geschmeckt, nicht nur wegen des Lauchs. Vong Aussehen her allerdings eher wie Taler aus gehacktem rohem Herz oder Lunge. Schwierig. Vielleicht eher was für ein Halloweenbuffet.


Am Nachmittag dann wurde ich in meinem eigentlichen Büro mit "Da isses ja, unser Stockwerksünneli" begrüsst und das klingt ja mal netter als Klassenclown.


Weiterwerkeln, merken, dass das kanadische Wetter Einfluss auf unseren Produktionsplan hat, der mitreisende Kollege hat uns einen Limousinentransfer vom Flughafen zum Hotel in Hyderabad organisiert und weil Little Q. grad "How I met your mother" anschaut, musste ich sofort an Ranjit denken, dann habe ich brutal krass genetzwerkt und mir einen neuen Kontakt im Site Engineering aufgetan, weil ich Hintergrundinfos über Conical Screw Dryer (Doppelkonusschneckentrockner) brauchte, dafür wurde ich dann aus spontanem Interesse über "Wie geht eigentlich so ein Tech Transfer?" ausgefragt, und das war dann echt cool: 15 Minuten im 29. Stock und zwei Leute haben was gelernt.


Selbstbeweihräucherung: Ich bin ja noch ein bisschen stolz auf eine, wie ich finde, ganz schön gute Idee von mir: Wie Sie wissen, bestelle ich ja das eine oder andere bei Amazon. Und ich bin noch nicht 100% hinter die Versandkosten (nicht nur in die Schweiz, das ist ja eh eher so Willkür) gestiegen, weil ganz oft steht da: "Qualifiziert für kostenlosen Versand" und dann bestellt man das und es kostet, keine Ahnung, 4.51€ Versand. Bevor Sie jetzt alle lossausen und mir die entsprechende Stelle in den AGBs oder wo auch immer raussuchen  lassen Sie es gut sein, ich habe den perfekten Trick (Hack, wie man ja heute sagt) rausgefunden: Bücher sind nämlich immer versandkostenfrei und auch alles (jajajaja, ich weiss, Sie kennen bestimmt eine Ausnahme, aber das muss ich nicht wissen), was damit zusammen bestellt wird. Weil ich ja bis auf Reiseführer und Kochbücher keine Bücher mehr für mich und uns kaufe, weil wir alle wegen "Wo soll das denn alles hin?" praktisch nur noch Kindle lesen, war das bisher auch nicht die perfekte Lösung, bis ich von diesem Buch (Affiliatelink) erfuhr. Ich habe es mir selber zum Geburtstag gewünscht und finde es richtig toll! Und ich habe beschlossen, dass jedes Mädchen, bei dem die Jungs im nächsten Jahr zum Geburtstag eingeladen sind, das geschenkt bekommt. Und weil grad keine Einladung vorlag, als ich dringend die neuen Flaschennupsis für die Trinkflaschen und die neuen Sodaclub-Flaschen bestellen musste, habe ich es mal auf Vorrat mit bestellt. Zwei Tage später kam die Einladung zur Party von Little L.s Schonseitimmer-Freundin, und wer ist jetzt gut vorbereitet? Genau.




* Der Inhalt sind nicht wirklich gute Nachrichten, bei denen wir uns gestern nachmittag auf eine Kommunikationsstrategie geeinigt hatten, die jedoch dann von einem Chef  gestern nach zmindest einem Dienstschluss direkt nach ganz oben weitergegeben wurden. Ich wollte auf gar keinen Fall, dass der Verteilerkreis ohne Hintergrundinfo und gefühlt kalt erwischt via Flurfunk davon erfährt oder aber beim Oberstchef zum Rapport antraben muss. Auf der anderen Seite hatte ich heute morgen ein sehr frühes Meeting und je nach Stau war ich mir nicht sicher, dass ich es noch vorher schaffen würde, die Email rauszuschicken. Also: Abends.